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Felix Baumfreund for Gesundheitsminister 1.23

Amüsantes/Satirisches · Kurzgeschichten
Also, ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber manchmal zweifele ich an meinem Verstand, wenn ich vertrauliche Gespräche mit meinen Schäfchen in der Gemeinde führe.

Es ist schon unglaublich, auf welche Ideen manche Zeitgenossen kommen und welche Konsequenzen, deren bisweilen fast schon bizarre Handlungsweisen für diese dann haben.
Selbstverständlich ist dabei klar, dass, wenn diese die Karre so richtig „in den Dreck gefahren haben“, jene direkt angerannt kommen und einen um Hilfe und Rat anflehen.

Von so einem Fall möchte ich hier nachfolgend einmal Zeugnis ablegen.

Vor einiger Zeit sprach mich ein männliches Gemeindemitglied nach der Messe persönlich an und bat mich um dringenden Rat. In Nachfolgenden werde ich diesen einmal zur Wahrung der Anonymität mit dem Pseudonym „Kasperl“ bezeichnen.

Kasperl:„Pater Pauli, ich müsste Sie mal dringend um Rat fragen.”

Pauli (nicht besonders begeistert):„Wenn`s sein muss. Was gibt`s denn?”

Kasperl (unsicher flüsternd):„Ja, also ich habe da so einen Scherz gemacht, der nicht besonders gut angekommen ist. Wobei ich aber sagen muss, dass ich den Entschluss zu diesem Gag nicht alleine getroffen habe. Meine Arbeitskollegen haben mich, nach einer Geburtstagsfeier, dazu ermutigt.”

Pauli(etwas ungehalten):„Ja, was ist denn nun geschehen?”

Kasperl:„Ich muss vorausschicken, dass ich Tierpfleger in unserem örtlichen Zoo bin und wir auf dieser Geburtstagsfeier schon ordentlich einen gepichelt hatten.... .”

Pauli (unterbrechend):„Blau sein schützt vor Strafe nicht!”

Kasperl:„Ja, ja, ich will mich auch gar nicht erst groß entschuldigen, aber alles fing damit an, dass einer meiner Kumpel plötzlich schräg zu politisieren anfing. Und das gerade in einer Zeit, in der seine Partei, die DPPE, also die DEMOKRATISCH-PÄDAGOGISCHE-PARTEI-EUROPAS in einer schweren Personalkrise steckt.”

Pauli:„Also, normalerweise bin ich als Pater für solchen politischen Käse nicht zuständig. Warum erzählst Du das nicht alles Deinem Friseur?”

Kasperl(mit leicht entrüsteter Stimme):„Wenn ich dem was erzähle, dann weis es bald die ganze Stadt. Bei dem bleibt doch nichts geheim. Sie sind aber an Ihr Schweigegelübde gebunden.”

Pauli (mürrisch):„Okay! Erzähl weiter!”

Kasperl:„Also, mein Kumpel faselte auf der Fete etwas von der globalen Integrität seiner Partei und wie dort alles im Gegensatz zur Oppositionspartei klar und sauber geregelt ist. .....Ich konnte mir dieses Saubermännergelaber nicht lange anhören und sagte ihm, dass ich Ihm beweisen könnte, dass selbst unser Tapanuli-Orang-Utan im Zookäfig 6 jederzeit stimmberechtigtes Mitglied in seiner Partei werden könnte, ohne das es jemand dort merkt.”

Pauli:„Warum denn ein Tapanuli-Orang-Utan?”

Kasperl:„Ja, dass liegt an dessen Gesicht. ....Herr Pauli, dass Gesicht müssen Sie sich mal ansehen, dann kommen Sie von alleine drauf. Und wenn Sie sich das Tier auch noch mit einer Brille vorstellen, dann erübrigen sich weitere Erklärungen von alleine. .....Nebenbei ist auch noch erwähnenswert, dass Orang-Utans sehr eng mit dem Menschen verwandt sind, da ca. 97 Prozent ihres Erbgutes mit dem Genom des Homo sapiens übereinstimmt.”

Pauli:„Du meinst, wer politisch heute mitmischen will, muss Haare im Gesicht tragen?”

Kasperl:„Ja, so könnte man es vielleicht ausdrücken.”

Pauli (mit fester Stimme):„Also, erstens beweist die aktuelle politische Situation gerade genau das Gegenteil und zweitens glaube ich nicht, dass man als Bartträger heute politisch in Europa große Chancen hat, obwohl ich zugeben muss, dass diese Barttragerei immer mehr um sich greift. Schon der Zar Peter der Große hat vergeblich versucht vier Jahre lang mittels einer Bart-Steuer solche Tendenzen zu unterbinden. ....Wir haben gerade so etwas wie eine Orientalisierung der Gesichtstracht. .... Dabei ist es völlig egal, ob man gute Politik machen will oder nicht. Wer einen Bart trägt, wird in der Regel in unserem Kulturkreis nicht in ein Spitzenamt gewählt. ...Obwohl man hier auch gerechterweise auf 3. Mose 19,27 hinweisen sollte, wo gefordert wird:

Ihr sollt euer Haar am Haupt nicht rundherum abschneiden noch euren Bart gar abscheren!

....Tja, man weiß es nicht so genau. ....Die Frauen sind auch Wählerinnen und mögen oft Bärtige nicht. .... Der Bärtige, versteckt sein Gesicht und damit seine Gefühle, hinterlässt vielleicht zudem noch einen ungepflegten und unsauberen Eindruck,...ist vielleicht zu faul, sich morgens zu rasieren, ....scheint etwas verbergen zu wollen, .... wirkt, als Teilvermummter, auf viele Wählerinnen direkt unsympathisch und manchmal auch prollig, ganz egal ob das wahr ist oder nicht. .....Entschieden, wen man wählt, wird oft aus dem Bauch raus....,häufig erst in der letzten Sekunde in der Wahlkabine, ...rein postfaktisch! Das ist genauso wie beim Autokauf. Während der Mann mit dem Automobilverkäufer über die technischen Details eines Pkw fachsimpelt, läuft seine Frau um den Wagen herum und fällt die erste Kaufentscheidung rein anhand der Wagenform, der Farbe und ob die Karre “praktisch zu verwenden” ist. Es zählt bei Vielen zunächst mal der erste optische Eindruck. ....Das hat schon Niccoló Machiavelli vor hunderten von Jahren erkannt, als er ungefähr wie folgt schrieb:

”Die Menschen urteilen im allgemeinen mehr nach den Augen als nach den Händen, weil zu sehen jedem gegeben ist, einzusehen aber nur wenigen.”

Wenn man mit Bart irgendwo punkten will, dann muss man sich schon nach Kuba begeben oder in den Kulturbereich zwischen Kaspischem Meer und Persischem Golf! Dort hat man mit Rauschebart keine Probleme. .......Man fragt sich manchmal, wo die Angst vor den Bärtigen eigentlich herkommt. .......Es gibt Wissenschaftler, die die Hypothese aufgestellt haben, dass unsere primitiven Vorfahren....also...praktisch der Urmensch...der Neandertaler...eine so starke Ekel-Angst vor Parasiten entwickelt haben könnten, dass diese ihre Vorliebe für unbehaarte Paarungspartner an die nachfolgenden Generationen in einer Art Atavismus weitergegeben haben.”

Kasperl:„Das glaube ich nicht! Der Wähler ist mündig und kann zwischen reinen Äußerlichkeiten und politischen Inhalten durchaus unterscheiden.”

Pauli:„Dein Wort in Gottes Ohr! Nenn mir doch mal einen Staatschef in Europa, welcher aktuell oder historisch einen Bart trägt oder trug.”

Kasperl:„Also, ich gebe zu, mir fällt keiner so spontan ein.”

Pauli:„Aber egal, wie geht es in deiner Geschichte weiter, mein Sohn?”

Kasperl:„Ich habe mit meinem Kumpel von der DPPE eine Wette abgeschlossen. Wenn ich es schaffe unseren Tapanuli-Orang-Utan, den wir übrigens im Zoo Felix nennen, zu einem abstimmungsberechtigten Mitglied in seiner Partei zu machen, dann erhalte ich 100 Euro.”

Pauli:„Und sag jetzt nicht, Du hast das geschafft?”

Kasperl:„Ja, war gar nicht so schwer, da heute alles ONLINE ohne persönliche Vorstellung beim Ortsverband der Partei geht. ....Auch den Personalausweis muss man nicht vorlegen.”

Pauli (ungeduldig):„Du machst es aber spannend. Was hast Du denn angestellt?”

Kasperl:„Ich habe unseren Orang-Utan zunächst ONLINE mit der Anschrift

Herr
Felix Baumfreund
Zum Zoopark 27 K6
99999 Borneostadt

angemeldet.

Das war ganz einfach. Noch nicht einmal die Postleitzahl wurde Realtime dabei geprüft. Die haben dann nur noch die Lastschriftdaten abgefragt, damit die den Parteimitglieds-Monatsbeitrag regelmäßig abbuchen können. Ich glaube, das ist für die ohnehin das Wichtigste! Da habe ich natürlich meine Kontonummer angegeben. Bei einem möglichen Wettgewinn von 100 Euro und großzügiger Kündigungsmöglichkeit der Parteimitgliedschaft, erschien mir das als gute Kurzinvestition. .....Nach einer gewissen Zeit habe ich das Parteimitgliedsbuch auf dem Postweg bekommen, mit dem Hinweis auf die laufende Aktion:

!DPPE, WIR ZEIGEN EUCH UNSER WAHRES GESICHT!”

Pauli:„Was ist das für eine Aktion gewesen?”

Kasperl:„Ja, man wurde als neues Parteimitglied gleich dazu aufgerufen ein Foto in die Partei-Internet-Homepage zu laden, um so auf die Homepagebesucher und Parteinteressierten Internetsurfer authentischer zu wirken. Das habe ich dann auch gemacht. Ich habe unserem Felix, als der tief und fest schlief, eine große Brille aufgesetzt und auf seinen Halsansatz, da der in diesem Moment günstig lag, noch einen roten Schlips darauf gelegt. Das habe ich dann fotografiert und ins Netz hochgeladen. .... Wobei ich aber noch ergänzen muss, dass jedes neue Parteimitglied zusätzlich zu seinem nun öffentlichen Konterfei auch noch einen coolen Spruch unter das Bild setzen sollte.”

Pauli:„Und welchen Spruch hast Du hochgeladen?”

Kasperl:„Der Spruch war:

„Als designierter Gesundheitsminister sage ich nur Eins:

STATT FLEISCH, KONFEKT UND SAHNE
LIEBER NE BANANE!

HÖRT AUF MEINEN RAT
ESST NICHTS MIT GLYPHOSAT!”

Pauli (ungläubig):„Diesen Quatsch muss bei denen doch irgendjemand bemerkt haben? Die werden doch die Bilder und Sprüche kontrollieren, oder nicht? Das kann doch alles nicht wahr sein!”

Kasperl:„Nee!! Nix!! Das lief einfach durch. Und genau damit begann das Problem.”

Pauli:„Was denn noch?”

Kasperl:„Innerhalb von 10 Tagen bekam das Profil von Felix 250.000 Likes. Parteimitglieder und Internetsurfer schrieben Felix Tausende von E-Mails indem gefordert wurde, dass Felix Gesundheitsminister werden sollte. Besonders viel Zuspruch kam von Vegetariern und seltsamerweise auch unzählige von einigen geheimnisvollen russischen Servern. Presse und Fernsehsender meldeten sich und wollten ein Interview mit Felix.”

Pauli:„Das gibt es doch nicht! .....Das ist ein astreiner Felixeffekt! ......Haben die sich denn dessen Bild nicht angesehen? Und die Adresse von Felix, die ist doch auch totaler Quatsch! ...99999 Borneostadt. .....So ein Blödsinn!”

Kasperl:„Ich verstehe das auch nicht. Ich kann mir das nur so erklären, dass die alle geglaubt haben, dass das Felixfoto auf der offiziellen Parteihomepage ein Avatarfoto ist, welches aus humoristischen Motiven gewählt wurde. Und das mit der Adresse liegt wohl daran, dass diese aus datenschutzrechtlichen Gründen zunächst nur “von Freunden” gelesen werden konnte. Man hätte die freigeben müssen. Und das habe ich aus Versehen....bzw.....im Nachhinein zum eigenen Glück.... nicht gemacht.”

Pauli:„Oh Oh Oh! Wie kommen wir da wieder raus?”

Kasperl (im verzweifelten Ton):„Ja, dass weis ich ja auch nicht, deswegen habe ich Sie ja angesprochen. ...Und nun kommt noch erschwerend dazu, dass ich eine E-Mail des Ortsvorsitzenden der DPPE Dr. Dieter Dösel bekommen habe, der mich bat, unverzüglich telefonisch mit ihm Kontakt aufzunehmen, da er eine Anfrage des Generalsekretärs der DPPE zum neuen Mitglied Felix vorliegen hätte. Er solle sich, nach einem Gespräch mit Felix, zu dessen Aufbau-und Weiterentwicklungsmöglichkeiten äußern.”

Pauli:„Auch das noch!......Aber es ist nicht verwunderlich, denn schon in den Offenbarungen 17,13 steht:

„Die haben eine Meinung und werden ihre Kraft und Macht geben dem Tier.“

Also, alle Macht an Felix! .........Wenn ich es mir recht überlege, bleibt nur noch ein Ausweg.”

Kasperl (flehend):„Welcher?”

Pauli:„Du musst zu Felix werden. Der Avatar hat ausgedient und wird zukünftig mit Leben erfüllt. ......Das bedeutet, dass Du kandidieren musst!”

Kasperl (völlig entsetzt):„Wie bitte? Das ist doch wohl ein Scherz? Ich bin Tierpfleger und kein Politiker! Ich habe von Politik überhaupt keine Ahnung und stehe auch nicht gerne in der Öffentlichkeit. Das politische Geschäft ist eine Schlangengrube,......habe ich kürzlich erst gelesen.......und ein Politiker aus Süddeutschland soll mal gesagt haben, dass bezüglich zwischenmenschlicher Beziehungen die Steigerungsform in der Politik FEIND --> TODFEIND --> PARTEIFREUND lautet.”

Pauli (im eindringlichen beschwörenden Tonfall):„Keineswegs ist das ein Scherz und zwischen einem Tierpfleger und einem Politiker bestehen ohnehin fließende Grenzen! Ich erkenne mit Freude an Deinen bescheidenen Worten, dass Du nicht gerade an dem Dunning-Kruger-Syndrom leidest. Viele andere inkompetente Menschen leiden an der permanenten Tendenz, ihr eigenes Können ständig zu überschätzen. ....Du bist da anders. ....Das Du von Politik “keine Ahnung” hast ist eher ein Vorteil als ein Nachteil. Denk einmal daran, wie viele Ställe, vielleicht sogar Augiasställe, Du schon ausgemistet hast. Mit diesen Kenntnissen bist Du geradezu prädestiniert, ein politisches Amt zu bekleiden. In der heutigen Zeit werden vor allem in den Ostgebieten Ausräumer und Wegputzer wieder ganz besonders am rechtsnationalen Rand gesucht. .....Der Baron de La Brède et de Montesquieu soll einst gesagt haben, dass nicht der Mensch zu klein ist, sondern das Amt zu groß ist. ....Wenn einem das Amt über den Kopf wächst, dann muss derjenige es eben kleiner machen, also Aufgaben delegieren....delegieren ....delegieren! ........Nebenbei mal gefragt, wie, meinst Du eigentlich, ist CONAN DER BARBAR in Kalifornien zu Macht und Ansehen gekommen? ...Der wusste auch nicht immer weiter. ..Und wenn der nicht weiter wusste, dann hat der halt DIRTY HARRY gefragt. Kein Witz!”

Kasperl (spöttisch):„Wen hat der gefragt? Den Inspektor Harry Callahan? …Der war sicherlich hochqualifiziert!”

Pauli (langsam emotional in Fahrt kommend):„Das siehst Du alles zu eng. Eine Sicht aus der Position Deines Tiergeheges ist hier nicht angebracht. ....Ahnung....Ahnung....Wahrheit...., wen interessiert das im politischen Geschäft? ....In der Politik zählen Wallensteins Worte in der Tragödie von Friedrich Schiller

"Wer nicht vertrieben sein will, muss vertreiben;
Da herrscht der Streit, und nur die Stärke siegt!"

......Fahr mal ins ehemalige IMPERIUM ROMANUM und sieh Dich dort mal um, wer da alles ganz oben mitmischt und “Ahnung hat”. Da haben wir einen bekennenden Clown und dann noch den Testosteron-Mumien-Silvi, der immer wieder seinen Sargdeckel noch einmal lüftet und unerwartet über den LIMES gekrochen kommt. Obwohl man anerkennen muss, dass sich unser Silvi um die Emanzipation der europäischen Frauen wirklich verdient gemacht hat. .....Nicht nur der europäischen Frauen, .....sondern vor allem auch der nordafrikanischen. Hier hatte er immer ein „offenes Ohr“ für deren Sorgen und Nöte.

Kasperl:„Vor allem um die Rechte der Marokkanerinnen hat er sich immer gekümmert, habe ich gelesen.“

Pauli (im zynischen Tonfall):„In der Tat,....der hat wie Sankt Martin doch wirklich, im wahrsten Sinne des Wortes, sein letztes Hemd ausgezogen, damit die in Brot und Arbeit kommen, ganz gemäß Matthäus 25,40 wo da ungefähr steht
"Was ihr einem der geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan."
Es ist nicht fair, dass einige von denen diesen nun undankbar durch den Kakao ziehen.“

Kasperl (im nachdenklichen Tonfall):„Ja, so kann man das natürlich auch sehen.“

Pauli:„Ganz zu Schweigen von den Attika-Gesellen weiter südlich, welche Taxifahrer gewähren ließen, die parallel zu ihrem Fahrjob noch Blindenrente bezogen. Da muss man wirklich zugeben, dass deren Christopherusplakette auf dem Taxiarmaturenbrett erstklassige Arbeit geleistet hat. ..... Aber wen wundert das, wenn schon bei Matthäus 15,14 steht:

„Lasset sie fahren! Sie sind blinde Blindenleiter.“

Auch einige angestellte Gärtner in dortigen öffentlichen Betrieben, welche noch nicht einmal eine Grünfläche besaßen, sind beachtenswert. .......Und von alle dem hatten die politischen Führer dort keine Ahnung? ......Das ich nicht lache! ....Aber bleiben wir bei uns und sehen uns mal ewige Flughafen-Baustellen an, welche unplanmäßig Milliarden verschlingen, während anderswo in der Welt die Menschen verhungern und bei uns im Winter Obdachlose auf der Straße erfrieren. ...Von dem verschleuderten Geld könnte man Hunderttausend Kitaplätze finanzieren oder den Holzwurm im Gebälk sämtlicher Kirchen beseitigen. Dazu kommen noch Prestigeprojekte wie Konzerthäuser, Sportstadien, ...verschleudertes Landesvermögen durch dilettantische Entwicklungswahn Hysterien bei automobilen Traditionsrennstrecken in der Eifel,.... staatlich subventionierter Spaßbäderbau, mit späteren Eintrittspreisen, die keine kinderreiche Familie mehr bezahlen kann...... und U-Bahn-Bauten etc. in bereits fast insolventen Großstädten mit ständig sinkender Einwohnerzahl, die dem Steuerzahler kostenmäßig die “Haare vom Kopf fressen”. ......Und, was geschieht? .....Kümmert sich ein Politiker mit Ahnung darum? Muss einer der politisch Verantwortlichen dafür geradestehen? ...Und überhaupt, was soll man von Politikern denken, die vor laufenden Kameras sich im Karneval albern verkleiden oder Purzelbäume und Handstände machen, um zu demonstrieren, dass sie topfit sind und zudem die “Renten sicher”? ...Ganz zu Schweigen von den politischen Harakirigestalten, die sich mit gezücktem Stinkefinger auch noch stolz in den Medien ablichten lassen. ...Das kommt besonders gut rüber. ......Einige unterhalten das Wahlvolk auch in einer ÄTSCHI BÄTSCHI Kindergartensprache und wollen dem politischen Gegner AUF DIE FRE...hauen. .....Aber wen wundert das, wenn Lichtgestalten der gleichen Partei „lupenreine Demokraten“ überall dort diagnostizieren, wo keiner es je vermutet hätte. ....Und dann noch diese Kreißsaallegende von der Hardthöhe, die ständig in den Medien mit einer unzerstörbaren Schlachten erprobten 3-Wetter-Taftfriseur auftritt. .....Wobei ich bekennen muss, dass die mir irgendwie leid getan hat. Der und auch ihrer Nachfolgerin hat bzw. hatte man doch, vielleicht sogar mit Absicht, ein Ressort aufgedrückt, an welchem sich noch jeder verhoben hat. ...Ich würde zu gern mal, rein theoretisch betrachtet, deren Gesichter sehen, wenn die erfahren, dass man einen TORNADO aus Versehen mit Biodiesel vollgetankt hat,...oder wenn die, rein theoretisch natürlich, auf einem Schießplatz an einer Ausbildungsstunde teilnehmen dürfen, wo die Rekruten ersatzweise laut “PENG PENG" oder "BUMM DETONATION” rufen müssen, weil irgendwann in ferner Zukunft, rein theoretisch natürlich, kein Geld für die Übungsmunition mehr da ist. ........Auch nicht zu verachten ist die wundersame Reparaturkosten Explosion beim gruseligen und maroden Schulschiff "Gorch Schrott", bei dem es schon bei Windstärke 2 gefährlich im antiken Klüverbaum knistert und jedem Leichtmatrosen klar wird, warum im Wort Windjammer das Wort Jammer enthalten ist. ........Wobei mir noch das wilde und üble Gerücht einfällt, dass die mal angeblich schwarz angestrichene Besenstiele an Panzerfahrzeuge montiert haben sollen, da keine Bordbewaffnung vorhanden war und das die gelben Engel des ADAC angeblich nun die Hubschrauberpiloten ausbilden. ......In der Tat, mit solchen Aktionen von Gelbwesten würde sich selbst Macron einverstanden erklären. ...... Das alles ist natürlich nicht verwunderlich, wenn das andere kaum glaubhafte Gerücht stimmt, dass für die Kraftfahrzeuge von Y-Tours weltweit die Regeln der deutschen Abgasuntersuchung gelten und Fahrzeuge in den Camps angeblich, rein theoretisch natürlich, stillgelegt werden müssen, wenn die AU-Normen nicht erfüllt werden. Das muss man sich mal vorstellen, ...die können dann ihre Fahrzeuge, rein theoretisch natürlich, nicht mehr verwenden, wenn sie von vollbärtigen Schwarzturbanträgern beschossen werden. ...Tja dann hilft nur noch DUCK AND COVER und ein fester Glauben an unseren Herrn. ...Aber vielleicht können die ihre Fahrzeuge ohnehin nicht gebrauchen, da für diese irgendwelche Selbstreparaturverzichtserklärungen mit den Waffenherstellern vereinbart wurden, was theoretisch vielleicht sogar manchmal ein Verbot selbst des Zuschauens bei Reparaturarbeiten mit einschließt. .... Wobei man gerechterweise auch feststellen muss, dass mit den eben angesprochenen AU-Regeln zumindest unser Weltklima erfolgreich am Hindukusch verteidigt würde. ....Gegenzurechnen wären hier aber rein theoretische Moorbrände, entstanden durch Raketenbeschuss im eigenen Land, die rein theoretisch nicht rechtzeitig gelöscht werden können, da die Löschraupen kaputt waren. Insgesamt also eine nicht ganz ausgewogene CO2 Bilanz........."

Kasperl (den Redeschwall unterbrechend):„......Was ist eigentlich die Aufgabe der Bundeswehr?"

Pauli:„Meiner persönlichen Kenntnis nach, sollen die den Feind mindestens so lange aufhalten, bis die Armee da ist. Wenn man aber die heilige Schrift befragt, dann steht dort unter Jeremia 46,4:....

"Spannt Rosse an, lasst Reiter aufsitzen, setzt die Helme auf, schärft die Spieße und zieht den Panzer an"....

..was bezüglich dem Panzer natürlich nichts anderes bedeutet, als das dieser zu tarnen ist, sodass ihn der Feind im Gelände nicht gleich sieht."

Kasperl:„Und was ist bei denen eigentlich ein Spieß? Davon reden die immer und machen über den dumme Witze."

Pauli:„Was für Fragen mein Sohn! Hast Du eigentlich nicht gedient? In der Bibel unter Sprüche 25,18 steht hierzu doch klar und deutlich:

"Wer wider seinen Nächsten falsch Zeugnis redet, der ist ein Spieß"

..usw. usw. ......, aber ich war noch nicht fertig, denn da fällt mir noch einer ein, der öffentlich dazu aufgefordert hat doch endlich ZEITREISEN zu erforschen, was nur noch durch die Anfrage eines MdB Abgeordneten getoppt wurde, welcher von der Bundesregierung wissen wollte, welche Pläne diese für einen erstmaligen Kontakt mit Außerirdischen eigentlich hätte. ....Nicht zu vergessen Diejenigen, welche ängstlich ihr Mobiltelefon, 24 Stunden rund um die Uhr nicht aus den Augen lassen, um ja keinen Anruf vom Élysée-Palast zu verpassen, von dem man laufend ungeduldige neue Anweisung zur Auflage von EUROBOND-Anleihen erhält....Fast hätte ich jetzt noch diese süddeutsche Oper vergessen, welche mit Stand 2020 für ungefähr 1.000.000.000 Euro saniert werden soll und diesen einen Spitzenpolitiker, dessen Qualitätsmanagement den Steuerzahler wahrscheinlich ca. 560.000.000 Euro Schadenersatz kosten wird, da Verträge abgeschlossen wurden, bevor man die Entscheidung der Gerichte hierzu abgewartet hat. ...Hossa!..Hossa!...Bleibt da nur zu sagen. ....Immer raus mit der Kohle! .....Ich frage mich was eigentlich eine Friseuse dazu sagen würde, wenn diese dies alles hört und gleichzeitig über ihren Rentenbescheid erfährt, dass sie von ihrer zukünftigen Rente nach 45 Berufsjahren nicht leben kann. ....Na ja, vielleicht schenkt ihr die Oper ja als Ausgleich eine ermäßigte Eintrittskarte für Verdis RIGOLETTO. .......Umbaukosten in solcher astronomischen Kostenhöhe sind kein Problem, aber eine Familie muss im Fernsehen um Spenden für ihr schwer erkranktes Kind betteln, weil die Krankenkassen ein teures Medikament dagegen nicht bezahlen wollen. ......Was ist das für ein Staat, in dem Kunst und Kultur mehr wert ist als ein Menschenleben? .....Das ist ja wie im alten Rom! .....Und dann wundern sich einige noch über seltsame Ergebnisse bei Bundestagswahlen. ....Wo kommt nur all der Frust der Wähler her? ....Rätsel über Rätsel! ....Also, ich wundere mich über gar nichts mehr. .......Diese ganze Politikerkaste, die nimmt doch keiner mehr für voll. ...Viele von denen leben in einem mentalen Paralleluniversum zu dem nur sie alleine Zutritt haben."

Kasperl:„ Wer macht denn so etwas? ...Verträge unterschreiben bevor die Gerichte entschieden haben. ....Das ist doch total bescheuert! Ich bestelle ja auch keine Euro-Paletten voller Bananen für ein zukünftiges Affengehege, bevor geklärt ist,ob die Affen überhaupt zu uns kommen dürfen und bevor ich nicht die schriftliche Zustimmung meines Zoodirektors dazu habe."

Pauli (nachdenklich den Kopf zurücklegend und sich am Kinn kratzend):„ Was hast Du soeben gesagt? ....Bescheuert...
...Ich glaube, das ist die dem Vorfall angemessene Bezeichnung für diese politische Meisterleistung! .....Und was man mit diesem Geld alles hätte machen können? ....Dafür hätte man ca. 5.600.000 Kindern und Erwachsenen in Afrika eine Graue-Star-Operation unter Vollnarkose finanzieren können. Eine Operation, welche deren Augenlicht gerettet hätte."

Kasperl (mit vorgehaltener Hand):„Ich habe gehört, dass bei denen in Brüssel auch ordentlich gepichelt wird. Ein Reporter hat schon als Europahymne WHAT SHALL WE DO WITH THE DRUNKEN SAILOR vorgeschlagen.”

Pauli (mit nachdenklichem Gesicht):„Tja, hier muss man vorsichtig sein. ....Das mit dem "einen über den Durst trinken" ist so eine Sache. Das ist schon seit über 2000 Jahren bekannt und auch bei LUKAS 7,34 steht schon geschrieben:"Der Mensch ist ein Fresser und Weinsäufer" und SPRÜCHE 23,21 weist mit "die Säufer und Schlemmer verarmen" auf die schrecklichen Konsequenzen hin. ..... Es wird viel erzählt in der heutigen Zeit, bei dem man nicht weis, was ist wahr und was ist falsch. ....Was bei einem Politiker aber brandgefährlich werden kann, ist, dass dieser plötzlich meint, Ahnung von Wirtschaftspolitik zu haben, nur weil er regelmäßig abends in der Kneipe sitzt. .............Grundsätzlich gilt aber: "Lieber ein kosmopolitisch denkender europaweit bekannter Säufer, als ein am Nationalstaat klebender anonymer Alkoholiker". ....... Viele Fakenews sind im Umlauf. ...Ich gebe aber zu, dass dort einige Gesellen und Gesellinnen sitzen, die munter nach der Devise leben:

"UND IST DER RUF ERST EINMAL RUINIERT,DANN LEBT SICH VÖLLIG UNGENIERT!”

Wobei mir hierzu noch Sprüche 20.1 einfällt, wo da steht:

"Der Wein macht lose Leute, und starkes Getränk macht wild.Wer dazu Lust hat, wird nimmer weise."

Auch unter Jesaja 56.12 findet man etwas zum Thema. Dort steht sogar ausdrücklich geschrieben:

"Kommt her, lasst uns Wein holen und uns vollsaufen."

Kasperl:„Was ist den mit dem, den die Mr. Rotwein nennen, ....also der mit dem Ischias Nerv? Das ist doch ein ganz hohes Tier, oder?“

Pauli (nachdenklich den Kopf zurücklegend):„Du meinst die Affäre Châteauneuf-du-Pape?“

Kasperl:„Die was?“

Pauli:„Die Affäre Châteauneuf-du-Pape! .....Sag bloß, Du kennst die nicht?“

Kasperl:„Ach die. Kommt mir jetzt doch bekannt vor.“

Pauli (schmunzelnd):„So so, die kommt Dir also bekannt vor. ....Das kann nur gar nicht sein, da ich diese soeben erfunden habe!"

Kasperl:„Hä? .......Was sollte das denn nun wieder?"

Pauli:„ Ich wette, dass Du diesen Begriff in Zukunft mit einem gewissen Politiker gedanklich immer automatisch in Zusammenhang bringen wirst und an eine Affäre glaubst, die es gar nicht gegeben hat. Dies nur als kleines Propaganda Kabinettstück an dieser Stelle, damit Du siehst wie schnell man den guten Leumund eines Politikers durch Gerüchte oder banale substanzlose Andeutungen beschädigen kann. Man muss nur irgendeinen Quatsch etwas öfter in den Medien behaupten, völlig unabhängig vom Wahrheitswert,und kann sich gewiss sein, dass selbst nach Gegendarstellungen und Dementi trotzdem immer etwas Negatives an der Person hängen bleibt. Deswegen sollte sich ein Politiker immer sehr gut überlegen, ob er z. B. gerichtlich gegen eine Lüge vorgeht, oder ob es nicht weiser ist diese zu überhören und gar nicht darauf zu reagieren."

Kasperl:„Das ist ja wie bei uns im Tierpark. Je mehr man in den Exkrementen mancher Tiere wühlt, umso mehr stinken diese. ......Dann stimmt das doch, was mein Arbeitskollege mal gesagt hat, nämlich

"Politik ist unblutiger Krieg, und Krieg ist blutige Politik."

.......Ein Grund mehr für mich, kein Politiker zu werden!"

Pauli:„Das hat nicht Dein Arbeitskollege gesagt, sondern Mao Tse-Tung! ......Gut,lassen wir das lieber. ....Wo waren wir stehen geblieben? ....Äh,ja. .....Zurück zum Thema Politikerkaste. ......Es scheint, als würde ganz Europa mittlerweile von mumien- und possenhaften Pseudopolitstrategen regiert, welche nach der Karl-Marx-Devise handeln:

..."GEWINNE PRIVATISIEREN UND VERLUSTE SOZIALISIEREN."

....Und von Wahrheit ist da europaweit nichts zu sehen. ....Das ist doch unglaublich, dass da Europa-Abgeordnete morgens früh zum Plenarsaal schlurfen, sich dort Ihre Teilnahme an der Parlamentssitzung durch Eintragung in die Anwesenheitsliste bestätigen lassen, damit das Tagegeld in Höhe von 304 Euro steuerfrei kassieren und gleich nach der Registrierung wieder abhauen.”

Kasperl:„Nee, aber das war doch schon immer so, dass unsere Volksvertreter die Steuergelder sinnlos verschleudern dürfen, ohne das man diese dafür später zur Rechenschaft ziehen kann. ....Nebenbei, ich habe mal gelesen, dass es keine Lüge ist, die Wahrheit, also zum Beispiel, dass man selber keine Ahnung hat, für sich zu behalten!”

Pauli:„Wow! Langsam fällt bei Dir der Groschen! ......Nebenbei mal so gefragt, wie oft warst Du in Deinem Leben eigentlich in einem staatlich subventionierten Theater bzw. in einer Philharmonie?”

Kasperl:„Als “Peterchens Mondfahrt” gespielt wurde, haben mich meine Eltern mal mitgenommen. .....Aber das ist lange her. ......Und mit meiner Schulklasse musste ich mir auch mal was ansehen.”

Pauli:„Tja, dann mach Dir mal Gedanken darüber, inwieweit sich diese Subventionen rechtfertigen. .....Frag mal in Deinem Bekanntenkreis herum, wer schon einmal zum Originalpreis an so einer Veranstaltung teilgenommen hat und ob die Teilnahme an einem solchen Event entscheidenden Einfluss auf sein späteres demokratisches Wahlverhalten hatte. .....Es ergibt sich doch hier die Frage, welchen produktiven Sinn Kultursubventionen haben.”

Kasperl (frech den Wortschwall Paulis unterbrechend):„Ich verstehe nicht, was das jetzt mit meinem Problem zu tun hat, Herr Pauli. Wir sollten hier doch nicht von “Hölzchen auf Stöckchen” kommen.”

Pauli (leicht frustriert vor sich hingrummelnd):„Ich versteh das auch nicht,....ist mir gerade so eingefallen,....aber denk mal darüber nach. Kann nicht schaden. ....Irgendwie habe ich das Gefühl, wir leben alle mittlerweile im Zeitalter des ausufernden Teil selbst verschuldeten Depressionismus.”

Kasperl (ungehalten):„Ja, was mache ich denn nun, wenn die Fernsehsender nicht locker lassen und Felix sprechen wollen?”

Pauli (leicht genervt):„Ja woher soll ich das wissen? .......Ich habe den Unsinn nicht verzapft! .......Das Problem ist hier auch, dass wir nicht wissen, ob die Pressefritzen nun wirklich glauben, dass Felix Baumfreund wie ein Tapanuli-Orang-Utan aussieht, oder ob die schon davon ausgehen, dass das eher ein Avatargesicht ist. .....Wobei es natürlich möglich ist, dass Felix wahrscheinlich besser als so mancher Politstratege aussieht und im Fernsehn gut rüber käme. .....Nur mit der menschlichen Sprache wird Felix so seine Probleme haben, ........wobei hier wieder zu berücksichtigen ist, dass man das Genuschel von so manchem Politiker auch nicht versteht und selbst wenn manche deutlich sprechen, versteht man oft nicht, was die überhaupt aussagen wollen.”

Kasperl (verzweifelt):„Irgendwie traue ich mir so etwas gar nicht zu. .......Ich muss doch auch daran denken, was die Leute mal später über mich schwätzen, .....oder nicht?"

Pauli:„”Paperlapapp! Als Mann aus dem Volk, brauchst Du nur die absolute Selbstsicherheit bei gleichzeitig absoluter Ahnungslosigkeit! .......Du baust Dir, wenn es mal so weit ist, einfach einen qualifizierten Beraterstamm auf und delegierst alle problematischen Sachen an diesen. Die machen das dann schon für Dich. Schreiben Dir die Reden usw. ..... Nebenbei angemerkt, wenn Du als Politiker später im geschichtlichen Rückblick selbst ernannter Historiker z. B. als "Pfeife" bezeichnet wirst, so musst Du Dich nicht darüber grämen, denn die meisten Deiner Wähler waren es auch
und schließlich sollen in der repräsentativen Demokratie die Politiker ja den Charakter Ihrer Wähler reflektieren."

Kasperl:„Aber das ist doch alles unehrlich und nicht die Wahrheit!”

Pauli (laut,mit erregter Stimme):„Wahrheit, Wahrheit?....Was ist Wahrheit?...Du musst Dich als Politiker entscheiden, ob Du ehrlich sein möchtest, oder ob Du Karriere machen möchtest. Beides geht nicht zusammen!... Weist Du eigentlich, was in Johannes 8,45 steht? ...Da steht:

„Weil ich die Wahrheit sage, glaubet ihr mir nicht."

Das sagt doch wohl alles! ....Wer will denn die Wahrheit hören? ....Wir leben in einem postfaktischen Zeitalter. ...Wenn Du als Politiker den Leuten die Wahrheit sagst, dann gilt nach 2.Timotheus 4,4:

„Sie werden die Ohren von der Wahrheit wenden und sich zu Fabeln kehren.”

Du erreichst genau das Gegenteil von dem, was Du mit Deiner Wahrheitsliebe erreichen wolltest.
Nebenbei sagte schon damals Niccoló Machiavelli zu diesem Thema so oder so ähnlich:

“Ein Mensch, der es darauf anlegt, in allen Dingen moralisch gut zu handeln, wird unter einem Haufen, der sich daran nicht kehrt, zu Grunde gehen”.

Frag mal PLATON, was der schon vor über 2000 Jahren für Schwierigkeiten mit der “Wahrheitsliebe” der griechischen Sophisten hatte. Einer postfaktischen Rhetorikertruppe gegen die selbst unsere heutigen besten politischen Redner nur “arme Würstchen” sind. Diese erschufen sich ihre eigenen Realitäten, da sie glaubten, selbst das Maß aller Dinge zu sein. Am Montag propagierten sie ihre Meinung A, am Dienstag Meinung B und am Mittwoch bequasselten die ihre Zuhörer so lange, bis die fest davon überzeugt waren, dass der Sophist schon immer nur Meinung C vertreten hätte. ......Und was haben wir heute an rhetorischen Talenten? ...Männliche und weibliche Verbal-Djangos, ganz nach der Devise: "Plattitüden pflastern ihren Weg".”

Kasperl:„Was ist denn “postfaktisch" und was macht den Politiker dann eigentlich aus?"

Pauli (innerlich aufstöhnend):„Stell Dir vor, Du siehst in einem Raum an einer Wand ein Bild im Holzrahmen mit dem “Schiefen Turm von Pisa”. Wenn Du den Bilderrahmen so lange zu einer Seite drehst, bis der Bilderrahmen schief, der Turm aber kerzengerade steht,......ist der Turm dann gerade oder schief?”

Kasperl:„Der ist dann gerade.”

Pauli:„Siehst Du, das ist postfaktisch. .....Und weist Du, was das Schöne am Postfaktischen ist, ........wobei wir wieder beim Thema wären?”

Kasperl:„Nein!”

Pauli:„Wenn Du das Postfaktische beherrschst, kannst Du sogar Präsident werden.”

Kasperl:„Auch Bischof?”

Pauli:„Nun werde mal nicht frech! Sonst breche ich das Ganze hier ab! ....Aber noch einmal zurück zu Deiner Frage, was eigentlich das Wesen des Politikers ist. ....Also, äh....ein erfolgreicher Politiker ist eine selbst ernannte oft einsame
Kampfmaschine, welche im Außenverhältnis zwischen Expertentum und Dilettantismus permanent oszilliert und im Innenverhältnis als Hauptaufgabe die Bekämpfung des jeweiligen politischen Gegners hat. Sein wichtigstes Überlebenselixier ist u. a. seine zeitlich gut geplante wohlproportionierte Situationsamnesie."

Kasperl:„Kann ein Politiker überhaupt jemals ein gläubiger Diener des Herrn sein?"

Pauli:„Selbstverständlich! Er kann sogar einen Heiligenschein ergattern, wenn er öffentlich die Wahrheit verkündet, dass grundsätzlich kein Geld für irgendetwas da ist. Was natürlich zur Folge hat, dass er kurz danach zum Märtyrer wird, da ihn keiner danach mehr wählt."

Kasperl (sich die Haare raufend mit verzweifelter Stimme):„Ja aber ich weiß ja noch nicht einmal, wen ich bei der nächsten Wahl wählen soll. Am liebsten würde ich gar nicht wählen gehen."

Pauli:„Wer nicht wählt, wählt rechts!"

Kasperl:„Und wenn man wählen geht?"

Pauli: „Dann wählt man immer das Falsche."

Kasperl:„Das ist ja ein Dilemma."

Pauli:„Mehr eine Krise der Demokratie bzw. des parlamentarischen Systems und deswegen wählt man immer das mildeste aller zur Auswahl stehenden Übel."

Kasperl:„Und was bedeuten denn die Flaggen-Farben, die die immer in den Nachrichten und diesen Polit-Talkshows erwähnen. Z. B. Jamaika? Da steht doch jede der Flaggenfarben GRÜN GELB SCHWARZ für eine andere Partei, oder? Was haben die Farbtöne denn mit den dazugehörigen Parteien überhaupt zu tun und wie soll man sich dies alles merken?"

Pauli:„Das merkst Du Dir am besten wie folgt. .......ROT ist in der Natur eine Warnfarbe. Da lässt man grundsätzlich die Finger von, sonst bekommst Du Ärger mit dem lieben Gott. Egal in welcher Stärke und Schattierung man diese vorfindet. Die ROTEN sind weltweit gescheitert. Wie soll das auch wirtschaftlich funktionieren, wenn man der eigenen Ideologie wegen grundsätzlich nur r o t e Zahlen schreiben darf. .........GRÜN sind die Kronen der Bäume. Solange es Sommer ist, sieht der Baum gesund und prachtvoll aus. Regelmäßig im Winter aber schmeißt er seine Blätter auf den Bürgersteig, die andere dann wegfegen bzw. deren Beseitigung bezahlen müssen. Sobald es mal kräftig stürmt brechen auch noch die morschen Äste ab, geschwächt von so manchen in den Wipfeln gebauten Baumhäusern und fallen den Fußgängern auch noch auf den Kopf. Spätestens dann wachen einige Verletzte auf, aber nicht alle. Die warten dann wieder ab, bis es wieder Sommer wird. .....Und befragt man eine Hauptwurzel des Baumes danach, was die Farbe GRÜN eigentlich realpolitisch bedeutet, dann erhält man mit einem fast philosophisch religiös verklärtem Gesichtsausdruck salbungsvoll mitgeteilt, dass nach Ansicht einiger Baum-Lichtgestalten die Farbe GRÜN eine zeitgemäße Farbform wie keine andere ist, welche eine quasi osmotische Verbindung zur Realität herstellt, wo progressive Kräfte rein diffundieren wie durch eine Zellmembran..... usw...usw. Wahrlich, selbst unser Primus inter Pares könnte es in einer Enzyklika nicht schöner so formulieren, dass den Sinn dieser Aussage mit Sicherheit garantiert kaum jemand versteht. .....GELB steht für eine durch leichte Gelbsucht haut mäßig verfärbte Giraffe, welche von weit oben auf die anderen Tiere und Farben manchmal leicht arrogant wirkend herabblickt und eine Reihe von braunen Flecken hat, also eine ärgerliche
Pigmentstörung die zu Fehlinterpretationen führt, für die das Tier nichts kann und bei der man nicht weiß, ob hier die Natur ursprünglich nicht mal eher sogar kleine blaue Farbkleckse vorgesehen hatte, was natürlich auch wieder zu Diskussionen führen würde, denn wer findet schon eine gelb weiß blaue Giraffe schön. ....Also das Tier hat das Problem des Herrn Tur Tur, des Scheinriesen, der von weitem riesig groß kräftig und bedeutend erscheint, bei näherem Herangehen aber irgendwie in der Farbpalette verschwindet und nur dann und wann wieder zaghaft auftaucht und sich bei diesen Gelegenheiten manchmal durch Verhaltensauffälligkeiten, die bei Teilen der Farbpalette gar nicht gut ankommen, schlecht verkauft. ....Die Giraffe blickt aufgrund ihrer Körpergröße
über die vorgenannten grünen Baumwipfel hinweg, ist zahlenmäßig in der Savanne unterrepräsentiert und fällt den Millionen andersfarbigen Tieren, welche dort leben nur wegen ihrer Körpergröße auf, wenn sich so eine Giraffe einmal bewegt. Wäre sie kleiner gebaut, würde sie dort leicht vollends übersehen werden, da sie ihre gelb, weißlich bräunlich getupfte Haut-Tarnfarbe optisch in der Savanne oft fast unsichtbar macht. Dadurch, dass sie über die Baumspitzen hinwegsehen kann, hat diese einen Vorteil in der gnadenlosen Härte der Savanne. Sie kann Gefahren schon von weitem erkennen und sich rechtzeitig, noch vor allen kleineren Tieren aus dem Staub machen, also wenn wir das mal in die politische Realität transferieren, z.B. besser nicht regieren als falsch regieren. .... Diesen Vorteil nutzt diese geschickt aus und sichert so ihr Überleben. ...Manchmal schleicht sich von hinten auch ein graubrauner böser karnivorer Wolf mit blauen Augen an die Giraffe an, um sich mit dieser scheinheilig uneingeladen zu fraternisieren, indem er die Giraffe, überraschend für alle anderen herbivoren Tiere, auf dem großen Savannen-Konzil der Tiere erfolgreich zum Leittier vorschlägt, obwohl sein Rudel bereits selbst einen anderen Wolf als Kandidaten dafür vorgesehen hatte. ...Die Giraffe, offensichtlich völlig übermannt von diesem Vorschlag ihrer blauäugigen Steigbügelhalter Leittier zu werden, nimmt die Wahl auch noch an, vielleicht weil diese zu überrascht ist, um in dieser Situation anders zu reagieren. ....Das sorgt dann bei den anderen Konzilsteilnehmer zunächst für Verwirrung und dann zu schwerer Verärgerung, da für diese unverständlich ist, wie ein friedlicher Pflanzenfresser sich von Fleischfressern zum Leittier wählen lassen kann. Laut skandieren diese dann in Sprechchören:

"Verrieten uns die Affen?
Nein! Es waren Giraffen!"

.......SCHWARZ steht für einen schwärzlichen Putzerfisch, der die Scheiben im Aquarium für den wohlhabenden Aquarium Besitzer regelmäßig so sauber von innen säubert, dass der reiche Eigentümer des Aquariums problemlos durchsehen kann. Aus Dankbarkeit und zum Ansporn wirft der Eigentümer immer wieder Nahrungsspenden ins Aquarium. Manchmal kommen diese Spenden auch wie aus Zauberhand durch die Luft geflogen, klatschen laut ins Becken und keiner der Putzerfische will sich schon nach kurzer Zeit mehr daran erinnern können, woher das Fischfutter stammte. .......Und bei BRAUN musst Du höllisch aufpassen, dass Du nicht reintritts. Das Zeug bekommst Du von den Schuhsohlen oft nicht mehr los. Wenn es sich erst einmal in den Rillen der Sohle festgesetzt hat, kann es sich dort gut fest krallen und lange Zeit alles kontaminieren. ..........BLAU ist manchmal getarntes BRAUN, tritt aber auch als helles SCHWARZ auf und leuchtet überall dort auf, wo die anderen Farben ein Vakuum hinterlassen haben. ......Zur Farbpalette der Savanne ist allgemein folgendes noch anzumerken: ....Es gibt Farben die stehen für die Verbreitung alternativer Fakten und einfacher Lösungsvorschläge, die auch in den postfaktischen und bildungsfernen Regionen der Savanne noch bei kleinen und großen Savannen Bewohnern begeistert Gehör finden. In einigen Teilgebieten der Savanne hat sich der Boden schon ordentlich verfärbt. Wie Geparden liegen manchmal einfarbige Karnivore im Gebüsch vor einem großen Wasserloch in der Savanne auf der Lauer und warten geduldig ab, dass sich ein andersfarbiger Savannen Bewohner dort zum Trinken niederlasst. .....Und eins ist sicher, irgendwann muss jeder mal was trinken. ....Dem Durstigen kann also nur geraten werden, besonders am Wasserloch die Augen vor dem Trinken immer erst misstrauisch nach allen Seiten schweifen zu lassen."

Kasperl (kleinlaut das Thema wechselnd):„Wie läuft denn so ein Tag als Abgeordneter ab? Ich kann mir das gar nicht richtig vorstellen.”

Pauli:„ Also, das ist ungefähr so:

5 Uhr: In der Früh klingelt der Wecker. Du springst in Deine Designer Klamotten und lässt Dich vom Taxi oder Deinem Chauffeur zum Flughafen fahren. Unterwegs trinkst Du Deinen Café to go, einen gummiartigen Salz-Brezel aus dem Flughafen Store und ordnest Deine Kleidung.

07:30 Uhr: Du bist in Deinem Berliner Büro. Unterwegs hast Du natürlich schon die FAZ gelesen und den SPIEGEL durchgeblättert. Im Büro brieft Dich Deine Sekretärin, was an diesem Tag so anliegt. Meistens wollen Dich irgendwelche Lobbyisten sprechen. Da kommst Du leider nicht dran vorbei, da manche von denen ja Deinen Wahlkampf gesponsert haben.

9 Uhr: Die erste Lobbyisten Truppe steht auf der Matte und verlangt von Dir, dass Du als Gesundheitsminister dafür sorgst, dass irgendwo ein Windkraftwerk abgeschaltet wird, da die dortigen Anwohner den Infraschall nicht mehr aushielten und reihenweise krank würden. Oft sind es die gleichen Spezies, welche 2 Jahre vorher selbst WINDKRAFT STATT ATOMKRAFT dort geschrien haben. Aber darüber musst Du Dich nicht wundern, das ist im politischen Prozess normal.

10:30 Uhr: Ausschusssitzung

12 Uhr: Ein Lobbyist der Energiewirtschaft begehrt Einlass und Gehör. Dieser beklagt sich über mangelnde Planungssicherheit beim Bau von Kohlekraftwerken, da man wegen der einstweiligen Verfügung eines Gerichts in Kusemukel ein Milliarden Euro teures Kohlekraftwerk stillgelegt hätte, da einem Umweltschützer plötzlich aufgefallen wäre, dass bei der ehemaligen Kraftwerksplanung die Rechte einer dort brütenden Kohlmeise nicht ausreichend berücksichtigt worden wären.
Den kannst Du Dir aber erst mal dadurch vom Hals halten, indem Du auf die Prüfungspflicht Deiner Ressortzuständigkeit hinweist.

12:30 bis 13 Uhr: Gemeinsames Geschäftsessen, auf Kosten des Steuerzahlers, mit dem Umweltminister in einem ortsnahen Brauhaus, mit Diskussion um die jeweiligen Ressortgrenzen.

13:15 Uhr: Kurzvortrag im neuen Kristallpalast einer Krankenkasse mit dem Titel:

ARM ABER GESUND,
DER KASSENPATIENT IM SPIEGEL
DES INSOLVENZRECHTS.

14 Uhr: Begrüßung einer Freundschaftsdelegation in Form der Ärztetruppe „ÄRZTE OHNE GEHALT“ aus Burkina Faso.

14:15 Uhr: Empfang der Glyphosat Task-Force Konflikt Arbeitsgruppe, welche bis zum Jahr 2040 Lösungsvorschläge erarbeiten soll, damit diese dann 2040 an einen Ausschuss weitergeleitet werden können.

15 Uhr: Vortrag in der Charité mit dem Titel:

WIR KREUZFAHREN VOR MADAGASKAR
UND HOLEN UNS WAS AN BORD.
Wie wichtig ist der Pockenschutz?

15:30 Uhr: Übernahme der Schirmherrschaft im Rahmen eines Sektempfangs zur Renaissance der TRIMM DICH Bewegung unter dem Motto

HUND UND GESUND!
MIT DEM MOPS
DURCH WALD UND WIESE!

16 Uhr: Wieder Lobbyistenempfang. Diesmal eine erzürnte Gewerkschaftsdelegation, die lautstark die Gefährdung von 100 Arbeitsplätzen anprangert, weil man in Kusemukel gerichtlich ein Kraftwerk vom Netz genommen hat.
Wirst Du mit dem gleichen Einwand der Ressortzuständigkeitsprüfung kurzfristig aber wieder los.

17 Uhr: Auch nicht zuständig bist Du für die Selbstjustiz-Selbsthilfegruppe "KRITISCHE S-BAHNFAHRER-DEUTSCHLAND", welche Dir ungefragt im Vorraum Deines Bundestagsbüros auflauern und von einem mitgebrachten Gettoblaster plötzlich das Lied von Irene Kicher abspielen:

„GNADENLOS IM ÖPNV
PFEFFERSPRAY BRAUCHT DIE FRAU!

GNADENLOS DURCH DIE NACHT.
SIEH WAS DER TASER
MIT GRAPSCHERN MACHT!

ICH DREH IHN DURCH DIE MÜHLE
TAUSEND GLÜCKSGEFÜHLE....
GNADENLOS..."

Diese ängstlichen Verkehrsquerulanten, welche Dich manchmal bis auf die Bundestagstoilette verfolgen, verweist Du direkt auf die Zuständigkeit des Innenministers. ….Das ist überhaupt das Wichtigste Überlebenskonzept für Dich als zukünftiger Politiker, dass Du Dich aus allem so gut es geht raus hältst und einem anderen Minister zuschusterst.…Das Einzige, was Du in so einer Situation tust, ist, dass Du bei der Pförtnerei sofort nachfragst, wer die eigentlich ins Haus gelassen hat.

Ja und so gegen 21 Uhr steigst Du wieder in Deinen Heimatflieger und kehrst nach Hause zurück, um am folgenden Tag wieder um 5 Uhr aufzustehen......... Und so weiter und so weiter..... .

Und noch eins!

Wer viel arbeitet, macht viele Fehler. Wer nicht arbeitet, macht keine Fehler. ........Wer wird normalerweise befördert und ist der Vorgesetzten Liebling?. ....Na?. ...Der, der keine Fehler macht!
Darum merke Dir für Deine zukünftige Tätigkeit als Spitzenpolitiker:

„Sei auf der Hut!
Karriere macht oft nur der,
der schlau ist und wenig tut.”

Das darfst Du natürlich nicht zu auffällig machen. .... Wichtig ist, dass Deine Wähler glauben, dass Du für diese ackers wie ein Pferd. .....Es bringt für einen zukünftigen Spitzenpolitiker aber nicht viel, wenn er im Regen an Wahlständen in seinem Wahlkreis herumlungert und an uninteressierte und manchmal sogar aggressive Bürger Werbekugelschreiber verschenkt. ........Du musst also besser und effektiver ständig in der Presse, im Internet, im Rundfunk und in TV Talkshows präsent sein und dort um die jeweils zur Diskussion stehenden aktuellen Themen geschickt pseudogescheit herum labern. .......Hierbei ist es wichtig, dass Du Dich vor laufenden Mikrofonen und Kameras bei einem Interview bloß nicht eindeutig äußerst und festlegst. Man sagt zwar, dass der Politiker klare Kante reden soll, aber das stimmt nur so lange die klare Kante eine heimliche stumpfe Ecke bleibt. Jede Aussage von Dir wird Dir jahrelang hinterhergetragen. .........Die Medien und das Internet vergessen nie was Du einmal gesagt hast. .....Also nie sagen:

„Ich bin hier der klaren Meinung das,....”

sondern.......

„Die von Ihnen angesprochenen Probleme werden zu gegebener Zeit Gegenstand intensiver weiterer Untersuchungen, Diskussionen mit unserem Koalitionspartner und auch parteiinterner Erörterungen sein. Ich bitte um Verständnis dass ich den zukünftigen Ergebnissen dieser Konsultationen zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgreifen kann.
Und noch eins:
Schon seit Gaius Iulius Caesar den Galliern auf den Pelz rückte, galt auch seine Devise bezüglich der aufmüpfigen gallischen Häuptlinge:

DIVIDE ET IMPERA!

Also säe Zwietracht unter den geeinten Feinden Roms, damit diese sich zunächst gegenseitig bekämpfen und aufspalten.
Um die, welche nach diesen internen Schlachten geschwächt übrig blieben, konnten sich dann die römischen Legionen entspannt kümmern. Also auf Deutsch: Hetze den politischen Gegner gegen sich selbst so auf, dass dieser sich in Untergruppen aufspaltet, welche sich dann zunächst gegenseitig bekämpfen.
Das schafft man besonders schnell, wenn man vor laufenden Kameras z. B. äußert, dass Frau/Herr XY der gegnerischen
Partei doch der anscheinend einzige ernst zunehmende und ebenbürtiger Mitbewerber für das Kanzleramt ist. Dies führt dann sofort innerhalb der anderen Partei zur verfrühten Diskussion der dortigen Kanzlerfrage und zu gekränkten Eifersüchteleien und unschönen öffentlichen Neiddebatten. Geschickt ist es auch, wenn man z. B. als amtierender Außenminister die o. g. Person XY der Mitbewerberpartei auch noch erfolgreich so spontan zur Teilnahme an einer Auslandsreise einlädt, dass es dieser fast unmöglich ist, sich vorher mit der eigenen Parteiführung darüber abzustimmen. Dadurch erhalten diese in der Öffentlichkeit ein ganz anderes Gewicht.
Die Optionen, welche sich dem Zwietrachtsäer bieten sind, schier unerschöpflich. ….Nehmen wir einmal an, wir hätten den Zustand einer nationalen Gesundheitskatastrophe und irgendein Landes-Oppositionspolitiker bzw. Landtagspolitiker einer chronisch chancenlosen Partei 2 auf Landesebene möchte, dass sich die regierende Schwester-Parteiengemeinschaft 1 auf Bundesebene so richtig vor den Bundestagswahlen noch einmal entzweit. .....Na, wie macht man das?. ....Wenn zudem noch zwei Spitzenpolitiker dieser regierenden Parteiengemeinschaft 1 einen unerklärten Wettkampf um die zukünftige Bundeskanzlerschaft führen, kann der Zwietrachtsäer aus Landes-Oppositionskreisen der Partei 2 in Presseinterviews einfach mal laut und deutlich darauf hinweisen, dass die Anti-Katastrophen-Strategie des Ministerpräsidenten X weitaus angemessener und zielführender ist, als die Strategie dessen politischen Freundes dem Ministerpräsidenten Y. ....Spätestens nach dieser Äußerung können dadurch parteiinterne Diskussionen beim politischen Gegner provoziert werden, welche politische Zweckfreundschaften innerhalb einer Regierungsunion schnell auf eine starke Belastungsprobe stellen. ...Selbst wenn sich die beiden konkurrierenden Bewerber um das Kanzleramt professionell dadurch nicht provozieren lassen, erledigen die Medien, inkl. unzählige TV-Talkshows und das Parteienfußvolk oft zuverlässig den Rest.

Gut ist immer, wenn die Teilung einer Konkurrenzpartei oder Konkurrenzbewegung erreicht wird, so z. B. in FUNDIS und REALOS. Die richten sich dann in der Regel selbst in jahrelangen Grabenkämpfen zugrunde. ...... Beim politischen Gegner gibt es immer einige karrieregeile Filibuster, auf die man sich diesbezüglich verlassen kann. Die belabern den von der Konkurrenz-Partei durch DIVIDE ET IMPERA geschaffenen innerparteilichen Widersacher dann so lange, bis der entkräftet zusammenbricht. Das gute ist, dass in der Zeit der inner fraktionellen Selbstzermürbung, die Wahlkampffähigkeit der gegnerischen Partei dadurch drastisch reduziert wird, da diese sich zu intensiv mit sich selbst beschäftigt und gelähmt durch Intrigen und Postengeschachere völlig aus den Augen verliert,für welche politischen Ziele man einmal angetreten ist. Der Wähler bekommt dies über die Medien natürlich mit und quittiert dies mit eindeutigem Protest-Wahlverhalten.”

Kasperl:„Ich habe gehört, dass man als Politiker auch echte Ahnung von Wirtschaftspolitik haben sollte und davon habe ich gar keinen Schimmer. Wie soll ich da qualifiziert mitreden können? Ich weiß gar nicht,wie unsere Volkswirtschaft funktioniert, geschweige denn die Betriebswirtschaft."

Pauli (philosophierend den Kopf leicht gedankenverloren in den Nacken legend):„Das ist alles gar nicht so kompliziert lieber Kasperl! ...........Also, unsere Volkswirtschaft ist ein sehr langer Bruchstrich, eine sehr lange Formel, manche reden auch von einem Algorithmus, welcher am Ende ein "=" Zeichen hat. Hinter dem "=" Zeichen steht das Ergebnis, nennen wir es einmal einfach und undifferenziert ausgedrückt die "volkswirtschaftliche Gesamtleistung", bzw. der gesamtwirtschaftliche Erfolg, welcher, wenn man Glück hat, dort regelmäßig ein Wirtschaftswachstum im Ergebnis auswirft. Oberhalb und unterhalb dieses Bruchstrichs stehen
im Zähler und Nenner unzählige Faktoren die untereinander mehr oder weniger interdependent sind. Jeder dieser Faktoren ist ebenfalls das Ergebnis einer Unterformel, eines Unterbruchstrichs. Die wichtigsten Faktoren (Produktionsfaktoren) sind hier simpel ausgedrückt:

- ARBEIT
- BODEN
- KAPITAL

Was unterscheidet diese Faktoren nun grob gesehen voneinander?
Also, der Faktor ARBEIT kann durch den Faktor KAPITAL ersetzt werden. Man kauft z. B. Maschinen (Roboter), die
menschliche Arbeitskraft ersetzen. Schlecht zu ersetzen ist der Faktor BODEN, da der fast nicht vermehrbar ist. Ein Hektar bleibt eben ein Hektar. ........Will man aus einem Hektar Ackerfeld einen höheren Ertrag erzielen, dann muss man deswegen z.B. mit Düngemitteln (Faktor KAPITAL) nachhelfen oder mit genetischen Manipulationen, die es auf dem Markt auch nicht umsonst gibt.
KAPITAL kann BODEN UND ARBEIT in unserem Zeitalter aber auch nur bis zu gewissen Grenzen ersetzen. Irgendwann
funktioniert die Substitution einfach nicht mehr.
Aber kommen wir zurück zum o.g. "langen Bruchstrich".
Ab und zu kann man oberhalb und unterhalb des Bruchstrichs öffentlichkeitswirksam Kürzungen vornehmen, ohne das sich das Endergebnis hinter dem "=" Zeichen am Ende der Gleichung, also das Resultat, verändert. Hier beweist sich der geschickte Politiker, der auf der einen Seite seinen Wählern z.B. eine Steuerbelastung in Höhe von X streicht und diesen Einnahmeverlust gleichzeitig durch die Installation einer neuen Steuer Y oder der Erhöhung einer anderen Steuer in gleicher Höhe wieder so ausgleicht.
Jean Baptiste Colbert (1619 bis 1683 n. Chr.) hat mal gesagt, dass man eine Gans, also den Steuerzahler, eben möglichst so rupfen muss, dass diese(r) möglichst viele Federn abwirft bei gleichzeitig geringstmöglichen Geschrei.
........Verändert man nur einen Faktor oberhalb oder unterhalb des o.g. Bruchstrichs, verändert man fast immer
zwangsläufig auch das Ergebnis, die volkswirtschaftliche Gesamtleistung, also das was hinter dem "="-Zeichen steht.
Die Veränderung kann sowohl positiver (Wirtschaftswachstum) als auch negativer Natur (Rezession) sein. ......Diese Formel scheinen aber einige elitäre Leistungsträger, u.a. namhafte Bundes-/ Landespolitiker unserer Gesellschaft in der Tat absolut nicht zu kapieren. Sie geben permanent Geld bzw. Volkseigentum aus, bzw. verschwenden oder vernichten dieses grob fahrlässig, bevor sie sich die Frage gestellt haben, ob das Geld, was sie verplant haben oder welches bereits ausgegeben wurde, vorher überhaupt verdient worden ist. ......Es ist unglaublich in wie vielen Fällen eine solide Gegenfinanzierung zu neuen Projekten und neuen Wirtschaftsgesetzen fehlt. Keine Hausfrau/kein Hausmann könnte mit ihrem/seinem monatlichen Budget so leichtsinnig umgehen. .......Verantwortungsvollen Politikern bereitet solches Geschäftsgebaren Bauchschmerzen, weil diese den nachfolgenden Generationen keine Erblasten aufbürden wollen, welche diese nie wieder auf normalem Weg abtragen können. Man muss sich mal vorstellen, dass allein die USA schon Schulden in Höhe von über 23.000.000.000.000 US$ angehäuft haben. Das kann niemand mehr zurückzahlen. ......Es ist nur eine Frage der Zeit, wann selbst die Zinsbelastung daraus schon nicht mehr beglichen werden kann. Von Tilgung ist ohnehin zukünftig wahrscheinlich keine Rede mehr. ........Manchmal ist das Schulden machen aber leider notwendig, da es Ausnahmesachverhalte gibt. So kostet z.B. Umweltschutz ungeheuer viel Geld und obwohl dieser renditemäßig kurzfristig, wenn man mal die staatlichen Subventionen rausrechnet,für die Betriebe und unsere Industrie oberflächlich betrachtet nichts oder nicht viel bringt, ist Umweltschutz aus gesellschaftspolitischen und sozialen Gründen unverzichtbar, da das Staatsvolk erst dann, "wenn der letzte Baum gefällt ist und das letzte Biotop zerstört wurde" erkennt, "dass man Geld nicht essen kann". Auch eine Pandemie kann es erforderlich machen, dass der Staat sich total verschuldet, um seine Bürger zu schützen. Dafür kann dann wirklich keiner was, weil das eine Naturkatastrophe ist, ähnlich einem Erdbeben oder einem Vulkanausbruch."

Kasperl (mit leicht erschöpft frustriertem Gesichtseindruck):„Und dann habe ich noch was von einer Mehrwert-Theorie gehört. ......Hat das was mit der Mehrwertsteuer zu tun? ........Was ist das denn schon wieder? ......Da blickt doch keiner mehr durch. Wie soll man das alles nur im Kopf behalten?"

Pauli (mit nun besorgtem Gesicht und erhobenen Zeigefinger):„Das ist ein gefährliches Pflaster auf dem Du Dich mit diesem Begriff begibst. Da hat sich dieser Kalle M., so um 1850 n.Chr. herum, als damaliger Chef aller roten Socken, ausgiebig evident zu geäußert. .....Nebenbei, auch ein voll bärtiger Geselle! ....Du darfst Dich von diesen Theorien nicht verführen lassen! Schon viele sind in den Sog dieser Philosophie geraten und endeten in einem gottlosen Zustand von Hammer und Sichel."

Kasperl:„ Und was hat der Kalle damals so dazu erzählt?"

Pauli:„Also, vor tausenden von Jahren war ein Schreiner noch Eigentümer seiner Hobel, Sägen, Nägel und Bohrer, welche er
zur Produktion seiner Waren verwendet hat. Er war also selbst Eigentümer seiner Produktionsmittel. Den Verkaufserlös seiner damit hergestellten Waren konnte er behalten. Dann irgendwann kam die arbeitsteilige Gesellschaft und der Schreiner besaß nichts mehr außer seiner Arbeitskraft. Eigentümer der eben erwähnten Produktionsmittel war nun der Fabrikant, welcher den Schreiner als Lohnarbeiter in seinem Betrieb einstellte. Der Schreiner bekam vom Fabrikanten also nicht mehr einen Lohn für die Waren, welcher dieser im Auftrag des Betriebsinhabers produzierte, sondern nur noch eine Vergütung für die zur Verfügung Stellung seiner Arbeitskraft zur Herstellung dieser Waren. Dieser Lohn sollte dazu dienen, die Aufrechterhaltung und Reproduktion dieser Arbeitskraft zu erhalten. Also, damit der Arbeiter dazu in der Lage war, seine Familie zu ernähren, seine Behausung, Kleidung und sein Bier bezahlen zu können, bekam er vom Fabrikanten einen Lohn, der so hoch war, dass es gerade dazu ausreichte, wenn er viel Glück hatte. Die Differenz zwischen diesem Lohn und dem Verkaufserlös der vom Schreiner hergestellten und durch den Fabrikanten am Markt verkauften Ware ist der Mehrwert."

Kasperl (voller Ehrfurcht):„Unglaublich, was Sie alles wissen Herr Pauli. Aber ich bitte um Verständnis, dass ich mir das alles noch einmal durch den Kopf gehen lassen muss, bevor ich auf die politische Schiene springe. ......Ähhh, noch etwas. ....Was bedeutet eigentlich das Akronym GroKO? Davon hört man in letzter Zeit so viel?”

Pauli (mit leicht Scham geröteten Backen, bei so viel Lob):„Das bedeutet Großkotz! Was sonst?.”

Kasperl (mit großen Augen):„Boow! Was sie alles wissen und Ich dachte schon, das wäre was Politisches.”

Pauli (bescheiden):„Man tut halt, was man kann. ....Nun gehe aber hin in Frieden, denk über Deine politische Zukunft nach und unser Herr segne Dein Halbwissen”.



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Einfach klasse und hochaktuell. Ich habe mich schiefgelacht.Wann trittst du damit im Fernsehen auf? Du hättest es verdient.

Marco Polo (09.03.2018)

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