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4 Seiten

Pater Pauli mysterious places 32.1

Kurzgeschichten · Erinnerungen
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Atlantropa und Gibraltar
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Liebe Brüder und Schwestern (m/w/d),

in meiner kleinen Reihe -

„Was kann man in Corona Zeiten, aber auch danach, eigentlich noch erkunden?“

- sollen aber auch nicht die Reiseziele zu kurz kommen, welche man ja irgendwann einmal im Ausland auch wieder aufsuchen kann, ohne gleich Gefahr zu laufen, nach dem Urlaub direkt in einer Zwangs-Quarantäne zu landen. Okay! Ich weiß! Manchen unserer Zeitgenossen ist das quergedacht ziemlich egal. Aber muss man sich an diesen ein Beispiel nehmen?

Ein solches Reiseziel ist Gibraltar.

Vor ca. 30.000 Jahren quartierte sich der Homo neanderthalensis (Gorham-Höhle; ungefähre Position GPS Breite 36° 7'13.80"N Länge 5°20'32.79"W) in die Felshöhlen des Gibraltar-Berges (426 m hoher Kalksteinmonolith) ein. Um 711 nC herum besiedelten die Mauren die Gegend und bauten dort 1160 nC eine Festung (Moorish Castle). Im Jahr 1492 nC fiel die Halbinsel (GPS Breite 36° 7'47.21"N Länge 5°20'49.38"W) in das spanische Herrschaftsgebiet. Auch die Niederländer mischten dort kräftig mit und besetzten im Seekrieg gegen England Gibraltar bevor es am 03.08.1704 nC wieder an die Engländer ging, die es ab 1830 nC zu einer ihrer Kronkolonien (crown colony) machten. Gibraltar wurde dadurch, gemäß dem britischen Staatsrecht, ein Besitztum (Enklave) der britischen Krone, welches durch einen Gouverneur verwaltete wurde. Im 18. Jahrhundert wurden die Great Siege Tunnel angelegt, welche im Verlaufe des II. Weltkrieges ausgebaut wurden.

In der Geschichte Gibraltars versuchten die Spanier bei jeder sich bietenden Gelegenheit das Gebiet (ca. 6,5 km²) mit den Festungsanlagen zurückzuerobern. Immer wieder in der Vergangenheit kamen politische diesbezügliche Konflikte zwischen Spanien und England auf. U.a. schlossen die Spanier zeitweise die Grenzverbindung zu Gibraltar um die Engländer dort unter Druck zu setzen. Dies ist nicht verwunderlich, da Gibraltar eine große militärisch strategische Bedeutung hat, da die Seestraße von Gibraltar das Mittelmeer mit dem Atlantischen Ozean verbindet und Gibraltar nur ca. 16 bis 20 km Luftlinie vom afrikanischen Kontinent entfernt liegt. Es ist jederzeit möglich mit ein paar Kriegsschiffen und/oder U-Booten den Durchgang zu blockieren. Eine Blockade hätte auch direkte Auswirkungen auf den Verwendungszweck des Suezkanals (GPS Breite 30° 5'30.45"N Länge 32°34'17.81"E).

Dies war auch einem schnauzbärtigen größenwahnsinnigen Österreicher nicht entgangen, der mit dem spanischen Diktator Franco die „Operation Felix“ beschloss. 1941 sollte Gibraltar gemeinsam von Spaniern und Deutschen erobert werden. Es blieb bei den Planungen, da Franco im Endeffekt seine Zustimmung zu dieser Invasion verweigerte. Wahrscheinlich hatte dieser Angst mit den Engländern in einen Krieg zu geraten, der Spanien militärisch und wirtschaftlich überfordern würde. Am 05.11.1942 ernannte General Dwight D. Eisenhower Gibraltar zu seinem Hauptquartier.
1967 gab es eine Volksabstimmung in Gibraltar bei der sich angeblich über 90 Prozent der Wahlberechtigten (Einwohnerzahl ca. 34.500 im Jahr 2017) für die Zugehörigkeit zu Großbritannien ausgesprochen hatten. Von 1969 bis 1985 wurde die Grenze nach Spanien geschlossen.

Heute ist Gibraltar Anlaufstelle für den internationalen Massentourismus (Kreuzfahrtschiffe...etc.) und angeblich auch ein Shopping-Paradies (Mehrwertsteuer-frei und angeblich auch mit etwas geringerem Preisniveau als in Spanien) für Spanier. Viele kommen um sich mit billigen Zigaretten einzudecken (ganz zum Ärger des spanischen Zolls) und die Festungsanlagen (World War II Tunnels) im ausgehöhlten Gebirgsmassiv und die frei herumlaufenden wilden Affen (Berberaffen) anzuschauen.

Gibraltar hat einen Flughafen (GPS 36° 9'4.41"N Länge 5°20'59.19"W) mit einem ca. 1800 Meter langen Rollfeld, welches für den Kraftfahrzeugverkehr immer wieder gesperrt werden muss, wenn ein Flugzeug landet, da kurioserweise eine große Verbindungsstrasse mitten über das Rollfeld verläuft.

Von diesem Affenfelsen und der ganzen Gegend ist bereits viel allgemein bekannt.

Weniger bekannt ist das Atlantropa-Giga-Staudammprojekt des Architekten Herman Sörgel in den zwanziger Jahren, welcher vorhatte, die Straße von Gibraltar mit einem riesigen Staudamm (ungefähre Position der geplanten Baustelle: GPS Breite 36° 2'33.33"N Länge 5°30'47.76"W) zu verschließen, um die Verdunstungs-Leistung des Mittelmeers zwecks Gewinnung von Neuland zu unterstützen und gleichzeitig damit auch Strom durch Wasserkraft zu produzieren. Weiterhin sollte die Sahara damit großflächig bewässert werden. Der Meeresspiegel des Mittelmeers sollte dadurch und unterstützt durch einen weiteren Damm (Dardanellendamm; ungefähre Position der geplanten Baustelle: GPS Breite 40°23'46.80"N Länge 26°41'41.27"E) am Marmarameer gesenkt werden. Geplant war eine Absenkung um 100 bis 200 Meter. Mittels dieses Dammes sollte es den Planungen nach möglich werden, per Eisenbahn von Berlin bis Kapstadt direkt durchfahren zu können. Allein bei Marseille (GPS Breite 43°17'43.57"N Länge 5°22'26.47"E) sollte dadurch ein Neulandgewinn von ca. 90 km möglich werden. Nach der Absenkung war am Bau eines weiteren Dammes gedacht, welcher Sizilien mit Afrika (ungefähre Position der geplanten Baustelle: GPS Breite 37°38'23.34"N Länge 11°32'19.60"E) verbinden sollte. Der Gibraltardamm sollte innerhalb von ca. 10 Jahren in einer Höhe von ca. 300 Metern und einer Dammbreite von 2500 Meter gebaut werden. Es sollten damit weit über 100.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Im Endeffekt wurde aus den Planungen nichts, obwohl die offizielle Einstellung des Giga-Bauprojekts erst ca. 1960 erfolgte.


Fazit:
Ich war selbst mal dort und nahm an einer längeren geführten Besichtigung der unterirdischen Festungsanlagen des Berges teil. Die Festungsgänge im Gebirgsmassiv sind sehr weitläufig und erinnerten mich irgendwie an die Festungsanlagen von Fort Eben-Emael in Belgien (Eingang GPS Breite 50°47'47.44"N Länge 5°40'27.80"E). Beide Besichtigungen hatten zudem noch eins gemeinsam: Man musste gut zu Fuß sein und seinen Toilettengang sollte man vor Beginn der Rundführung erledigt haben, wenn man nicht Gefahr laufen wollte während der Führung den Höhlen-Guide mal von seiner unangenehmen Seite kennenzulernen. Eins muss klar sein. Innerhalb der Kilometer langen dunklen unterirdischen Gänge kann man "nicht mal eben irgendwo austreten". Der Höhlen-Guide kann in einer solchen Situation die anderen Touristen nicht in den Bunkergängen einfach stehen und warten lassen, wenn er sich mit dem Entsorgungsbedürftigen (m/w/d) auf den Rückweg zur Toilette am Eingang des Bunkers macht. Wie mir ein Touristenführer damals klar sagte, ist für ihn die Entscheidung dann ganz einfach. Die schon bezahlte Rundführung in den Bunkeranlagen wird dann eben für die gesamte Touristengruppe abgebrochen und eine neue Ersatzführung ist aus zeitlichen Gründen nicht möglich.

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