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Fortsetzungsgeschichte Neues von Heino Holzkopf

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©  Sommertänzerin   
   
Es war wieder einer der Tage, an dem Alles schief ging in Heino Holzkopfs Leben. Klausur vergeigt, Knöchel verknakst, Studentenausweis verloren und von der Freundin verlassen worden. Das i-Tüpfelchen setze sein Mitbewohner Kalle auf, der beschlossen hatte, die ganze Nacht Didgeridoo zu spielen. Wie so oft hatte er wohl mal wieder eine kleine Reise in die Welt der Träume gemacht und war von deren Nachwirkungen so fit wie gerade erst aufgestanden.
Verbissen schmierte sich Heino eine Leberwurststulle und verzog sich in sein Zimmer. Er hätte ja etwas sagen können, aber dafür war er zu stolz, vielleicht auch zu feige, denn er selbst machte ja auch gerne Krach, wenn er wieder mit dem Kopf durch die Wand wollte, seine Hörner abstossen wollte oder aus heiterem Himmel seine Launen bekam. Er war schwierig, dass wusste er, aber ändern wollte er es nicht.
Statt klipp und klar zu sagen, in jeglicher Hinscht, was Sache ist, zog er es vor, alles, wirklich Alles in sich hineinzufressen. Oft schmollte er dann tagelang vor sich hin, grübelte und grämte sich.
Eines Tages trug es sich zu, dass ein kleines Hanfkorn von Kalles Fensterbank in einer Kerbe von Heinos Holzkopf Platz fand und dort zu keimen anfing.
Zwischen seinen feucht fettigen Haaren hatte es dort einen guten Platz erwischt und fiel erst auch gar nicht so recht auf. Gelegentlich wunderte sich Heino ein wenig, wenn er in den Spiegel sah, dass etwas Grünes auf seinem Kopf wuchs, aber vielleicht waren das ja auch noch die Spuren von der Karneval. Er wusste es nicht genau und eigentlich war es ja auch egal. Die Leute guckten ihn manchmal ein wenig schief an, aber das war er ja schon gewohnt. Er dachte sich nichts dabei...
HomoFaber am 14.05.2006: Aber irgendwann wurde dieses Grüne doch größer, dass es auch langsam anfing ihn zu stören, wenn er sich im Spiegel betrachtete. Vielleicht sollte er sich mal die Haare waschen? Er entschied, dass das mal eine gute idee war und setzte die idee ganz spontan um.
Eine Stunde war er damit beschäftigt, dass Wasser lief ganz schwarz von seinem Kopf herunter, kein Wunder bei dem, was sich darin im Laufe der Zeit alles gesammelt hatte. Er hatte auch Kalles ganze Schampoo-Flasche verbraucht, er besaß ja kein eigenes Shampoo.
Als das Wasser endlich klar von seinem Kopf herunter lief, hatte er es geschafft. Zufrieden und stolz lächelte er, während er sich seine Haare abtrocknete.
Anschließend folgte der BLick in den Spiegel. Seine Haare sahen richtig schön gepflegt aus, aber das Grüne war immer noch da. Hm, seltsam, dachte er. Aber dann kam ihn der Einfall. Vielleicht konnte er es ja einfach rausreißen. Tatsächlich, es funktionierte. Wäre er doch nur vorher schon auf die Idee gekommen, dann hätte er sich das Haare waschen sparen können. Aber egal.
Er verließ das Haus, fremde Leute guckten ihn nicht mehr an, nur einige Leute von der Uni, die ihn über den Weg liefen, blickten ganz erstaunt, da sie ihn noch nie mit gewaschenen Haaren gesehen hatten.
Am nächsten Tag merkte er, dass das Grüne wieder da war und offensichtlich schneller zu wachsen schien, als vorher. Und es war sogar noch ein zweites Grünes dabei. Wieder riss er es aus. Aber es half nicht, es wuchs immer nach. So gab er es auf und setzte einfach einen Hut auf.
Ein paar Tage später sah er, dass aus dem Grün Blumen wurden und immer mehr davon auf seinen Kopf wuchsen. Anfangs war es ihm sehr unangenehm. Aber da kam ihn die Idee, sie abzuschneiden und dann einfach zu verkaufen. Es funktionierte, am nächsten Tag hatte er alle vier, die ihm inzwischen gewachsen waren, verkauft.
Die Tage vergingen, jeden Tag wurde es voller auf seinem Kopf und nach etwa zwei Monaten, war sein ganzer Kopf mit Blumen bewachsen. So war aus Heino Holzkopf, Heine Blumenkopf geworden. Aber seine Geschäfte liefen immer besser.
 
Sabine Müller am 14.05.2006: Ein paar Wochen später war er schon stadtbekannt. Und noch ein paar Wochen später bundesweit. Die Leute kamen von nah und fern um sich zum Einen Heino Blumenkopf anzusehen, aber auch eine der Blumen zu ergattern. Diese wurden langsam rar. Die Leute standen Schlange. Zu gut, dass Heino Blumenkopf ein Schnellwachsmittel verpasst bekommen hatte. Ein Asiate hat es ihm mitgebracht. Somit kam er mit der Produktion recht gut vorran. Er überlegte sich noch weitere Samen und Körner implantieren zu lassen, damit auch bunte Sträuße verkauft werden könnten. Dann würde das Geschäft sicherlich so richtig boomen. Heino Blumenkopf war mitlerweile zu einem sehr wohlhabendem Mann geworden. Von Geldproblemen keine Spur. Er hatte auch endlich einen Sinn im Leben gefunden, einen Job, der ihn erfüllte. Aus dem sturen Holzkopf wurde ein fröhlicher Blumenkopf. Ein wandelnder Blumenkopf, denn mitlerweile machte er auch schon Außendienst und Auslandreisen. Nächstes Jahr war er für die Bundesgartenshow angemeldet. Er zählte jetzt schon die Tage und konnte es kaum erwarten...
 
Homo Faber am 10.10.2006: Inzwischen hatte Heino einen Gärtner eingestellt, extra für seinen Kopf, so wie andere zum Frisör gingen. Dieser Gärtner, ein Stargärtner, den er sorgfältig ausgewählt hatte, sorgte dafür, dass aus ihm der schönste Blumenkopf wurde, den es je gegeben hatte. Das war er zwar vorher auch schon, da er der einzige mit Blumen auf dem Kopf war, aber es sollten auch die schönsten Blumen sein, so dass er bei der Bundesgartenshow einen ordentlichen Eindruck hinterlassen konnte.
Endlich war es so weit, die Bundesgartenshow stand an. Heino und sein Gärtner waren mit vor Ort. Die Menschheit war begeistert, es hagelte nur so nach Aufträgen, Blumengeschäfte rissen sich um ihn, und Autogramme musste er auch fleißig geben. Selbst die Bundeskanzlerin reiste an, um ihn persönlich zu begrüßen.
Wie erwartet wurde die Bundesgartenshow ein voller Erfolg, kurz darauf wurde er zum Weltstar. Die Jahre vergingen, eines Tages merkte er, dass ihm die Blumen ausgingen. Anfangs wunderte er sich, aber dann fiel ihm ein, dass Männer irgendwann ja mal ihre Haare verlieren und so war es bei ihm wahrscheinlich mit den Blumen, er war ja inzwischen auch schon über 40.
Die nächsten Jahre nutzte er seine Geschäfte noch einmal richtig aus, auch seine Kunden, die es bemerkt hatten, griffen noch einmal richtig zu, bis ihm nach etwa zehn Jahren die Blumen ausgegangen waren.
So kehrte er in seinen Heimatort zurück, um sich zu Ruhe zu setzen. Er war reich und blickte auf sein erfolgreiches Leben zurück. Und an seine Glatze würde er sich auch noch irgendwann gewöhnen.
 
Karamba am 23.11.2006: "Huuoohhhuuhooohuohhuuooo......" Was war jetzt das? Heino öffnete langsam und gequält seine Augen: Er sah in die Öffnung eines... Grammophons? Nein.- Eines Alphorns? Nein.- Er sah in die Öffnung von Kalles Digeridoo! "Dieser Knaller!",- dachte er , hätte ihn aufgespürt um die letzten Blumen zu pflücken. Dabei hatte er sich doch gerade erst mit seiner Glatze angefreundet. "Blumen sind alle!" Heino drehte sich sauer um." Kalle packte das Digeridoo beiseite und meinte: "He Heino, aufstehn Kaffee ist fertig!" und es klang in Heinos Ohren ungewohnt freundlich, ja sogar ein bisschen reumütig.
Heino drehte sich ihm wieder zu, um sich davon zu überzeugen dass es Kalle war, der da mit ihm sprach. "Kaffee?" "Ja Mann, hab wohl gestern zu viel gekifft, und habe mich dabei in meinem Raum-Zeit-Kontinuum verloren." er lachte über seine gelungene Formulierung. "Bin ich dir nich auf den Nerv gegangen?" Heino setzte sich schwerfällig hin, fasste sich an den Kopf und stöhnte "Meine Glatze juckt" "Glatze is gut, Mann" lachte Kalle, aber als Heinos Finger filzige Dreadlocks berührten wo er eigendlich seine Glatze erwartete, und dabei Hanfkörner und Karnevalsglitter auf die Bettdecke rieselten, wurde ihm so manches klarer. Kalle wand sich zum Gehen und meinte:" Was dich juckt, ist wohl eher dieses Samengekröse da. Hey das ist ja meins! Du solltest dir echt mal die Haare waschen Mann. Kannst ja mal mein Schampoo benutzen, steht inner Dusche."
 
Karamba am 02.12.2006: Heino Holzkopf brauchte noch ein paar Minuten um einzusehen, daß Kalle Recht hatte.- Er stand auf und ging duschen. Und während er das ganze Samengekröse, den türkisfarbenen Karnevalsglitter, diverse Insekten (bzw Insektenteile) und sogar seinen lang vermissten Studentenausweis aus seiner Rastafrisur schüttelte und sie im Abfluss verschwinden sah, überlegte er, ob es die Möglichkeit komplexer ungeahnter Zusammenhänge gab, zwischen diesem Traum, seinen Haar, dem Digeridoo und dem Samenkorn.
Es musste doch eine Erklärung geben!
 
jt am 05.12.2006: nach dieser langen und wohltuenden Dusche stand er auf und zog sich die Badehose an
 
Karamba am 06.12.2006: ...nur um zu sehen ob sie ihm noch passte. Das war leider nicht der Fall. - Doch jetzt ging das Telefon! "Vielleicht ist es Jenny und sie hat es sich anders überlegt will bestimmt doch wieder..., quasi einsteigen, in unsere Beziehungskiste." hoffte er. Er war ja nicht nackt, hatte immerhin diese knatschenge beigebraune Kinderbadehose an, also rannte er zum Telefon, das in der WG-Küche stand. Leider saßen da auch Kalle und irgendeine Fremde. Die Fremde konnte bei Heinos Anblick ein Lachen nicht nicht unterdrücken, und prustete ihren Cappuchino quer über den vollgepackten Frühstückstisch. Beim vierten Klingeln nahm er ab:"Holzkopf."
 
Sabine Müller am 06.12.2006: "Ja, hier ist Hammer" schnarrte es am anderen Ende der Leitung und nach einer kurzen Pause wurde einfach aufgelegt.
Da stand Heino Holzkopf dann wie Trüdchen doof in seiner knatschengen Badebuchse und kratzte sich am Kopf. Dieser war übrigens mitlerweile geschoren, denn Heino hatte sich überlegt, sich den Kopf mit einer Nagelpfeigel anzurauhen, mit Wasser aufzuweichen, um so ein geeignetes Biotop für seine Nachzüchtung zu schaffen. Das Leben als Blumenkopf hatte ihm einfach zu gut gefallen. Allerdings war er mitlerweile ein wenig runter von dem hohen Ross und wollte sich, dank Kalles schlechter Abfärbung, auf Hanfbewachsung spezialisieren...
 
Sabine Müller am 06.12.2006: Im Laufe seines Lebens wurde Heino immer mehr klar und viele Probleme, wie Geldsorgen, längst verlorenen Studiausweise usw. lösten sich von allein. Dem Lauf der Dinge freien Lauf lassen, so dachte er sich. Das Rätsel des Lebens würde schon noch gelöst werden und die Zusammenhänge zwischen dem Leben, der Liebe und dem Kram dazwischen würden ihm irgendwann glasklar werden, wie Schuppen vom Kopf fallen.
 
jt am 06.12.2006: Er kratzte sich am Bart und fuhr sich durchs Haar. Weiße Flocken segelten zu Boden.
"Oh nein! Nicht schon wieder," rief er wütend, rannte in den Garten, wo er sich die Haar auschüttelte, bis kein Schnee mehr fiel.
Er hasste diese Schuppen, seit Jahren quälten sie ihn.
Er wusste nicht wie weiter. Wie er hier im Garten stand und sie Lüsternden Blicke der Nchbarin, Fr. Linolium, auf sich spürte.
 
Wie soll es weitergehen? Diese Story kannst du selber weiterschreiben.
 

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