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Preis der Lust /Kapitel 34/Schluss

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©  rosmarin   
   
Schluss
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“Kommen Sie.” Die Schwester berührte sacht meine Schulter. “Ich bringe Sie auf Ihr Zimmer. Dort können Sie in Ruhe weiterschreiben.”
“Ich bin fertig”, sagte ich, erhob mich von der Bank im Park, schaute wehmütig in den Himmel, dann zu den blühenden Sträuchern und ging langsam Richtung Hauptgebäude zur Psychiatrie Herzberge.

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Ein Jahr später.
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Der Tod hatte mich mit Gigan versöhnt. Er ließ die Liebe, die ich von Anfang an für ihn empfunden hatte, wieder lebendig werden, aufblühen wie eine Blume im Regensonnenschein.

In dem teuren Geschäft am Ku´damm kaufte ich das weiße Hochzeitskleid und den weißen Hut mit der breiten Krempe aus Gigans Traum und meiner Vision.

„Wunderschön sehen Sie aus“, sagte die Verkäuferin, als ich mich vor dem großen Spiegel drehte, „da wird Ihr Bräutigam aber stolz auf Sie sein.“
„Er ist tot“, lächelte ich, „vor einem Jahr gestorben.“

In dem Blumenladen neben dem Geschäft kaufte ich einen Riesenstrauß dunkelroter langstieliger Rosen. Rosen ohne Dornen, lackierte zu Hause meine Zehennägel rot und fuhr mit meinem neuen roten Suzuki zum Friedhof.

Nach einigem Suchen fand ich Gigans Grab.
Lange stand ich vor dem weißen Hügel. Im Hochzeitskleid. Auf meinen aufgelösten Haaren den Hochzeitshut mit der breiten Krempe. Die Zehennägel rot lackiert. Barfuß im frisch gefallenen Schnee. In meinen nackten Armen den Riesenstrauß dunkelroter langstieliger Rosen. Rosen ohne Dornen.
Verträumt zupfte ich Blättchen um Blättchen aus den dicken Dolden, verstreute sie auf dem weißen Grab. Wie Blutstropfen fielen sie herab und leuchteten im Schnee wie dunkle Rubine.

„Ich werde dich lieben, bis dass der Tod uns scheidet“, vernahm ich Gigans vertraute Stimme.
„Über den Tod hinaus“, flüsterte ich.
„Für immer und ewig.“
„Du bist nun im Wunderland der Toten.“ Zärtlich legte ich den Strauß auf Gigans Grab zu den anderen winterhart gefrorenen Blumen. „Einer geht dem anderen immer voraus. Leb wohl, mein geliebter Gigan.“

„Du brauchst mich nun nicht mehr“, sagte Marie zwei, „ich entschwinde ins Land der Träume.“

Unaufhaltsam wirbelten die Flocken zur Erde. Es schien, als sollte die ganze Welt mit einem Tuch der Unschuld bedeckt werden. Und eine kalte Wintersonne tauchte alles in purpurnes Licht.

Das Orakel hatte sich erfüllt.

„Das Leben ist ein Traum“, sagte ich zu Zappi, der leise neben mich getreten war und den Arm um mich gelegt hatte, “ein wunderschöner trauriger Traum.“


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