Verwandtschaft impossible ... - von: Ingrid Alias I.

Kurzgeschichten · Erinnerungen

Von:    Ingrid Alias I

Erstveröffentlichung: 24. Februar 2020
Bei Webstories eingestellt: 24. Februar 2020
Anzahl gesehen: 3.570
Erhaltene Punkte: 168
Seiten: 2

Worin besteht der Unterschied von Frau zur Katze?
Okay, beide sind schön. Beide jagen. Manche jagen Männer, andere Mäuse, Vögel und Ratten, aber grausam sind sie beide. Was denn, auch die Menschin? Das kann nicht sein, als Menschin hat man doch ein Gewissen und vielleicht auch ein Verantwortungsgefühl für Tiere. Was der Katze natürlich fehlt.
Gewissen? Von wegen ... Ein Gespräch mit meiner Nichte (sie war 35 Jahre alt) überzeugte mich davon. Ach, ich weiß nicht, ich weiß nur, dass ich furchtbar enttäuscht war. Fazit: Es gibt keinen Unterschied.

Gespräch während einer Autofahrt, wir fuhren zur Beerdigung meiner Mutter, ergo ihrer Großmutter:
„Ich ziehe demnächst nach Mitteldeutschland.“
„Ach! Was!“
„Der Armin ist super drauf, er hat da so 'ne Art Bauernhof.“
„Finde ich gut, aber was ist mit deinen Kindern?“ Meine Nichte hat zwei davon, einen Jungen im Alter von zehn und ein Mädchen im Alter von sieben Jahren.
„Die fühlen sich bestimmt wohl dort.“
Ich war davon nicht überzeugt, denn ein Schulwechsel stand für die Kleinen bevor, aber wer war ich, ihr das auszureden? Es kam aber noch schlimmer.
„Der Armin will jetzt Siamkatzen züchten.“
„Och nee, das ist doch Kacke. Erstmal die Züchtung, und überhaupt! Der einzige Grund, um die nicht so schnell zu entsorgen wie stinknormale Hauskatzen, ist doch nur der Preis!“
„Der Armin hatte ja auch mal Probleme mit den Hunden, hast du vielleicht gelesen, es ging um Welpen, die krank waren. Der Armin war da gerade in Afrika, Geschäfte und so ... - und sein Aufpasser hat die Welpen selber abgemurkst. Es ging durch alle Zeitungen ...“

PAUSE, erst mal sackenlassen ...
„Nee, habe ich nichts von gelesen.“ Machte mir aber so meine Gedanken.

Ein paar Monate später stand Nichtchen vor meiner Tür: „Armin ist das Allerletzte, ich hatte meine Spülmaschine mitgebracht, und der Geizkragen hat mir erzählt, er könnte die nicht in der Küche anschließen. Ich musste immer mit der Hand spülen, bis ich merkte, dass der mich verarscht hat. Jetzt bin ich wieder hier - und die Kinder natürlich auch. Kannste mir ein bisschen Geld leihen, ich brauch das für die Kaution von der neuen Wohnung.“
Ich schenkte ihr das Geld und gab noch etwas dazu - für die Kinder.

Der Dank war: Nichtchen meldete sich nicht, als mein Vater zwei Jahre später starb, die Bahn streikte - und ich irgendwie nach Niedersachsen musste zur Beerdigung. Zweimal Nichtchen angerufen, Text auf Handy gesprochen – keine Reaktion. Ich Fernbus bezahlt, und machte mich auf eine teure Taxifahrt zum Zielort bereit, weil Fernbusse ja nicht alles ansteuern. Dem Himmel sei Dank hat mich dann ein lieber Freund mit dem Auto hingefahren.
Und was soll ich sagen? Nichtchen war auch da! Ich habe sie keines Blickes gewürdigt. Ich hab' ja 'ne lange Leitung, aber die ist für mich gestorben. Endgültig!

Punktestand der Geschichte:   168

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