Es ist so ein wohlig wunderbares Gefühl, deine Wut zu spüren, wenn du diesen Text liest. Wie sie langsam in dir hochkriecht, wie in einem Barometer. Wie du deine Fäuste zusammenballst, deine Augen zusammenkneifst und mit den Zähnen knirschst. Im ersten Moment wirst du vielleicht sogar noch versuchen zu grinsen, weil dir meine fiese, dreiste Art gefällt. Aber das wird dir schnell vergehen, das weisst du selbst. Die Nackenhaare werden sich dir sträuben und deine Visage wird sich langsam aber sicher in purpurnes Rot färben. Besonders dann, wenn ich von dir gehasste Worte beim Namen nenne. Es wird Kribbeln in deinen Fingern, deine Hummeln im Hintern wollen heraus, du überlegst krampfhaft, wieder deinen Senf dazuzugeben, aber lässt es vorerst, weil das ja selbsicher und cool wirkt. Ja, dann fühlst du dich stark, freust dich, dass du standhaft geblieben bist. Du Kreatur, du Schattengespinst, Hauptdarsteller meiner Apträume. Ein Nichtsnutz bist du, ein Idiot und ein Feigling zugleich. Hat man dir keinen Anstand in die Wiege gelegt? Kein Niveau? Du Herumtreiber, du Schelm!
Wage es nicht mich zu reizen. Ich kenne jeden einzelnen deiner verletzlichen Punkte. Werde die Wut zur Not aus dir herauskitzeln, dir deine Schwächen offenbaren wie das rote, flatternde Tuch vor dem Stier. Ja, greif an. Los! Worauf wartest du noch? Gibs mir. Komm! Greif an, wenn du dich traust! Revanchier dich. Los!