Nebelkrähe - von: Ertua Raycon.

Nachdenkliches · Poetisches

Von:    Ertua Raycon

Erstveröffentlichung: 10. Juli 2006
Bei Webstories eingestellt: 10. Juli 2006
Anzahl gesehen: 2.980
Erhaltene Punkte: 2
Seiten: < 1

Rauschen. Raunen. Hunderttausend Verschmelzigkeiten. Zwang. Lebensberührtheit.
Schön ist es zweifellos, in einer Gruppe sich zu fühlen. Die Nebelkrähe vermisst Einsamkeit. Ein Hochgefühl, Stärke zu spüren, ausspielen zu können, zu wollen. Kein milchig kalter Dunst, dort hoch oben. Diese Besonderheit, das Herausgehobensein, das Normalfühlen eines Handelns, das nicht nur jeden einzelnen, sondern alle vorwärts bringt. Funktionieren. Weite Sicht. Ungeheure Chancen.
Auch mal sein können, wie man sich zu wünschen hat. Jenseits des kleinen, engen Horizonts der simplen Persönlichkeit. Nicht so ordinär. Die Wolken Wolken sein lassen, weil man anderes zu tun hat. Das Übereingestimmte, Übliche provozieren, verträglich sein. Weggeflogen. Flüchtigkeit erahnend. Nichts sagen müssen. Es macht ja ein anderer, für den ist es auch kein Problem. Biegende Rauschebäume, Wehen. Vielleicht werde ich irgendwann auch so wie der. Hoffentlich. Sie ist fort. Nicht daran denken zu müssen. Nicht denken zu müssen. Nicht zu denken. Nicht denken zu sollen, zu dürfen, zu wollen. Ein Glück, dass ich drin bin. Sonne zu genießen. Aufklarung.
Links und rechts von mir erheben sich starke schwarze Schwingen, kräftige Krallen heben ab. Es fällt zu Boden.
Kein ich. Kein Rückgrat. Kein garnichts. Nicht einmal ein müdes Krähen.

Punktestand der Geschichte:   2

Dir hat die Geschichte gefallen? Unterstütze diese Story auf Webstories:      Wozu?


Ähnliche Stories

SOLITÄR

2.194 Aufrufe • vor mehr als 12 Jahren, Punkte: 93, Favoriten: 0
 Poetisches - Nachdenkliches
da ist nur dieser briefkasten,
nur dieser mülleimer,
ohne gesicht, ohne stimme -
einfach nur da
 Vorauss. Lesedauer: < 1 Min.

Das Paket

2.962 Aufrufe • vor mehr als 13 Jahren, Punkte: 58, Favoriten: 0
 Kurzgeschichten - Fantastisches
Er wurde in einem Paket geboren und in der Welt umhergeschickt, ohne Namen, immer falsch adressiert. Das Paket lag oft neben anderen Paketen, er hörte immer wieder deutlich leise Stimmen
 Vorauss. Lesedauer: < 1 Min.

Rosa Pflaumen Kuchen

2.367 Aufrufe • vor mehr als 16 Jahren, Punkte: 14, Favoriten: 0
 Kurzgeschichten - Nachdenkliches, Experimentelles
...meine Zunge flattert haltlos im Rachen
ich versuche sie zu packen, doch immer wieder
entgleitet sie mir
Angst kriecht...die Würmer...in mein...wie Würmer...
 Vorauss. Lesedauer: ca. 1 Min.

Weitere Stories des Autoren

Zwei (2) Meinungen zur Breiten-Literatur

2.948 Aufrufe • vor mehr als 20 Jahren, Punkte: 4, Favoriten: 0
 Kurzgeschichten - Nachdenkliches, Experimentelles
I.
Wer keine Botschaft hat zu schreiben
soll es doch bitte lassen
Statt an Nichtigkeit sich aufzureiben
doch lieber lesen als verfassen
 Vorauss. Lesedauer: < 1 Min.

In was für einer Welt leben wir?

2.425 Aufrufe • vor mehr als 20 Jahren, Punkte: 3, Favoriten: 0
 Poetisches - Nachdenkliches
In einer Welt, in der man sich trauen darf
jungen Bäumen die Rinde ringsum abzuschälen,
der anderen hartes Werk
aus Spaß
zu zerstören
weil es geht
 Vorauss. Lesedauer: < 1 Min.

Conspiration - part I

3.384 Aufrufe • vor mehr als 21 Jahren, Punkte: 1, Favoriten: 0
 Kurzgeschichten - Spannendes, Experimentelles
In der tiefroten Ferne verschwand das letze Schiff. Es kehrte Ruhe auf de Decks ein. Feierabend. Die Sonne versank am Horizont in der golden glitzernden See. In dem zu engen Gesellschaftsraum saßen wie jeden Tag die gleichen und feierten, unter
 Vorauss. Lesedauer: ca. 6 Min.

User, die diese Story mochten, mochten auch

Das könnte dir auch gefallen

Kommentare zur Story:

  Dein Schreibstil ist sehr abstrakt, gedankenvoll, einige würden sagen: gefühllos, abgehoben - aber ich weiß es besser. Vielen Leuten geht es nicht ein, dass die Erlebniswelt einiger weniger Menschen sich tatsächlich kaum von ihrer so genannten "kandidelten" Art zu schreiben, unterscheidet. Sie handeln nur aufrichtig, indem sie zeigen, dass sie anders denken. Ich könnte sagen: die Art der Perspektive ist keine Wahl, sondern Fatum - insoweit auch kein Verbrechen. Wir haben es schwer, uns einfach auszudrücken, sowie andere es schwer haben, uns zu verstehen. Der Unterschied, gleichsam eine kognitive Kluft, ist nicht gewollt - von beiden Seiten nicht. Doch man mißversteht sich, wieder in doppelter Hinsicht.

Geschichten wie diese hier sind keine Geschichten, sondern Zustände. Insofern kann man sie nicht wie Geschichten beurteilen. Dein Schreibstil ist kein Mittel zum Verständnis, sondern eher Bekenntnis einer fundamentalen Fremdheit, die - wenn man sich genauer umsieht - absolut zeitgemäß wie unspektakulär ist. Weniger die postmoderne Fremdheit selbst, als ihre Bewältigung wird in Hinkunft von Interesse sein. Aber vielleicht hast du aufgegeben, dich verständlich zu machen? Frage dich einmal, warum du schreibst... (im Ernst, und ohne Sarkasmus)

Es gibt Menschen, die bauen Brücken, über die Köpfe anderer hinweg, zu Wolkengebilden, deren Erbauer auf die Nützlichkeit von Gästezimmern vergessen haben.

Aber zur "Nebelkrähe":

Eine Fortsetzung würde mich interessieren, auch wenn das wahrscheinlich nicht in Planung ist. Bis zuletzt bleibt nämlich unklar, ob die Nebelkrähe sich für die Einsamkeit entscheidet (die sie ja "vermisst"), oder für die Gemeinsamkeit (die sie irgendwo auch "schön" findet). Das Wort "Aufklarung" (Aufklärung?) deutet wohl an, dass durch eine plötzliche Einsicht (Offenbarung?), vielleicht auch Selbsterkenntnis die Nebelkrähe wieder zu dem werden musste, was sie stets war und sozusagen weggerissen wurde hin zu ihrer wahren Existenz. Andererseits: sieht so das selbstversöhnte, zusichgekommene Wesen aus? - "Kein ich. Kein Rückgrat. Kein garnichts. Nicht einmal ein müdes Krähen."?  
Rian Ma  -  15.07.06 18:17

   Zustimmungen: 4

  Arroganz macht halt einsam...
...aber Niveau sieht nur von unten aus wie
Arroganz....  
Natus  -  10.07.06 21:45

   Zustimmungen: 1

  ich finde es irgendwie anstrengend, diesen text zu lesen. ich glaube, es liegt am rhythmus. da gibt es viele unstimmigkeiten. darüberhinaus ist er mir etwas zu kurz.
vom inhalt her kommt er an manchen stellen ziemlich ausdrucksstark daher. gäbe es im rhythmus nicht so viele umbrüche und wäre die aussage nicht ganz so verworren, könnte dies ein richtig guter text sein.
also aus meiner sicht müsste dieses werk gründlich überarbeitet werden.  
Gulliver Assi  -  10.07.06 19:39

   Zustimmungen: 0

Sharing is Caring

Sharing is Caring

Dir gefällt eine Story besonders gut?


╰┈➤ Teile sie! જ⁀➴


Den "Teilen" Button findest du unten rechts in jeder Story...


Jedes Teilen einer Story, hilft dem Autoren UND Webstories!

Die neusten Kommentare

Kommentar von "Francis Dille" zu "Mission Titanic - Kapitel 7"

Danke für deinen Kommi. Ich freue mich über jeden Kommentar auch wenn ich nicht immer antworte. Es wundert mich nur, dass dieses Kapitel plötzlich im Genre Kurzgeschichten aufgetaucht ist. Vor ...

Zur Story  

Beliebte Kommentare

Kommentar von "darkangel" zu "Der Leuchtturm und das gebrannte Kind"

beim lesen dachte ich kurz: huch, so lang? die spannung wird sich wohl nciht bis zum ende halten... tja, falsch gedacht. du schaffst es, bis zum ende die stimmung aufrecht zu erhalten, stellst den ...

Zur Story  

Aktuell gelesen

"FahrstuhlHorror/erotische Geschichte 10/Grusel" von rosmarin

Endlich kommt der Fahrstuhl. Schnell steige ich ein. Er rast nach unten. Hält im Erdgeschoss. Unruhig warte ich, dass die Tür aufgeht. Monika hat das Warten bestimmt nicht erfunden. Eine

Zur Story  

Die neusten Kommentare

Kommentar von "Jochen" zu "Im Wartesaal der Apokalypse"

Hallo Martin, ich habe mich sehr über deine Satire über die Propheten der Apokalypse amüsiert und über deine gelungenen Bemerkungen zu den seit Jahrtausenden gescheiterten Vorhersagen gelacht. Ich h ...

Zur Story  

Beliebte Kommentare

Kommentar von "darkangel" zu "Einsamer Verlierer"

hm... ich halte das weggebellt für nciht so passend, weil man (bzw natürlich ich^^) an einen kleinen kläffer denkt, der zwar beachtung findet, aber an dem man - wie von regenwolke beschrieben - majest ...

Zur Story