Der Philosoph - von: Rolf-Peter Wille.

Poetisches · Amüsantes/Satirisches

Von:    Rolf-Peter Wille

Erstveröffentlichung: 19. Dezember 2004
Bei Webstories eingestellt: 19. Dezember 2004
Anzahl gesehen: 3.272
Erhaltene Punkte: 141
Seiten: < 1

Schau, wie die Frühlingswiese strahlt,
so duftig elegant!
Ein Bild, wie von Monet gemalt
mit leichter, freier Hand.

Dort wandelt unser Philosoph
versenkt in seine Lehre.
Die Leichtigkeit erscheint ihm doof.
Er lechzt ja nur nach Schwere.

Sein Ohr ertaubt, sein Auge schief,
sein Blick erstarrt ins Leere.
Er siehet nur im Konjunktiv,
was könnte, sollte, wäre.

Die Sonne strahlt so frank und frei,
sie will sich uns verschenken.
Ihm scheint das alles einerlei.
Er denkt doch nur ans Denken.

Die Liebste schreibt ihm einen Brief
hat Küsse auch gesandt.
Den kategor’schen Imp’rativ
den liest er nur bei Kant.

So denkt er nach und hat gedacht
weshalb, warum und wie.
Ist er denn niemals aufgewacht?
Ich glaube, leider nie.

Er wandelt noch in tiefer Nacht
als schlummerndes Genie.
Im Hintergrund erklingt ganz sacht
ein Walzer von Satie.

Punktestand der Geschichte:   141

Dir hat die Geschichte gefallen? Unterstütze diese Story auf Webstories:      Wozu?


Ähnliche Stories

Über den besten Freund des Menschen

2.398 Aufrufe • vor mehr als 19 Jahren, Punkte: 87, Favoriten: 0
 Kurzgeschichten - Amüsantes/Satirisches
Statistisch gesehen entwickelt sich bei Kindern ab ca. 5-7 Jahren der Drang nach einem ständigen Gefährten.
Tiere sind hierbei sehr viel beliebter als kleine Geschwister * .
 Vorauss. Lesedauer: ca. 3 Min.

Strandgeschichte in Kurzfassung

2.805 Aufrufe • vor mehr als 13 Jahren, Punkte: 62, Favoriten: 0
 Poetisches - Amüsantes/Satirisches, Sommer/Urlaub/Reise
Strandgeschichte in Kurzfassung
*
Sonne. Meer. Strand.
Kerle umturteln sie.
 Vorauss. Lesedauer: < 1 Min.

Die Geschichte des Phara- O

2.656 Aufrufe • vor mehr als 19 Jahren, Punkte: 53, Favoriten: 0
 Poetisches - Amüsantes/Satirisches
Es war einmal ein Phara-O
den juckten die Begierden so
Drum ging er - ja, nun guckt nich so
 Vorauss. Lesedauer: < 1 Min.

Weitere Stories des Autoren

Vier grausige Sonette

5.650 Aufrufe • vor mehr als 23 Jahren, Punkte: 75, Favoriten: 0
 Poetisches - Amüsantes/Satirisches
Ein paradontitischer Gentleman


So lieblich schmeckt sein Odem; oh so frisch
Und locker hängt das Zahnfleisch ihm im Gaumen
Wie ein Kompott aus weich zerkochten Pflaumen -
Ein leichter Nachgeschmack von Blut und Fisch.
 Vorauss. Lesedauer: ca. 2 Min.

Sechs seichte Sonette

5.773 Aufrufe • vor mehr als 23 Jahren, Punkte: 67, Favoriten: 0
 Poetisches - Amüsantes/Satirisches
Dein Spiegelbild in meinen Schuhen


Geliebtes Kind, mein kleiner Schuheputzer:
So hurtig hast Du eifrig stets gedienert!
Wie reizend hat Dein Lappen sie gewienert,
Die eklen Stiefel dieser eitlen Stutzer!

Wie leicht fliegt Dir der Lappen,
 Vorauss. Lesedauer: ca. 3 Min.

Schizophrenia Poetica

6.274 Aufrufe • vor mehr als 21 Jahren, Punkte: 56, Favoriten: 0
 Poetisches - Amüsantes/Satirisches
(eine lyrische Reise in die Dichterhölle)


von und mit Rolf-Peter Wille



für H.H. (und R.S.)



Geliebter Heinrich:

Dein Lästermund der sabberte
In’s Angesicht der Gaffer.
Dein scharfer Zahn zerknabberte
Manch’ heil
 Vorauss. Lesedauer: ca. 7 Min.

User, die diese Story mochten, mochten auch

Das könnte dir auch gefallen

Kommentare zur Story:

  Die "Kritik der heiteren Vernunft" ist noch nicht geschrieben und der Satz stammt von dem grossen Philosophen, der das bekannte Gedicht "Der Philosoph" verfasst hat. :)

Aber es gibt angeblich ein ein altes jüdisches Sprichwort: "Der Mensch tracht, Gott lacht" (der Mensch denkt, Gott lacht). Kundera zitiert es in seiner "Kunst des Romans". Hier ist die "Wahrheit" ein Echo des Lachen Gottes, von dem sich der Mensch durch Denken entfernt.  
Rolf-Peter  -  02.07.05 14:02

   Zustimmungen: 0

  "Lasst uns eine Kritik der heiteren Vernunft suchen" ? Ich mag diesen Satz. Auch wenn er selbst nur eine wunderbare Hülse zu sein scheint und nichts wirklich besagt. Es könnte aber interessant sein, diese Hülse zu füllen.
Falls der Satz von einem Philosophen stammt, würde ich gerne wissen von welchem. Auch wenn ich mich mit dem ein oder anderen Philosphen beschäftigt habe, fällt mir dazu kein Name ein.  
Gulliver Assi  -  02.07.05 11:38

   Zustimmungen: 0

  Es freut mich, Gulliver, dass dir dies Gedicht gefaellt. Lasst uns eine Kritik der heiteren Vernunft suchen... :)

Dank und Gruesse,  
Rolf-Peter  -  27.06.05 06:26

   Zustimmungen: 0

  Sehr schön. Gefällt mir auch sehr gut. Auch dein Kommentar finde ich klasse.
Ich bin selbst sehr fasziniert von der Philosophie. Es ist ein Versuch, hinter die Fassade der subjektiven Wirklichkeit zu treten, und das Wahrhaftige, Objektive zu erfassen. Es ist eigentlich ein zum scheitern verurteilter Versuch, büßt aber dennoch nichts von seiner Faszination auf mich ein. Deshalb ist es auch wichtig, es nicht allzu ernst zu betreiben.
Ich glaube, diese Überzeugung wird von deinem Gedicht weiter getragen (zumindest lese ich das darin).
Und deshalb auf jeden Fall 5 Punkte von mir.  
Gulliver Assi  -  26.06.05 22:44

   Zustimmungen: 0

  Vielen Dank, Rosmarin und Mareike! Es gibt ja sehr poetische Philosophen, wie z.B. Nietzsche. Aber die Poesie im Dienste der Philosophie ist mir nicht so geheuer, es sei denn, der Philosoph vergisst sich selbst im Poetischen. Eigentlich ist jede Poesie bereits von selbst philosophisch. Oder, vielleicht sollte man sagen, das Philosophische existiert nicht durch sich selbst sondern ist ein Abstrakt des Poetischen.

Grüsse,  
Rolf-Peter  -  04.03.05 05:51

   Zustimmungen: 0

  wie wahr! seit ich angefangen habe zu schreiben, ertappe ich mich immer wieder in poesie zu denken, philosophische fragen zu stellen...du hast es echt gut dargestellt! gefällt mir!  
Mareike Dörr  -  03.03.05 19:01

   Zustimmungen: 0

  gut ausgedrückt, poetisch und in tollen reimen; ja, ich kenne solche menschen - philosophen - die nie dem augenblick leben. wie schade.

gruß von rosmarin  
rosmarin  -  12.02.05 11:27

   Zustimmungen: 0

  Vielen Dank, Eden! Ja, stimmt..., dieser "Philosoph" haette ich auch selbst sein koennen.
Gruss,
Rolf-Peter  
Unbekannt  -  21.12.04 15:43

   Zustimmungen: 0

  Find ich echt toll. Zumal ich auch der Meinung bin, dass man sich selbst nie zu ernst nehmen sollte...
Gruß,  
Eden  -  20.12.04 20:18

   Zustimmungen: 0

Sharing is Caring

Sharing is Caring

Dir gefällt eine Story besonders gut?


╰┈➤ Teile sie! જ⁀➴


Den "Teilen" Button findest du unten rechts in jeder Story...


Jedes Teilen einer Story, hilft dem Autoren UND Webstories!

Die neusten Kommentare

Kommentar von "Pseudo Nym" zu "Ohne Worte"

Wow. Kurz aber tiefgehend und wirklich ein Hammer Foto.

Zur Story  

Beliebte Kommentare

Kommentar von "darkangel" zu "Der Leuchtturm und das gebrannte Kind"

beim lesen dachte ich kurz: huch, so lang? die spannung wird sich wohl nciht bis zum ende halten... tja, falsch gedacht. du schaffst es, bis zum ende die stimmung aufrecht zu erhalten, stellst den ...

Zur Story  

Die neusten Kommentare

Kommentar von "Dieter Halle" zu "Der Mythos vom edlen Wilden"

Sehr gut. Aber natürlich gefällt mir dieser Text von dir auch deswegen ganz besonders gut, weil er meiner ganz persönlichen Meinung entspricht. Rein stilistisch bist du immer hervorragend, und bringst ...

Zur Story  

Beliebte Kommentare

Kommentar von "darkangel" zu "Einsamer Verlierer"

hm... ich halte das weggebellt für nciht so passend, weil man (bzw natürlich ich^^) an einen kleinen kläffer denkt, der zwar beachtung findet, aber an dem man - wie von regenwolke beschrieben - majest ...

Zur Story