On The Edge Of Us - von: Summer Peach.

Romane/Serien · Romantisches

Von:    Summer Peach

Erstveröffentlichung: 18. Februar 2026
Bei Webstories eingestellt: 18. Februar 2026
Anzahl gesehen: 1.232
Erhaltene Punkte: 410
Kapitel: 2, Seiten: 23

Diese Story ist die Beschreibung und Inhaltsverzeichnis einer Reihe.

Verfügbarkeit:    Die Einzelteile der Reihe werden nach und nach bei Webstories veröffentlicht.

Wäre das Leben ein Film, stellte Summer sich diese Szene so vor:
Aufblende. Instrumentalversion von Falling Slowly im Hintergrund, Drama.
Fokus auf ihre silbernen Riemchensandalen, langsamer Schwenk über die nackten Beine nach oben, bis zum Saum des Kleides, das knapp über dem Knie endet. Die Kamera würde kurz auf dem Saum verharren, sein Spiel während ihrer Bewegung einfangen. Dann Kamerafahrt weiter nach oben, bis zu ihrem Arm auf Schulterhöhe. Die Kamera folgt dem Arm in Nahaufnahme, das Gesicht bleibt noch im Dunkeln, nur die langen blonden Haare würde man um Ellenbogen und Schultern fallen sehen. Man würde sehen, wie sie elegant ein Buch im Regal verräumt, im anderen Arm einen weiteren Stapel Bücher. Zum Schluss der Szene würde die Kamera über ihr Lächeln aus dem Gesicht zoomen, sodass man sie in totaler Schönheit erblicken würde. Cut.

Aber das Leben ist leider kein Film und Summers Main-Character-Moment wird in diesem Augenblick vom Klingeln der Ladenglocke plötzlich unterbrochen. Sie dreht sich um, zu schnell, und die Bücher auf ihrem Arm gleiten zu Boden. Sie seufzt.
“Guten Abend Signora Esposito”, ruft sie nach vorne, während sie sich schnell bückt und die verstreuten Bücher einsammelt.
Von wegen Eleganz. Schnell legt Summer die Bücher zur Seite und eilt nach vorne in den Laden. Die Kundin, eine kleine, alte Damen mit silbernen Haaren, Handtasche über dem Arm, tippt schon ungeduldig mit dem Finger auf die Ladentheke. Obwohl sie eigentlich gar nicht ungeduldig ist, aber das ist ihre Art.
Summer huscht flink hinter die Ladentheke und lächelt sie freundlich, aber noch etwas außer Atem, an.
“Was kann ich heute für Sie tun, Signora?”
“Buch”, sagt sie knapp. Kein Lächeln.
Innerlich beißt sich Summer auf die Lippe. Freundlich bleiben, Summer.
“Aber natürlich, sehen Sie.”
Sie erinnert sich, dass sie am Vortag ein Exemplar der Chronik der Stadt für die alte Dame bestellt hatte. Summer greift hinter sich, zieht das Buch aus dem Regal und präsentiert es Signora Esposito auf der Theke.
“Mhhm”. Sie kneift die Lippen zusammen, fast ein Strich.
“Ich hoffe, das ist was Sie suchten?” Summer tippt den Betrag in die Kasse.
“Wird schon passen.”
Ach, dieser Überschwang. Summer schlägt das Buch in braunes Papier ein, um es zu schützen und reicht es Signora Esposito.
“War mir wie immer eine Freude, Signora. Sehen wir uns bald wieder?”
“Jaja”, grummelt sie, schwingt die Handtasche auf den anderen Arm und dreht sich um, mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit für eine Person ihres Alters und ihrer Statur.
Die Ladenglocke klingelt erneut, als sie den Laden verlässt und die Türe hinter ihr ins Schloss fällt. Einen Moment lang schließt Summer die Augen.
“Du liebst deine Kunden, Summer”, versichert sie sich selbst leise. “Du liebst sie und du brauchst sie.”
Ihr Blick fällt auf die Uhr. Zeit den Laden zu schließen. Schnell gehe sie noch einmal nach hinten, räumt die verbleibenden Bücher ins Regal. Ein letzter Blick auf die Sortierung, dann fährt sie mit dem Finger einmal über den Regalboden. Kein Staub. Sehr gut.
Im Hinausgehen fallen ihr die Kartons auf, die sich noch unausgepackt im Lager befinden. Sie seufzt. Egal. Darum wird sich Clara morgen früh kümmern.
Sie nimmt ihre Tasche von der Theke, wirft noch einen letzten prüfenden Blick zurück in den Laden und lächelt. Die verwinkelten Regale bis obenhin voll mit Büchern, hinten im Laden eine kleine Leseecke, zwei alte Sessel, von denen einer von Summers Vater stammt. Den anderen hatte ihr Bruder einmal von einer Reise mitgebracht. Die kleine Lampe auf dem Tisch zwischen den beiden Sesseln würde sich in ein paar Minuten von selbst ausschalten.
So einfach kann Frieden aussehen. Summers Seele ist glücklich, als sie den Laden hinter sich schließt und sie auf den Weg nach Hause macht.

Punktestand der Geschichte:   410

Dir hat die Geschichte gefallen? Unterstütze diese Story auf Webstories:      Wozu?


Ähnliche Stories

Vom Vogel, der ein Mensch sein wollte - Teil 8

2.863 Aufrufe • vor mehr als 12 Jahren, Punkte: 53, Favoriten: 0
 Romane/Serien - Nachdenkliches
Bis zum Treffen war es noch etwas Zeit, nachdem Tim gegangen war und ihm noch die Nutzung sanitären Anlagen erklärt hatte. Mark beschloss, sich noch ein wenig im Internet zu
 Vorauss. Lesedauer: ca. 4 Min.

My imagination

2.649 Aufrufe • vor mehr als 23 Jahren, Punkte: 21, Favoriten: 0
 Kurzgeschichten - Nachdenkliches
Wie jede Woche sitze ich im Musik Unterricht und langweile mich. Mein Lehrer, der glaube ich, noch irgendwo in den 70er Jahren feststeckt, erzählt wieder einmal etwas von Intervallen und anderen diversen Noten.
 Vorauss. Lesedauer: ca. 4 Min.

Am Bahnsteig

2.594 Aufrufe • vor mehr als 19 Jahren, Punkte: 11, Favoriten: 0
 Kurzgeschichten - Aktuelles und Alltägliches
Nun steh ich am Bahnsteig und warte auf den Zug. Ich habe noch Zeit, mehr als genug, um mich zu langweilen, nachzudenken und zu beobachten.
Ich lasse meinen Blick über den Bahnsteig schweifen, auch über die Nachbarbahnsteige, und auch die
 Vorauss. Lesedauer: ca. 4 Min.

Weitere Stories des Autoren

Cheyenne - Geschichte einer Prinzessin

16.507 Aufrufe • vor mehr als 19 Jahren, Punkte: 331, Favoriten: 0
 Romane/Serien - Romantisches
Die ersten Sonnenstrahlen fielen in mein Zimmer und kitzelten mich an der Nase. Ich liebte es, dass mein Zimmer nach Osten ausgerichtet war. So wurde ich jeden Morgen von der Sonne geweckt.
 Vorauss. Lesedauer: ca. 39 Min.

Liebesgeschichte in New York

10.374 Aufrufe • vor mehr als 20 Jahren, Punkte: 354, Favoriten: 0
 Romane/Serien - Romantisches
Mum? Mum, wo bist du?“ Rufend lief ich durchs Haus. „Mum, wenn du nicht gleich kommst, gehe ich ohne mich zu verabschieden.“
Ich bin Lara und 17 Jahre alt.
 Vorauss. Lesedauer: ca. 37 Min.

User, die diese Story mochten, mochten auch

Das könnte dir auch gefallen

Kommentare zur Story:

Leider wurde diese Story noch nicht kommentiert.

  Sei der Erste der einen Kommentar abgibt!  

Deine Lesezeichen

Deine Lesezeichen

An der Bushaltestelle, in der Kaffeepause und Abends im Bett.


Wenn du auf deinem Smartphone und Tablet, den selben Account nutzt wie am Laptop, Mac, oder PC,


kannst du - auf all deinen Geräten - über deine Lesezeichen, immer direkt da weiter machen, wo du aufgehört hast zu Lesen!

Die neusten Kommentare

Kommentar von "Tlonk" zu "Mission Titanic - Kapitel 7"

Hallo Francis, das haben wir gemacht, damit dein Kapitel auch unter beta.webstories erscheint. Da hatten wir einen Fehler mit der Darstellung von Romanen und den dazugehörigen Kapiteln. Aber die gut ...

Zur Story  

Aktuell gelesen

"Kuro Neko" von Christian Dolle

Die fette, faule, schwarze Katze lag auf der Fensterbank und döste vor sich hin. Ab und zu öffnete sie ein Augen und sah nach draußen auf die Regentropfen, die gegen

Zur Story  

Beliebte Kommentare

Kommentar von "Sabine Müller" zu "Die zwei Eichen"

Eine rührende Geschichte. Es steckt so viel in ihr. Gerade die Eichen machen auch viel aus, das Wort Amtsgericht etc. Eine traurige Geschichte. Ich träume seit Jahren selbst von einem Hof. Viellei ...

Zur Story  

Die neusten Kommentare

Kommentar von "Marco Polo" zu "Mission Titanic - Kapitel 7"

Sehr spannend und lebensnah ist die Sache mit Murdoch. Wiedermal sah ich alles wie in einem Film vor mir. Ich kann nur sagen klasse geschrieben. Was dir alles so einfällt einfach genial.

Zur Story  

Aktuell gelesen

"Schlachtenruf" von Marion Lady Aline

Wenn die Nacht ihren Mantel über die Sonne wirft, bis der letzte Sonnenstrahl im Dunkel erstickt, gräbt sich eine Sehnsucht durch meinen Schlaf malt einen Schlachtruf in meinen hungrigen Blick.

Zur Story