Toscanische Impressionen 3
Keine Frage, der Sommer kommt wieder. Gönnt Euch ein paar italienische Momente, laßt Euch von den Aromen des italienischen Sommers, dem Duft nach wildem
Kurzgeschichten · Amüsantes/Satirisches
Von: Ron Holiday
Erstveröffentlichung: 31. August 2026
Bei Webstories eingestellt: 31. August 2026
Anzahl gesehen: 315
Erhaltene Punkte: 92
Seiten: 6
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Besten Schutz
vorm Sonnenbrand
durch Langzeiturlaub
im Sauerland
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01. Prolog
Nachstehend die leicht satirische Schilderung meiner subjektiven Eindrücke von der Stadt Brilon, welche ich u.a. im August 2026 dort sammeln konnte. Der nachstehend vorgenommene Vergleich zwischen Brilon und Neheim resultiert aus dem Quell Ort (Brilon) des Flusses Möhne und dem Endort der Möhne (Mündung) in Neheim, wo diese in der Ruhr aufgeht. Ich erwähne Neheim als Vergleich zu Brilon auch, da ich beide Orte kenne und deutlich machen möchte, wie unterschiedlich das Sauerland sein kann. Alle Datenangaben und GPS-Informationen verstehen sich „ohne Gewähr“, obwohl ich versucht habe, diese sorgfältig zu ermitteln.
Gleich vorweg sei angemerkt:
Die Sauerländer Stadt Brilon (PLZ 59929) ist anders als z. B. die Sauerländer Stadt Arnsberg-Neheim (PLZ 59755). Während Brilon sein Schwergewicht auf touristisch voll erschlossene Grün- und Wandergebiete legt, kann man Neheim -
(eigenständiger Stadtteil von Arnsberg ab 1983 entstanden durch die Aufspaltung von Neheim-Hüsten in Neheim und Hüsten)
- eher als kleinen Einkaufsstadtteil bezeichnen.
In beiden Städten haben die Tourismusbehörden ganze Arbeit geleistet. Besonders aber in Brilon, wo gefühlt jedes vierte Haus eine Hinweistafel hat, welche die historischen Daten des Gebäudes wiedergibt. Ein weiterer Unterschied ist, dass es anscheinend in Brilon gefühlt mehr restaurierte Fachwerkhäuser gibt als in Neheim. Wenn man das Stadtbild von Brilon mit Neheim vergleicht, kann man in der Neheimer Innenstadt und den Seitenstraßen derselben, meiner Meinung nach, ein leicht höheres soziales Konfliktpotenzial erkennen. Brilon ist sicherlich keine „Nabelstelle des Universums“ aber vielleicht eine nähere Betrachtung wert. Zudem wurde unser derzeitiger Bundeskanzler dort am 11.11.1955 geboren. Laut dem Flyer einer dortigen Tourismus-GmbH soll dies im „vornehmsten Haus der Stadt“ geschehen sein (Faktencheck wird hierzu empfohlen!). Dort soll auch einmal der Bruder von Napoleon I. genächtigt haben. So eine Kindheitsgeschichte führt dann später wahrscheinlich unweigerlich zu einer Privatpilotenlizenz. Wäre er im Ruhrgebiet in einem Zechenhaus geboren worden, wäre er vielleicht Bergmann geworden oder arbeitslos.
02. Lage, Größe, Vorurteile
Im Osten von NRW (Hochsauerlandkreis (HSK)) liegt Brilon und beherbergt ca. 27.000 Einwohner auf einer Fläche von rund 229 Quadratkilometern. Als GPS-Position könnte man Breite/Länge 51.395547° 8.567728° angeben. Schon vor Jahrzehnten warnte mich mein Vater mit erhobenem Zeigefinger:
„Junge, pass beim Autofahren bloß auf, wenn jemand ein HSK-Autoschild vor Dir hat. Trägt der auch noch auf dem Fahrersitz einen Hut, dann sei besonders wachsam!“
Natürlich ist das Quatsch, zeigt aber, dass manche Großstädter aus dem Ruhrgebiet die Sauerländer oft ein wenig misstrauisch beurteilten. Einige Städter fanden es damals anscheinend als „gemein“, dass die KFZ-Fahrprüfungen auf dem Land angeblich viel einfacher gewesen seien als in der Großstadt. Dies glaubte man damals an der Fahrweise von HSK-Bewohnern wiederzuerkennen. Wahrscheinlich ist dies zusätzlich auf die alte Rivalität zwischen Stadt- und Landbevölkerung zurückzuführen, welche man heute noch an einigen Stellen in Deutschland registrieren kann. Es handelt sich hier um die gleichen Vorurteile, die mir mal ein Reisebusfahrer mitteilte, der der festen Überzeugung war, dass die Niederländer mit ihren Wohnwagengespannen permanent die europäischen Fernstraßen verstopfen würden. „Man käme mit dem Bus gar nicht mehr durch“. Vorurteile sollen sogar deutsche Richter haben. Mir wurde mal vor Jahrzehnten erzählt, dass in einem Gerichtsurteil gestanden hätte:
„…… BMW-Fahrer neigen zu ruppigen Überholmanövern…“.
03. Stadt des Waldes
Brilon besteht flächenmäßig ungefähr zur Hälfte aus Wald, wobei anzumerken ist, dass gewisse Sturmkatastrophen der Vergangenheit auch dort deutliche Spuren hinterlassen haben. Ich konnte mich selbst vor Ort davon überzeugen, dass es dort unzählige Wandermöglichkeiten auf gepflegten Wanderwegen gibt. Allein der Besuch des überraschend großen Kurparks ist ein kleines Erlebnis. Dort wurden für die Touristen u.a. Steinklötze aufgestellt und auch erklärt (Geologie). Auch floristische Anlagen, Kunstinstallationen und Wasserbecken sind vorhanden. Wenn man den Kurpark entlangläuft, landet man zunächst an der Möhne-Quelle -
(Quelle der Möhne und Namensgeber der Möhne-Talsperre. Ca. 2 Kilometer Luftlinie südsüdöstlich der City von Brilon)
- und später auf dem Poppenberg („Kleine Schweiz“; Rothaarsteig), von dem man eine schöne Weitsicht ins Sauerland hinein hat. Auffällig war, das an einigen Stellen der Wanderwege immer wieder kleine (bauliche) religiöse Installationen am Wegesrand auftauchten. Ein deutliches Zeichen für eine anscheinend dort noch weit verbreitete einfache Volksfrömmigkeit. Die Möhne-Quelle (oberhalb der Kurparkhütte, Am Schönschede) führt im Jahresverlauf nicht durchgehend Wasser und endet bei Arnsberg-Neheim in der Ruhr (GPS-Position der Mündung: 51.456972° 7.954760°). Wenn man das Wasser-Gerinnsel an der Möhne-Quelle sieht, wundert man sich, dass sich die Möhne nach ca. 68 Kilometern (bzw. ca. 44 Kilometer Luftlinie) bei Arnsberg-Neheim schon als rauschender Fluss präsentiert, welcher zu meiner Besuchszeit dort enorm viel Wasser führte. Nebenbei sei angemerkt, dass der Wasserfall Plästerlegge (Bestwig; GPS-Position: 51.300903° 8.438378° ; ca. 14 Kilometer Luftlinie von Brilon entfernt) zur gleichen Zeit auch fast ausgetrocknet war.
04. Geschichte
973 nC - In einer Schenkungsurkunde (Kaiser Otto II.) wird Brilon (brylon) urkundlich zum ersten Mal erwähnt.
1220 nC – Gründung Brilons durch Erzbischof Engelbert.
1250 nC – Das Rathaus am Marktplatz wird errichtet. Bis heute ein schönes Gebäude und angeblich auch eines der ältesten Rathäuser Deutschlands. Täglich um 11, 15 und 17 Uhr ertönt ein Glockenspiel.
13. Und 14. Jahrhundert – Brilon wird (1350 nC) mit ca. 3.000 Einwohnern Mitglied der Hanse und im Verlaufe der darauffolgenden Zeit einer der bedeutendsten Hansestädte Westfalens. Um 1350 nC herum, soll Brilon schon ca. 600 Häuser gehabt haben. Das war damals schon recht viel für eine mittelalterliche Stadt.
1444 nC – Im Herzogtum Westfalen wird Brilon Hauptstadt.
1632 nC – Die damaligen Hessen erobern Brilon im Dreißigjährigen Krieg und es kommt zur Brandschatzung durch dieselben. Die Hessen setzen sich dort bis 1816 nC fest.
1635 nC - Die Pest wütet in der Stadt. Viele Einwohner sterben daran.
18. Jahrhundert – Es ereignen sich in dieser Zeit einige große Brände, welche schwere Schäden anrichten. Am 19.08.1742 ereignete sich z. B. dort ein Großbrand, welcher als eine der größten Katastrophen in die Briloner Stadtgeschichte einging. Dieser Brand zerstörte weite Teile der Stadt, was zu erheblichen Schäden und einem langwierigen Wiederaufbau führte.
1816 nC – Die Preußen lösen die Herrschaft der Hessen in Brilon ab.
1905 nC – Brilon wächst auf 5.000 Einwohner an.
1945 nC – Bis zum Tag der Befreiung durch amerikanische Truppen (29.03.1945) erleidet die Stadt mindestens 37 Tote durch Luftangriffe.
1974 nC – Brilon wird Luftkurort.
1975 nC – Gemeinde-Reform. Kreissitz wird Meschede und die Briloner Großgemeinde (16 Dörfer) hat nun ca. 25.000 Einwohner.
2000 nC – Brilon wird Kneipp-Kurort. Dies kann man heute noch schön an den diversen Sebastian Kneipp-Statuen u.a. auch im Kurpark dokumentiert sehen.
18/19.01.2007 nC - Der Orkan Kyrill sorgte mit Windgeschwindigkeiten von 180 km/h bis 200 km/h für erhebliche Schäden im Briloner Waldgebiet. Zahlreiche Bäume wurden entwurzelt.
2015 nC – Eröffnung des Waldfeenpfads. Ich bin den Weg mal ein Stück entlanggelaufen, habe aber weder Trolle noch Feen gesehen. Man darf heute natürlich auch nicht zu viel erwarten. Er ist schön abzuspazieren und es wurden einige Holz-Installationen aufgebaut, welche auch für Kinder interessant sein könnten. U.a. kann man mit einem Holzhammer, falls dieser zwischenzeitlich noch nicht geklaut wurde, Klänge an hängend-herunterbaumelnden Holzstämmen im Wald erzeugen. Ich habe es ausprobiert. Es war nicht sehr überzeugend, da alle angeschlagenen Stämme sich fast gleich anhörten.
2016 nC – Brilon wird zum Kneipp-Heilbad ernannt.
09/10.02.2020 nC - Der Orkan „Sabine“ sorgte für zahlreiche umgestürzte Bäumen und andere Waldschäden.
2022 nC – Das 50-jährige Bestehen des Kurparks wird gefeiert und Brilon verzeichnet ca. 27.000 Bewohner.
28.12.2022 nC - Es kam zu einem kleinen Erdbeben in Brilon mit der Stärke 1,9.
05. Tourismus und Tradition
Wer durch die Stadt läuft oder fährt kann deutlich sehen, dass der Wirtschaftsfaktor Tourismus dort eine große Bedeutung hat. Die Stadt ist ein Zentrum des Fremdenverkehrs, besonders bekannt für ihre naturnahe Lage und Wanderwege im Sauerland. 1975 nC kam es zu einer kommunalen Neuordnung.
05.1 Sehenswürdigkeiten in Brilon:
Die Briloner Tourismus GmbH nennt in einem Flyer 54 Sehenswürdigkeiten in Brilon. U. a. werden darin auch genannt:
05.1.1 Die katholische Pfarrkirche St. Petrus und Andreas (1220 nC).
05.1.2 Das Rathaus mit Wurzeln im Jahr 1250 nC (Gilde- und Zunfthaus; Handelsstätte). Eines der ältesten Rathäuser Deutschlands (59929 Brilon, Am Markt 1). Es gibt alternative Info-Quellen, die den Zeitraum der Erbauung des Rathauses mit 1217 nC bis 1300 nC angeben. Ab 15.11.1985 nC soll es unter Denkmalschutz stehen. Täglich um 11, 15 und 17 Uhr ertönt das Schnade-Glockenspiel (bewegliche Figuren; Musik C.M.v. Weber „Freischütz“) aus den beiden oberen Fenstern des Hauses. Angeblich erfolgt seit dem Jahr 1388 nC alle zwei Jahre in Brilon ein Schnadezug, bei dem männliche Stadtbewohner Teile der Stadtgrenze ablaufen. Angeblich soll dies eines der größten Volksspektakel in Westfalen sein. Dort soll es dann auch zum „Stutzäsen“ kommen. Neubürger werden ergriffen und mit dem Gesäß gegen einen Schnadestein gestoßen. Danach sind diese dann anerkannte Briloner und bekommen vom Bürgermeister darüber eine Urkunde ausgestellt.
05.1.3 Der mittelalterliche Marktbrunnen (Petruskump) gegenüber vom Rathaus. Er war im Mittelalter eine zentrale Wasserversorgungsstelle der Stadt.
05.1.4 Nikolaikirche (Rokoko, Minoriten 1772 nC - 1782 nC).
05.1.5 Derker Tor.
Dieses Tor ist das letzte von ehemalig vier Stadttoren, welche, neben den damaligen 12 Wehrtürmen, die Hauptbestandteile der ehemals 2,3 Kilometer langen Stadtmauer bildeten. Man kann als Tourist hindurchschreiten, es ist aber abgesehen von seiner historischen Bauweise eher wenig spektakulär.
06. Mietpreise, Kaufpreise für Häuser und Hotelkosten.
Im Jahr 2026 sollen die durchschnittlichen Mietpreise zwischen 6,21 Euro und 9,58 Euro pro Quadratmeter liegen. Natürlich ist auch hier die eingeforderte Miete von der Wohnungsgröße, Lage und Ausstattung abhängig. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Eigentums-Wohnungen und Häuser soll zwischen ca. 1.800 Euro bis 3.900 Euro liegen.
Wer 2026 in einem Hotel-Doppelzimmer mit Frühstück unterkommen will, sollte mit ca. 50 Euro bis 100 Euro je Nacht rechnen. Preis entscheidend ist auch hier der Komfort und die Lage des Hotels.
07. Kriminalität
Im Vergleich zu anderen Dörfern und Städten Deutschlands gehört Brilon zu den sichereren Städten.
08. UFO-/UAP-Sichtungen (ich kann es nicht lassen).
Während es auf unserer Erde, nach Meinung der Ufologen, zahlreiche UFO-Hotspots gibt (z. B. Skinwalker Ranch Utah USA; Bonnybridge Schottland; San Clemente Chile), kann man feststellen, dass Brilon hier hundertprozentig nicht dazu zählt.
09. FAZIT
Ich war von den Wandermöglichkeiten die Brilon bietet, positiv überrascht. Allein der weitläufige Kurpark ist schon sehenswert. Bei der Gastronomie war auffallend, dass es hier wohl Wochentage gibt, bei denen gefühlt die Hälfte der Restaurants geschlossen hat. Dann kann der Tourist zusehen, wo er noch ohne Vor-Reservierung einen Restaurant-Sitzplatz herbekommt.
ENDE
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