Kapitel 9 – Unfall im Dark Room
United Europe, Jahr 2473
Eine Panzertür schnellte nach oben und der Oberbefehlshaber des UE-Secret-Service, der fünfundfünfzigjährige Henry Gudimard, stolzierte mit ernster Miene herein. Während er zügig die Treppenstufen zu seinem stellvertretenden Geheimdienstchef Nicholas Verhoeven hinunterschritt, zog er sein Jackett aus, schleuderte seinen Bowler auf einen Computertisch und band sich seine Krawatte los, die er über seinem Nacken hängen ließ. Wirres Gemurmel, ratternde Apparate und piepende Signale von etlichen Computergeräten waren zu hören.
„Wie lautet der aktuelle Missionsbericht?“, fragte er Nicholas, der gerade von einigen Agenten umzingelt wurde, die auf ihn einredeten und ihm Schriftstücke entgegenhielten. Nicholas Verhoeven war ein paar Jahre älter als Henry und zählte ebenfalls zu den Pionieren der Zeitreisen, genauso wie Henry Gudimard.
Damals vor 30 Jahren, als die Zeitreisen ermöglicht wurden, war Nicholas ein aktiver Agent gewesen und hatte gemeinsam mit Henry, die in der Agentensprache so bezeichneten Time Thieves verfolgt, zur Strecke gebracht und das manipulierte Zeitgeschehen wieder berichtigt. Aber Nicholas hatte schon in seinen ersten Missionen die Erfahrung gemacht, dass er einfach nicht fähig war, jemanden zu töten, was in diesem Job jedoch leider oftmals unumgänglich war. Auch wenn er selbst in Lebensgefahr schwebte und er sich unbedingt verteidigen musste, konnte er sich nicht überwinden, seine Schusswaffe zu gebrauchen. Also hatte sich Agent Nicholas Verhoeven damals dazu entschlossen, ausschließlich im Innendienst in der Sicherheitszentrale hinter dem Schreibtisch tätig zu sein und nie wieder durch die Zeit zu reisen. Außer privat, wenn er bei der Time Travel Agentur eine Urlaubsreise in eine andere Zeitepoche buchte.
Der stellvertretende Geheimdienstchef kraulte sich seinen ergrauten Vollbart. Dann richtete er seine Brille und blickte Henry überrascht an.
„Henry, gut dass du wieder hier bist. Leider ist die Situation unverändert. Das Archiv meldet immer noch, dass die Titanic am Dienstag, dem 16. April um 21.45 Uhr den Hafen von New York erreicht hat. Aber es gibt eine überraschende Neuigkeit vom Schleuser Ike van Broek. Die Nachrichtenabteilung hat herausgefunden, wo er sich aufhält. Ein Akteur hatte Ike beim Polizeidepartment in Queenstown angezeigt, weil er ihn mit einer Kriegswaffe bedroht hatte. So hatte dessen Aussage gelautet, womit nur eine EM23 gemeint sein kann. Dieser Vorfall ereignete sich am Mittwoch, dem 10. April, um circa 22.30 Uhr, in einer Hafenkneipe namens Old Fishbone. Ich empfehle, ein SEK-Team dorthin zu transferieren, das ihm rechtzeitig, also noch vor der Tatzeit auflauert, und dann werden wir ihn endgültig aus dem Verkehr ziehen. Du solltest wissen, dass Queenstown die allerletzte Anlegestelle der Titanic ist. Es ist offensichtlich, was er beabsichtigt. Mittlerweile gibt es auch diskrete Hinweise dafür, dass sich Ike bereits auf dem Schiff aufhält. Etliche Mikrokameras sind systematisch ausgefallen. Henry, dazu darf es nicht kommen! Wir müssen van Broek unbedingt aufhalten und verhindern, was er beabsichtigt!“
Henry Gudimard grummelte.
„Mhhh … Das wäre keine kluge Operation. Ike ist schließlich bewaffnet und wir dürfen keinesfalls eine Schießerei riskieren. Er ist zwar nur mit einer EM23 ausgerüstet, die gegen die Schutzpanzerung eines SEK-Soldaten normalerweise unwirksam ist, aber die Explosionsgeschosse darf man trotz alledem nicht unterschätzen. Ike würde sowieso seinen Schalldämpfer abschrauben, nur um Aufmerksamkeit zu erregen, und die Mission wäre gescheitert. Die Mission Titanic neu zu starten, könnte in einem unübersichtlichen Chaos enden, denn am Hafen von Southampton befinden sich nun zu viele Agenten. Ike und mich eingeschlossen. Sollte Ike bei diesem Restart etwas zustoßen, hätten wir wiederum ein mächtiges Problem mit der Belfast Mission. Ein typisches Zeitparadoxon hätten wir dann ausgelöst. Und alles nochmal von Anfang an? Oh nein, das riskiere ich niemals!“
„Aber Henry, Ike darf auf gar keinen Fall an Bord gehen! Der Funkkontakt zu Rijken und Klaasen ist völlig abgebrochen, weil Piet scheinbar seinen Beamer ausgeschaltet hat. Ich muss dir ja nicht erklären, dass das Herunterfahren des eigenen Transmitters die allerletzte Option für einen Agenten ist. Das kann nur eines bedeuten: Dass es Ike gelungen ist, beide zu überwältigen. Piet hat richtig gehandelt; somit hat er verhindert, dass van Broek unkontrolliert durch Zeit und Raum reist“, erklärte Verhoeven. „Jetzt haben aber Rijken und Klaasen keinerlei Chance mehr, noch bevor die Titanic versinkt, zu flüchten, weil das Hochfahren des Transmitters in diesem Jahrzehnt einige Tage in Anspruch nimmt. Piet kann seinen Transmitter nur schrittweise hochfahren, wenn der Satellit in Reichweite ist, dafür bleiben ihm allerdings nur wenige Minuten zur Verfügung. Sogar weniger Minuten als üblich, denn der Satellit bewegt sich mit rasender Geschwindigkeit in der Erdumlaufbahn gen Osten, und die Titanic fährt genau in die entgegengesetzte Richtung. Würden sie sich in den 1970ern aufhalten, wäre das kein so großes Problem, weil sich ab diesem Jahrzehnt genügend Satelliten von den Russen und Amerikanern sich in der Erdumlaufbahn befinden. Nur mithilfe fremder Raumsonden ist unser Satellit in der Lage, eine Verbindung herzustellen, um verschlüsselte Daten, Programme und gebündelte Energie schnellstmöglich zu übertragen. Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass Schleuser van Broek die Titanic Katastrophe zu verhindern versucht. Er muss unser gesuchter TT sein, mindestens ist er ein Komplize. Demnach müssen wir ihn unbedingt stoppen, noch bevor er an Bord geht. Dies ist eine einmalige Chance, unsere letzte Chance sogar!“, redete Nicholas energisch auf ihn ein. „Ein SEK-Team wird mit einem Schleuser schon fertig werden, ohne dabei Aufmerksamkeit zu erregen. Also, gib verdammt nochmal den Befehl zum Zugriff frei!“
Nachdem Henry kurz überlegt hatte, antwortete er seinem Stellvertreter kopfschüttelnd.
„Sollte diese Operation fehlschlagen, wäre nicht nur die Mission gescheitert, sondern Ike wäre zudem erneut unauffindbar. Außerdem müsste der Zugriff im Hafengebiet einer Stadt stattfinden, da kann man nicht ausschließen, dass trotz der späten Abendstunde irgendwo hinter dem Vorhang ein Zeuge zuschaut, oder dass ein Akteur möglicherweise verletzt oder gar getötet wird. Ich schlage vor, wir lassen ihn passieren. Auf der Titanic ist er sehr gut aufgehoben, denn dann wissen wir auch ganz genau, wo er sich aufhält. Wir müssen sofort Marko und Piet informieren, dass sich Ike an Bord befindet.“
Nicholas Verhoeven blickte Henry eindringlich an.
„Und wie? Piets Beamer ist die nächsten Tage offline.“
„Ach, das hatte ich ja total vergessen. Wie dem auch sei … Wir sind trotzdem im Vorteil, weil Ike wiederum nicht ahnt, dass Rijken und Klaasen an Bord sind. Die zwei Burschen werden ihn rasch aufspüren. Da bin ich zuversichtlich.“
Henry setzte sich ein Headset auf, betätigte am Computer einen Schalter und verband sich mit dem überdimensionalen Monitor, sodass sein Gesicht darauf zu sehen war und jeder Geheimdienstler in der Sicherheitszentrale nun mitbekam, was er sagte.
„Sehr geehrte Agentinnen und Agenten, ich bitte um Ihre Aufmerksamkeit“, schallte es lautstark durch die Sicherheitszentrale, woraufhin das Gemurmel allmählich verstummte, bis hunderte Leute nur noch Henrys Ankündigung auf dem Monitor mitverfolgten.
„Aufgrund der aktuellen Ereignisse, dass sich Schleuser Ike van Broek nun auf der Titanic aufhält und obendrein der Funkkontakt zu unseren Agenten abgebrochen ist, verleitet zur Schlussfolgerung, dass er unser gesuchter TT ist. Es wäre auch ein perfekter Plan, denn falls Ike die Titanic-Katastrophe tatsächlich verhindert, könnte er in New York einfach aussteigen und ein neues Leben beginnen, während wir die Mission Titanic neu resetten müssten. Dann würde Ike in einer Welt leben, in der die Titanic Katastrophe niemals stattgefunden hätte. Ein anderes, ein paralleles Universum würde entstehen, in das wir uns niemals transferieren könnten. Ike könnte sich dann mit seinem geschichtlichen Wissen ein unbeschwertes Leben gönnen, ja, sich sogar eine Zukunft nach seinen Vorstellungen erschaffen.“
Nach dieser Durchsage schaltete sich Nicholas Verhoeven dazu, woraufhin auch sein Gesicht auf dem Monitor erschien.
„Und genau aus diesem Grund müssen wir Ike im Hafengebiet von Queenstown sofort stoppen. Falls nötig, müssen wir ihn sogar eliminieren! Er stellt ein viel zu großes Risiko dar, selbst wenn wir uns letztendlich getäuscht haben und er nicht unser gesuchter TT ist. Jetzt in diesem Moment ist es auf der Titanic genau 6:45 Uhr, Freitag, der 12. April. Wir wissen das, weil Piets Transmitter ungefähr drei oder vier Stunden deaktiviert wurde und die letzte Datei genau um viertelvorsieben heruntergefahren ist. Das Archiv hat bis jetzt noch keine ausschlaggebenden Aktivitäten gemeldet. Wenn wir jetzt verhindern, dass Ike an Bord des Schiffes gelangt, werden Rijken und Klaasen ihm niemals begegnen. Dann wird Piet auch nicht seinen Transmitter abschalten, somit hätten wir auch wieder eine Funkverbindung zu unseren Jungs. Entweder greifen wir uns Ike jetzt oder wir müssen hoffen, dass er doch nicht der TT ist und es Marko trotzdem irgendwie gelingt, das Zeitgeschehen wiederherzustellen. Denn erst dann, wenn die Titanic mit dem Eisberg kollidiert, wird das Schiff stillstehen und wir könnten uns dorthin transferieren, um festzustellen, was genau dort vor sich geht. Nach meiner Ansicht wäre diese Option viel zu vage und unverantwortlich obendrein, unsere Jungs so lange ohne Funkkontakt ihrem ungewissen Schicksal auf einem sinkenden Schiff zu überlassen!“
„Ich widerspreche deiner Theorie“, erwiderte Henry, woraufhin wieder ein wirres Gemurmel durch die Sicherheitszentrale ging. „Ike beabsichtigt niemals sich in der vergangenen Welt abzusetzen, und ich glaube ihn so weit zu kennen, um zu behaupten, dass er zu solch einer gravierenden Tat moralisch gar nicht fähig wäre. Lasst mich erklären“, ertönte es aus allen Lautsprechern. „Seine Mutter liegt zurzeit im Memorial Hospital im Sterben. Es wurde bei ihr CM diagnostiziert – eine äußerst tödliche CM-Infektion um es genau auf den Punkt zu bringen. Und nur eine Bluttransfusion aus seinen Adern könnte sie retten, weil er mittlerweile über drei Jahre in der vergangenen Welt lebt und er nun die gewissen Abwehrstoffe in sich trägt. Ike würde also niemals mit einer Zeitmanipulation riskieren, dass man ihn zur Verbannung aus allen Citys verurteilt, oder dass er für immer irgendwohin untertaucht, um ein neues Leben zu beginnen. Ike wird also freiwillig ins Centrum zurückkehren, davon bin ich überzeugt. Er hat für sein fahnenflüchtiges Verhalten, dass er seinen Exit bewusst ignoriert hatte, einen ganz anderen Beweggrund, den ich zugegebenermaßen momentan auch nicht weiß. Aber eines weiß ich: Dass Ike für unsere Mission unentbehrlich ist. Wahrscheinlich beabsichtigt Ike sich beiden anzuschließen, denn er kennt sich auf der Titanic genauso gut aus, wie der Schiffskonstrukteur Thomas Andrews, schließlich hatte er beim Bau dieses Schiffes mitgewirkt und die Mikrokameras installiert. Ich muss Ike unbedingt kontaktieren und ihn persönlich überzeugen, dass er für unsere Mission weiterhin tätig sein soll. Diese Strapazen würde ich nicht auf mich nehmen wollen, wäre ich nicht absolut davon überzeugt, dass Ike ein hervorragender Geheimagent ist. Also Leute, zerbrecht euch jetzt mal eure hübschen Köpfe, wie ich trotz aller Logik auf ein bewegtes Objekt teleportiert werden kann – wie ich verdammt nochmal auf diese verfluchte Titanic transferiert werden kann. Ende der Durchsage!“
Die Mitarbeiter der Sicherheitszentrale blickten verdutzt auf den überdimensionalen Monitor, auf dem Henrys Gesicht zu sehen war, wie er entschlossen dreinblickte. Wieder beherrschte wirres Getuschel den riesigen Saal der Sicherheitszentrale, sogar mehr als je zuvor. Schließlich war es allgemein bekannt, dass ein punktgenauer Zeitsprung auf ein bewegliches Objekt nicht machbar war. Nachdem das öffentliche Briefing seitens des Geheimdienstchefs abgeschlossen war, schaltete Henry die Übertragung aus.
Plötzlich schnellte die Eingangsluke hoch und Agent Dave erschien in der Sicherheitszentrale. Er kam gerade aus dem Jahre 1912, aus der sogenannten Fabrik von Southampton, und hatte dieses Statement mithilfe seiner technologischen Nickelbrille mitverfolgt. Etwas außer Atem und äußerst aufgeregt teilte er mit, dass er zu Beginn der Mission Titanic in der Kabine D-13 ein Zeitfenster vorinstalliert hatte, mit dem Henry eigentlich wieder zurück zum Checkpoint hätte reisen sollen. Henry aber hatte dieses Zeitfenster nicht benutzt, sondern hatte sich auf der Titanic in einer öffentlichen Toilette eingeschlossen, dort ein Zeitfenster installiert und war dann somit zurück zum Checkpoint gelangt, zurück ins Centrum. Dieses unbenutzte Zeitfenster in Kabine D-13, dessen Koordinaten bereits programmiert wurden und feststanden, war demnach noch aktiv.
Nicholas Verhoeven zitierte Henry in sein Büro, betätigte einen Schalter, woraufhin das Fensterglas milchig anlief, sodass niemand mehr hineinblicken konnte, setzte sich in seinen Ledersessel, kraulte sich seinen gepflegten Vollbart und blickte ihn aus seinen Brillengläsern stechend an.
„Henry, die Vermutung von Dave stimmt zwar, dieses Zeitfenster ist immer noch aktiv, weil wir nach Erics Festnahme nicht resettet hatten, weil wir nach dieser Operation sofort Marko und Piet auf das Schiff beordert hatten. Aber es besteht dennoch ein erhebliches Risiko, dich auf die Titanic zu transferieren, denn aufgrund der einminütigen Verzögerung im Black-Room würdest du letztendlich im Ozean landen. Du würdest im eiskalten Wasser nur noch zuschauen können, wie das Schiff davondampft. Und mitten im Meer könntest du kein Zeitfenster installieren, um wieder zurückzukehren. Aber das weißt du ja.“
„Das ist wahr“, erwiderte Henry. „Vom Checkpoint aus könnte man niemals die genauen Koordinaten ermitteln und ein Zeitfenster installieren, weil sich das Schiff permanent vorwärts bewegt. Aber nun haben wir ein Zeitfenster, welches bereits installiert ist. Dieser Exit bewegt sich zwar auch ständig vorwärts, aber wir haben die exakten Koordinaten. Es müsste funktionieren, also probieren wir es doch aus.“
Nicholas starrte ihn zuerst nur an, dann schüttelte er den Kopf.
„Was du vorhast ist purer Wahnsinn. Solch ein Experiment hatten wir bislang noch nie gewagt. Das Schiff bewegt sich immerhin mit 40 Stundenkilometern vorwärts, und wer weiß schon, ob sich der Dark Room trotz genauen Koordinaten dieser Geschwindigkeit anpassen wird. Falls nicht, könntest du während des Transfers zerrissen werden – zerstückelt, nur noch als Fleischbrocken dort ankommen, oder du wirst sogar in Moleküle zerlegt und löst dich in Luft auf!“, warnte Nicholas.
Als Black Room wurde in der Agentensprache jener Raum bezeichnet, in dem man sich während eines Zeitsprungs eine Minute lang aufhielt. Jeder Zeitreisende, der durch ein installiertes Zeitfenster stieg, verschwand zuerst in einem absolut dunklen und schwerelosen Raum, bevor er nach exakt einer Minute in seiner gewünschten Zeitepoche wieder auftauchte. Das Archiv und die anderen unzähligen Computer, die eine Zeitreise einleiteten, erzeugten in der Gegenwart ein schwarzes Loch. Man hatte zwar versucht, dieses schwarze Loch zu untersuchen, aber es blieb immer erfolglos, weil eine Minute dazu einfach nicht ausreichte.
Die Neukunden der TTA hatten zwar allesamt begeistert berichtet, dass ihr Aufenthalt im Dark Room mindestens eine halbe Stunde gedauert hätte, wobei sie sich fühlten, als würde man mit einer Achterbahn fahren, aber ein erfahrener Zeitreisender empfand seinen Transfer nur wie einen Augenblick. Eine Untersuchung im schwarzen Loch war also einfach nicht möglich – wie sollte man auch einen völlig finsteren, schwereleeren Raum untersuchen?
Der Dark Room war ein zeitloses Terrain, welches niemals erkundet werden konnte. Eine Verbesserung der Zeitreisetechnologie konnte demnach nur mit persönlichen Erfahrungen erreicht werden, indem man eine lebensmüde Testperson hindurchschickt und abwartet, was dann mit ihr geschehen würde.
Nicholas nahm seine Brille ab und massierte mit den Fingern seine Augen. Der beleibte Mann war emotional sehr aufgebracht. Obwohl man ihm dies nie anzumerken vermochte, weil er stets einen ausgeglichenen Eindruck vermittelte und selbst bei haarsträubenden Endscheidungen selten seine Fassung verlor, spürte Henry dennoch seine innere Unruhe. Nicholas atmete tief ein, lehnte sich in seinen Ledersessel zurück und erzählte.
„Ich kann den Anblick einfach nicht mehr vergessen, als Agent Christoph Kalbach als erster Mensch das Zeitfenster durchschritt und als irgendetwas wieder zurückkam. Diese undefinierbare Fleischmasse, die vorher Agent Kalbach gewesen war, hatte zwar noch gelebt, aber wir mussten dieses Geschöpf von seinem Leiden erlösen. Wir fanden damals zwar den Fehler heraus, aber der zweite und der dritte Agent, die danach durch das Zeitfenster im Checkpoint gegangen waren, sind bis heute verschollen, wie du weißt. Sie sind nicht irgendwo in einer Zeitepoche gelandet und leben eventuell noch, sondern wir haben sie im Dark Room verloren. Sie sind verschollen“, betonte er. „Du hattest dich schließlich als vierter Agent freiwillig gemeldet, durch das Zeittor zu gehen, und bist unbeschadet am Zielort angekommen und wieder heil nach Hause gekommen. Danach versuchte es Simon und war auch erfolgreich. Ich war die sechste und letzte Testperson gewesen, nur um zu bestätigen, dass eure Transfers nicht nur Glücksfälle waren.“
Nicholas lümmelte in seinem Ledersessel, starrte vor sich hin, lächelte und schüttelte verständnislos mit dem Kopf.
„Was waren wir doch für verrückte Narren, jung und total vom Ehrgeiz besessen. Wahnsinnige, aus meinen heutigen Augen gesehen, die ihr Leben einfach so riskiert hatten, nur um wie Christoph Kolumbus, Neil Armstrong und wie viele andere Entdecker und Erfinder ein Denkmal in der Weltgeschichte zu setzen. Aber vor allem, um Karriere zu machen.“ Nicholas blickte Henry eindringlich an. „Lass es sein, Henry. Es ist zwar eine Möglichkeit, die theoretisch funktionieren könnte, aber wir haben genügend junge Agenten, genauso wie wir damals in unseren besten Jahren waren, die solch ein Experiment himmelhochjauchzend wagen würden. Wir beide, vor allem du, haben für unsere Pflicht schon mehr als genug getan. Nun sollte ein anderer Agent dieses ungewisse, vor allem lebensgefährliche Unternehmen wagen. Denn du bist für den UE-Secret Service unentbehrlich.“
Henry aber schmunzelte.
„Ja, es stimmt. Wir beide zählen zu den Pionieren der Zeitreisen. Nun stehen wir beide vor einer weiteren, einer ebenso neuen Herausforderung. Ist es möglich, sich auf ein bewegliches Objekt zu transferieren? Ohne genaue Koordinaten nicht, dass hatten wir bereits herausgefunden. Nun aber ist im Computer ein bereits installiertes Zeitfenster gespeichert und das Archiv würde diesen Transfer auch akzeptieren. Es ist zwar ein lebensgefährliches Wagnis, aber ich werde keinen meiner unerfahrenen Agenten als Testperson zur Verfügung stellen. Ich muss es selbst versuchen, weil ich Ike am besten kenne. Ich hatte ihn vorgeschlagen, ich hatte ihn für die Belfast Mission rekrutiert und ich war auf seiner Hochzeit gewesen. Ike vertraut mir … und zwar nur mir. Darum muss ich dieses Risiko auf mich nehmen. Aber dazu brauche ich dein Einverständnis, denn falls mein Transfer dennoch missglücken sollte, müsstest du als neuer Geheimdienstchef selbstverständlich die Verantwortung dafür tragen.“
Nicholas setzte die Brill wieder auf, seufzte und überlegte. Henry hatte sich sowieso bereits dazu entschlossen, dieses gefährliche Experiment einzugehen, und würde auch ohne seinen Segen durch das Zeittor marschieren. Soweit kannte er ihn. Aber mit einem Einverständnis würde er seinem Freund bekunden, dass er hinter ihm stand. Denn falls es gelänge, würden Henry und Nicholas abermals als Helden und wahre Pioniere der Zeitreisen gefeiert werden – bei einem Misserfolg jedoch würde Verhoeven die Verantwortung übernehmen und seinen Job verlieren, und Henry Gudimard sein Leben.
„Irgendwann müsste es sowieso irgendwer wagen, denn die Idee haben jetzt alle erfahren“, beschwichtigte Henry.
Nicholas saß einen Moment regungslos am Schreibtisch, die Hände vor das Gesicht haltend, und nickte schließlich.
„Dann mach es halt, du unbelehrbarer Narr.“
Ein Warnsignal ertönte und etliche gelbe Rundumleuchten routierten, als das Panzertor zum Checkpoint hochschnellte und Henry Gudimard hindurchmarschierte. Während er den abgesicherten Saal betrat, knüpfte er sich seine Krawatte zurecht und richtete seinen Bowler. Dann schnellte die riesige gepanzerte Luke wieder herunter. Weil man Henry nun in eine aktive Mission zu transferieren beabsichtigte, war sein frühestmöglicher Eintritt: Freitag, der 12. April morgens um 7.15 Uhr. Um exakt diese Uhrzeit würde er in der Zweiten-Klasse-Kabine D-13 erscheinen, sofern seine Zeitreise auch gelingen sollte.
Das Warnsignal verstummte, nur noch die gelben Rundumleuchten routierten. Henry starrte auf die Mitte des Saals, wo das aktive Zeitfenster installiert war. Ein Zeitfenster war genauso groß wie ein genormter Türrahmen, dessen Umrandung wie eine grüne Glorie leuchtete. Je mehr er sich dem Checkpoint näherte, desto intensiver vernahm er das seichte Summen und spürte eine prickelnde Elektrizität, die ein aktives Zeitfenster absonderte. Zudem sah er ein leichtes Flimmern mittig im Zeitfenster, ähnlich als würde man über einen überhitzten Asphalt schauen.
Henry war zwar schon unzählige Male durch das Zeitfenster des Checkpoints gestiegen, aber dieser bevorstehende Zeitsprung sorgte dafür, dass sein Herz einige Takte schneller pochte als gewöhnlich. Er fühlte sich genauso wie damals, als er noch junge fünfundzwanzig Jahre alt war und zum ersten Mal transferiert wurde. Damals war es für ihn genauso ungewiss gewesen, ob er jemals wieder in seine Gegenwart zurückkehren oder diesen Zeitsprung überhaupt überleben würde. Nun waren dreißig Jahre vergangen – er war insbesondere für die Agentenanwärter längst eine lebende Legende geworden – und trotzdem beabsichtigte er erneut, wie eine entbehrliche Testperson, den waghalsigen Sprung ins Ungewisse. Nicholas und die gesamte Sicherheitszentrale beobachteten anhand des Monitors, wie Henry minutenlang direkt vor dem leuchtenden Zeitfenster stand, zögerte und sich nicht rührte. Wird er diesen Zeitsprung wagen oder letztendlich doch nicht, fragte sich jeder anwesende Agent.
„Merde, ich muss total bescheuert sein“, brummelte der in Nieuw Bruxelles geborene Geheimdienstchef leicht kopfschüttelnd vor sich hin. Dann schloss er seine Augen und stieg entschlossen durch das Zeittor, genauso wie er es immer tat. Die grüne Glorie leuchtete daraufhin extrem hell auf und mit einem spürbaren WUPP, war Henry spurlos verschwunden. Danach verringerte sich die Helligkeit der grünen Glorie, und das Zeitfenster am Checkpoint leuchtete wieder normal.
Die Agenten in der Sicherheitszentrale blickten wortlos auf den überdimensionalen und hofften, dass sie spätestens in zwei Minuten ein Lebenszeichen von Henry erhalten würden.
Es war völlig dunkel in der Kabine D-13, denn sie war unbewohnt. Doch plötzlich erhellte kurzzeitig eine grünliche Aura die Zweite-Klasse-Kabine, woraufhin Henry herausgeschleudert wurde und unsanft gegen einen Schrank stieß. Daraufhin ächzte er und fiel hin. Es war absolut finster, sodass Henry nicht einmal seine eigenen Hände sehen konnte.
Schmerzverzerrt hielt er sich seine Beine – er keuchte und verbiss es sich, vor Schmerzen aufzuschreien. Panisch blickte er umher, aber es war absolut finster und er konnte nichts sehen. „Befinde ich mich etwa immer noch im Dark Room?“, fragte er sich.
Henry zog sich in der Dunkelheit an einem Kleiderschrank hoch, tastete sein Jackett ab und setzte sich zuerst seine Nickelbrille auf, doch der Nachtsichtmodus funktionierte nicht. Vorsichtig tastete er sich voran, bis er einen Lichtschalter ertastete. Das aufleuchtende Licht blendete ihn dermaßen, dass er seine Augen mit den Händen schützen musste. Henry bemerkte, dass irgendwas mit ihm geschehen war. Er schwankte auffällig und fühlte sich kränklich, als hätte ihn urplötzlich ein Grippevirus heimgesucht. Er fühlte sich plötzlich ausgelaugt, und er spürte, wie er förmlich glühte. Er tastete sein Gesicht ab und glaubte, Fieber zu haben.
Gudimard fing zu husten an; seine Hustenanfälle wurden immer heftiger, bis er zu Boden sank und erschrocken feststellte, dass er Blut hustete. Zudem wurde ihm sehr übel und schwindelig obendrein, aber es gelang ihm nicht, zu erbrechen, wovon er sich eigentlich erhofft hatte, dass es ihm danach besser erginge. Keuchend rappelte er sich wieder auf, tastete nach seinem Beamer und als er diesen in seiner Hand hielt bemerkte er, dass das Display des Transmitters nicht mehr leuchtete. Trotzdem versuchte er mit seiner Gegenwart Kontakt aufzunehmen, um seinen Kollegen zu vermitteln, dass sein Zeitsprung einigermaßen geglückt war und dass er zumindest lebendig transformiert wurde.
„Sicherheitszentrale“, keuchte er, „meldet euch. Ich bin angekommen, aber irgendetwas stimmt mit mir nicht. Ich … ich fühle mich nicht gut“, hauchte er erschöpft ins Mikrofon. „Hallo? Hört mich jemand?“
Doch er bekam keine Antwort. Nicht einmal ein Rauschen war zu hören.
„Sicherheitszentrale? Empfangt ihr mich? Nicholas … hörst du mich?!“, fragte Henry energisch. Verzweifelt schüttelte er seinen Beamer, doch das Display blieb dunkel.
Seine futuristische Brille, sein Beamer, seine modifizierte Taschenuhr und sogar seine EM23 funktionierten nicht mehr, als wären diese elektrischen Geräte einfach ausgeschaltet worden. Die Funkverbindung zu seiner Gegenwart, ins fünfundzwanzigste Jahrhundert, war nun völlig abgebrochen. Aber Henry hatte sich wenigstens vor seinem waghalsigen Zeitsprung erkundigt, in welcher Kabine die Geheimagenten Klaasen und Rijken sowie die TTA-Kunden sich aufhielten. Er blickte zu dem einzigen Bullauge in der Kabine, aber die Sonne schien nicht hinein. Es war stockdunkel. Wie ungewöhnlich am Morgen eines Apriltages, dachte sich Henry. Schließlich war es geplant, dass er morgens erscheinen sollte.
Mühselig und hustend zog er sich an der Tür hoch, öffnete sie und blickte vorsichtig auf den hell beleuchteten Korridor. Er seufzte erleichtert, wenigstens befand er sich auf der Titanic, wie es ausschaute. Aber wann war er erschienen? Welcher Tag war es und wieso war es so dunkel? Die Ankunftszeit lautete doch 7:15 Uhr, am 12. April. Um diese Uhrzeit müsste es doch im April längst hell sein! Aber er befand sich ja mitten auf dem Nordatlantik, da dauerte es vielleicht noch etwas, bis es richtig hell wurde.
Zufällig stolzierte ein uniformierter Schiffssteward den Korridor entlang, woraufhin Henry die Kabinentür weit öffnete und ihn zu sich rief.
„Hey, Mister. Entschuldigen Sie bitte. Kommen Sie doch mal näher, ich brauche Ihre Hilfe“, krächzte Henry mit seinem dezenten französischen Akzent und hustete sogleich. „Sagen Sie mir bitte, wie viel Uhr es jetzt ist.“
Henry war es anzusehen, dass er entweder äußerst müde war oder sogar krank. Vielleicht aber auch nur sehr verkatert. Er stützte sich am Türrahmen ab und schwankte dabei, zudem wirkte sein Gesicht fahl, und seine sonst strahlend blauen Augen waren errötet.
Der Schiffssteward kramte in seiner Jackettasche, holte seine Taschenuhr hervor, zog die Augenbrauen hoch und antwortete: „Es ist jetzt genau 19:15 Uhr, Sir. Im Speisesaal wird gerade das Abendessen serviert. An Ihrer Stelle würde ich mich beeilen, denn heute gibt es sogar für die Zweite Klasse Muscheln mit Baguette und Kräuterbutter zum Dinner. Eine wahre Delikatesse, Sir“, lächelte er freundlich.
Henry blickte ihn verwundert an.
„Was?! Wieso neunzehn Uhr … Es ist also wirklich schon abends?“, fragt er aufgebracht und hustete sogleich wieder, wobei er leicht zusammensackte. „Und-und welcher Tag ist heute?“, stammelte er keuchend.
„Sir, wie bitte?“, hakte der Schiffsteward verwundert nach.
„Nun ja, es ist mir etwas peinlich, mein Herr“, lenkte Henry sofort ein. „Ich ähm … ich habe in der letzten Nacht etwas zu tief ins Glas geschaut, seitdem nur noch geschlafen und weiß jetzt in der Tat nicht mehr, welcher Tag heute ist. Was für ein Schlamassel, aber auch“, antwortete Henry gekünstelt lächelnd.
Er hustete wieder, hielt sich die Hand vor den Mund und bemerkte, dass schleimiges Blut daran haftete.
Der Steward ging schmunzelnd auf ihn zu und tätschelte seine Schulter.
„Ich verstehe, Sir. Heute ist Sonntag. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?“
„Sonntag, der vierzehnte April etwa?“, fragte Henry erschrocken. „Das-das kann aber unmöglich sein! Heute müsste doch Freitag …“
Henry blickte den Schiffssteward entgeistert an. Doch es bestand kein Zweifel, denn dieser Mann war ein Akteur, ein Angestellter der White Star Line und hätte es niemals gewagt, selbst einen verkaterten Passagier aus reiner Belustigung zu verwirren. Irgendetwas war im Dark Room während seines Transfers scheinbar schiefgelaufen, denn eigentlich müsste es jetzt Freitagmorgen sein, stattdessen war es bereits Sonntagabend, und es dauerte nur noch viereinhalb Stunden, bis die Titanic mit dem Eisberg kollidieren würde – oder auch nicht. Nun war die Zeit äußerst knapp.
Obwohl sich Henry äußerst schwach fühlte, packte er den Schiffssteward beherzt am Kragen, zog ihn in seine Kabine hinein und schlug ihn blitzschnell mit einem Karateschlag bewusstlos. Dann zog er dessen weiße Uniform aus und verkleidete sich als Schiffssteward.
Henry starrte den bewusstlosen, nackten Mann an. Seine EM23 funktionierte nicht mehr, um ihn mehrere Stunden zu betäuben. Er musste ihn beseitigen, ihn töten. Vielleicht blieb er stundenlang bewusstlos, aber vielleicht wachte er in ein paar Minuten wieder auf und würde Alarm schlagen. Dieses Risiko konnte er nicht eingehen.
„In vier Stunden geht das Schiff unter, dann wird er sowieso sterben. Ich töte somit nur jemand, der eigentlich schon tot ist“, redete sich Henry ein, nahm seinen Kopf und brach ihm das Genick.
Vorsichtig stützte er sich an den Kabinentüren ab und schwankte im hellerleuchteten Korridor immer vorwärts. Zu seinem Glück begegnete ihm niemand. Er wusste genau, wo Rijkens und Klaasens Kabine war. Er musste nur noch wenige Meter bewältigen.
Henry atmete schwer, sein Gesundheitszustand schien sich rasch zu verschlechtern. Als er aber an ihrer Kabinentür mehrmals klopfte, schließlich einsah, dass sie sich dort offenbar nicht aufhielten, und die Tür zudem abgeschlossen war, blieb ihm nur noch die einzige Möglichkeit, die TTA-Zeitreisenden Mara und Jean Corbusier auf dem oberen Schiffsdeck zu kontaktieren.
Nochmals versuchte er seine Nickelbrille zu aktivieren, um die Navigation zu benutzen, aber es blieb erfolglos. Jedes elektrische Gerät, was er bei sich trug, funktionierte nicht mehr. Hilflos schwankte er umher und sobald er husten musste, hielt er sich ein Taschentuch vor den Mund, woraufhin er wiedermal Blut spukte. Noch immer konnte er sich nicht erklären, was mit ihm im Dark Room geschehen war. Irgendetwas musste gewaltig schiefgelaufen sein.
Weil Henry als Schiffssteward verkleidet war, konnte er auch problemlos die First-Class Ambiente betreten. Nachdem er sich mühselig durchgefragt hatte, erreichte er schließlich das B-Deck und klopfte völlig erschöpft an der Kabinentür B-58 der Corbursiers. Zuerst tat sich nichts, aber als er nochmal energisch dagegen klopfte, öffnete ihm Mara. Sie sah wiedermal wundervoll aus, trug ein helles Abendkleid und ihre gelockte Haarperücke war nach oben gesteckt. Sie hatte sich für das Highlight – für den Untergang der Titanic – besonders elegant herausgeputzt.
Zuerst schaute Mara etwas angespannt drein, denn sie erwartete ausgerechnet jetzt, in dieser Abendstunde, keinerlei Besuch. Aber dann, als sie realisierte, wer vor ihr stand, weitete sie erschrocken ihre Augen.
„Paps … Du? Was machst du denn hier?“, fragte sie äußerst erstaunt.
Henry atmete schwer, schwankte auffällig und hielt sich an ihr fest. Flehend blickte er sie an.
„Marlene, mein Kind ... hilf mir. Mir geht es sehr schlecht. Irgendwas stimmt mit mir nicht“, krächzte er und stürzte vor ihre Knie, woraufhin Mara sich niederkniete und ihn auffing. Völlig erschrocken und verwundert zugleich hielt sie Henry in den Armen, der zwar noch bei Bewusstsein war, aber äußerst schwach wirkte und dabei keuchte.
„Jean, Ike, Marko, Piet! Kommt sofort her und helft mir! Mein Vater ist hier und er ist todkrank!“, rief Mara entsetzt.
Punktestand der Geschichte: 10
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