Ärzte sind keine Verkäufer - von: Homo Faber.

Nachdenkliches · Kurzgeschichten

Von:    Homo Faber

Erstveröffentlichung: 27. März 2007
Bei Webstories eingestellt: 27. März 2007
Anzahl gesehen: 2.567
Erhaltene Punkte: 9
Seiten: < 1

Seit meiner Kindheit hatte ich den Wunsch, Arzt zu werden. Ärzte waren für mich schon immer Helden, und ich wollte auch ein Held sein, der anderen das Leben rettet.
Mein Vater, der ebenfalls Arzt ist, sagte immer: „Leider sind wir keine Verkäufer, auch wenn ich es gern wäre.“ Ich hatte damals nicht wirklich verstanden, was er damit meinte und mir nicht viel dabei gedacht.
Inzwischen bin ich erwachsen und mein Traum hat sich erfüllt. Ich habe nach dem Abitur Medizin studiert, hart gearbeitet und es letztendlich zum Arzt gebracht. Stolz war ich. Nun bin ich ein Gott in weiß – dachte ich.
Seit kurzem habe ich einen neuen Patienten, 52 Jahre alt, Millionär. Diagnose: Magenkrebs. Wir haben versucht ihn zu operieren, aber leider sind die Metastasen zu weit fortgeschritten, eine Heilung ist völlig unmöglich. Schonend musste ich ihm beibringen, dass er nur noch maximal ein halbes Jahr zu leben habe, was keine leichte Aufgabe war.
„Ich biete Ihnen zwei Millionen Euro, wenn sie mich heilen“, sagte er nur darauf. Ich erklärte ihn wiederholt, dass keine Heilung möglich sei. Stattdessen steigerte er sein Angebot.
„Nun gut, dann fünf Millionen Euro“, sagte er dann. Er wollte die Wahrheit nicht akzeptieren und war tatsächlich der Meinung, seine Gesundheit kaufen zu können.
Nach Dienstschluss saß ich oft noch für Stunden da und dachte über das Schicksal des Mannes nach. Wie gern hätte ich ihm seine Gesundheit zurückgegeben. Ich erinnerte mich an den Satz, den mein Vater immer gesagt hatte. Nun verstand ich, was er damit meinte.

Punktestand der Geschichte:   9

Dir hat die Geschichte gefallen? Unterstütze diese Story auf Webstories:      Wozu?


Ähnliche Stories

Hin.

3.067 Aufrufe • vor mehr als 22 Jahren, Punkte: 6, Favoriten: 0
 Kurzgeschichten - Nachdenkliches
Es gab jetzt eigentlich nur noch eine Möglichkeit. Schließlich saß ich bereits im Auto. Wenn ich wieder aussteigen würde, hätte ich etwas von einem Verlierer an mir haften. Und ob ich diesen Verlierer wieder los werden w&uu
 Vorauss. Lesedauer: ca. 3 Min.

Der Abschiedsbrief

3.143 Aufrufe • vor mehr als 8 Jahren, Punkte: 50, Favoriten: 0
 Kurzgeschichten - Trauriges
Lieber Thomas
Ich werde dich verlassen. Ich werde nichts mitnehmen, was uns gemeinsam gehört ausser unserer Katze. Ich hatte sie vor einiger Zeit in Gedanken gefragt, ob sie mit mir
 Vorauss. Lesedauer: ca. 2 Min.

Die wundersame Wandlung des Andre G.

3.381 Aufrufe • vor mehr als 22 Jahren, Punkte: 37, Favoriten: 0
 Kurzgeschichten - Aktuelles und Alltägliches
Man schrieb den 21. Dezember des Jahres 2003. Ich war gerade in die Küche gegangen, um den Kessel für einen Kaffee aufzusetzen. Mein Blick blieb am Küchenregal hängen:
Sauber aneinander gereiht standen da fünf Tüten
 Vorauss. Lesedauer: ca. 4 Min.

Weitere Stories des Autoren

Ich und die Bundeswehr - Mein erster Tag

9.184 Aufrufe • vor mehr als 19 Jahren, Punkte: 108, Favoriten: 0
 Kurzgeschichten - Erinnerungen
Am ersten Juli war der große Tag: Ich musste zur Bundeswehr. Große Lust hatte ich zwar nicht, aber irgendwie würde ich die zehn Monate schon herumkriegen, zumal beim Barras, so wie mir bekannt war, immer viel gesoffen würde. Na
 Vorauss. Lesedauer: ca. 5 Min.

Ein Moment

2.510 Aufrufe • vor mehr als 4 Jahren, Punkte: 301, Favoriten: 0
 Kurzgeschichten - Nachdenkliches
Ein Moment
Es war wieder einmal ein Tag, an dem alles schief ging. Auf der Arbeit kam ich nicht weiter, ich fühlte mich total überfordert und wusste nicht, wie ich
 Vorauss. Lesedauer: ca. 2 Min.

Aussichtslos

2.367 Aufrufe • vor mehr als 4 Jahren, Punkte: 305, Favoriten: 0
 Kurzgeschichten - Nachdenkliches
„Ihr müsst euch darüber klar werden, dass es Situationen gibt, in denen ihr nichts mehr machen könnt. Und dann war es das einfach.“
Diese Worte hatte uns der Leiter eines
 Vorauss. Lesedauer: ca. 3 Min.

User, die diese Story mochten, mochten auch

Das könnte dir auch gefallen

Kommentare zur Story:

  So, habe mich nun entschieden. Alle Fünfe ;-) Gruß Sabine  
Sabine Müller  -  31.03.07 17:11

   Zustimmungen: 5

  Hallo,

ich danke euch für eure kommentare

gruß Holger  
Homo Faber  -  30.03.07 22:16

   Zustimmungen: 0

  ich muss da nciht nachdenken, auch wenn es mir eigentlich ein bisschen zu "unverpackt" vorkommt, spricht es mcih sofort total an!
lg darkangel  
darkangel  -  29.03.07 21:53

   Zustimmungen: 5

  Ein interessanter Text. Gute Aussage... Über die Bewertung bin ich mir jedoch noch nicht ganz im Klaren und warte noch etwas ab. Gruß Sabine  
Sabine Müller  -  29.03.07 19:06

   Zustimmungen: 0

Deine Lesezeichen

Deine Lesezeichen

An der Bushaltestelle, in der Kaffeepause und Abends im Bett.


Wenn du auf deinem Smartphone und Tablet, den selben Account nutzt wie am Laptop, Mac, oder PC,


kannst du - auf all deinen Geräten - über deine Lesezeichen, immer direkt da weiter machen, wo du aufgehört hast zu Lesen!

Beliebte Kommentare

Kommentar von "darkangel" zu "Die Sanduhr läuft ..."

uuuh, wer redet da hinter meinem rücken über mich? ich bin allwissend und lasse ncihts ungestraft!;P jaaa zu deinem gedicht: ich habe es vor ein paar stunden schon mal gelesen und auf mcih wirken l ...

Zur Story  

Aktuell gelesen

"Level 666" von Christian Dolle

„Machst du jetzt endlich den Computer aus und bringst den Müll raus?!“, schimpfte meine Mutter, als sie meine Zimmertür mit einem heftigen Schwung aufstieß und in mein Zimmer stürmte. Durch

Zur Story  

Die neusten Kommentare

Kommentar von "Francis Dille" zu "Mission Titanic - Kapitel 7"

Danke für deinen Kommi. Ich freue mich über jeden Kommentar auch wenn ich nicht immer antworte. Es wundert mich nur, dass dieses Kapitel plötzlich im Genre Kurzgeschichten aufgetaucht ist. Vor ...

Zur Story  

Beliebte Kommentare

Kommentar von "Sabine Müller" zu "Die zwei Eichen"

Eine rührende Geschichte. Es steckt so viel in ihr. Gerade die Eichen machen auch viel aus, das Wort Amtsgericht etc. Eine traurige Geschichte. Ich träume seit Jahren selbst von einem Hof. Viellei ...

Zur Story  

Aktuell gelesen

"Wir sind Du - Verloren in mir selbst" von Rüdiger Honk Jones

Ich bin ich und ich werde immer ich selbst sein! Doch tief in mir tobt dieser Krieg,herrscht dieses Chaos, das mich verzweifeln läßt. Jeden Morgen vor dem Spiegel fürchte ich

Zur Story