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Sie war sie

Poetisches · Trauriges · Experimentelles
© 
Storybild
Ein Mädchen. Sie saß am Straßenrand.
Niemand kannte sie und niemand half ihr auf.
Es regnete. Und es war laut.
Es fielen große Tropfen auf sie herab, sowie Blicke.
Vorbeigehende schauten sie verachtend an, niemand fragte sich, warum sie dort saß.
Es wollte niemand wissen.

Sie war sie
Die waren die
Ende.

Ein alter Mann kam vorbei. Er lief langsam und schaute sie lange an.
Das Alter machte neugierig.
Doch auch er ging weiter.

Sie war sie
Er war er
Ende.

Ein Geschäftmann lief an ihr vorbei, würdigte ihr einen verachtenden Blick.
Er hatte sie im nächsten Moment vergessen.
Denn er ging weiter.

Sie war sie
Er war er
Ende.

Eine Gruppe Teeanager kam an ihr vorbei.
Sie blieben stehen, lachten über sie
beschimpften sie
Als sie genug hatten gingen sie weiter

Sie war sie
Sie waren sie
Ende.

Eine Mutter kam vorbei, hinter ihr trottete ein Junge.
Die Mutter beachtete sie nicht, ein kurzer Blick, nichtsagend.
Der Junge blieb stehen, schaute fragend.
Die Mutter zog ihr Kind weiter.

Sie war sie
Sie waren sie
Ende.

Es hörte auf zu regnen. Es wurde dunkel und die Straße wurde Menschenleer.
Sie saß immer noch dort, am Straßenrand.
Es war plötzlich still.
Nun könnte man ihr Schluchzen hören, aber es war niemand mehr da.
Niemand, der ihr helfen würde.

Sie war sie
Und sie war alleine
Ende.
 
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Kommentare  

Da habe ich ja wieder etwas Feines endeckt- einfach toll!

doska (06.06.2009)

ich muss schon sagen, sehr profesionell!!!
5 pkt.. was sonst *g*


zizou (28.04.2004)

Hallo,

ich finde es sehr gut. Ich finde auch nicht das was fehlt. Ansonsten wurde alles schon gesagt. 5P


Judy K (03.12.2003)

Interessant. Hab mal eine Kurzgeschichte von einem Freund gelesen,
die das gleiche vermittelt hat. Aber, wie man schon geschrieben hat,
fehlt etwas, vielleicht nach 'Und sie war allein'. Ich enthalte mich
der Bewertung.


Redfrettchen (11.07.2003)

Also, inhaltlich natuerlich top !
Was auch Metevelis schon schrieb.
Da muss sich mal jeder an die eigene Nase packen, es schaut doch wirklich jeder weg.
Schoen, wenn man es dann noch so schoen verpackt, zu Sprache bringt. Ich finde dieses Wiederholschema in diesem Fall auch sehr passend. Es zeigt einfach diesen ewig gleichen Trott, das sich niemand mehr Gedanken macht und blindlings durch die Gegend rennt, um bloss nicht in die Verantwortung gezogen zu werden.
Sehr beeindruckend, macht 5!


Ta[k]isis (30.06.2003)

Gefällt mir. Das beschreibt genau unsere ignorante Gesellschaft. Wer würde schon stehen bleiben, wenn eine Wildfremde im Straßengraben sitzt. Alle sind mit ihren eigenen Problemen beschäftigt. Und niemand kümmert sich um die anderer. Sehr gut. 5 Punkte.

Metevelis (29.06.2003)

nit schlecht.nur irgendwie fehlt was.
was mich gestört hat war dieses "ende"..weiss auch nit. und was war überhaupt mir dem mädel?


maxine (29.06.2003)

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