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8 Seiten

Kopfbahnhöfe, Teil 16 - TOTALER REINFALL - ODER NICHT?

Kurzgeschichten · Romantisches
Nach dem Duschen creme mich sorgfältig ein und kleide mich dann an. Ich habe nicht viel mitgebracht, nur eine locker fallende Pepitahose und eine zarte weiße Bluse. Darunter trage ich einen weißen Spitzen-BH. Ich knöpfe die Bluse ein wenig auf. Nein, das ist nicht genug, ich knöpfe sie noch mehr auf, denn jetzt kann man den Ansatz meiner Brüste zumindest erahnen. Als Georg mich im Frühling besuchte, war ich ziemlich blass, dünn und zugeknöpft. Aber jetzt im Sommer kann ich ein bisschen mehr von mir preisgeben. Ich bin hübsch braun geworden, habe meinen idealen Sommerzustand fast erreicht, allerdings ohne die von der Sonne ausgeblichenen weißblonden Haare. Die sind nun dunkel, aber sie passen zu mir. Und alles an mir ist zwar sehr dezent, aber doch ein bisschen aufreizend. Was will ich damit erreichen? Dass er mich als Frau wahrnimmt! Bisher hat er das nämlich nicht getan, war mehr Bruder als Mann. Was will er von mir? Und was will ich von ihm? Oh ja, das und noch viel mehr! Ich will ihn spüren, will ihn berühren, denn ich bin verrückt nach ihm. Echt jetzt und das nach Hardy? Ja, ich befürchte, ich bin noch viel verrückter als damals.
So schnell wird Georg nicht kommen, also gehe ich auf den um die Ecke liegenden Friedhof, um das Grab meiner Mutter zu besuchen. Bunte Sommerblumen wachsen gepflegt darauf. Djenny hat das wohl organisiert. Ich selber hatte keinen Platz mehr für Blumen im Autochen. Tut mir leid, Mutter, aber demnächst werde ich öfter hier sein und mich drum kümmern.
Ich gehe zurück und warte, spiele mit den Katzen - und warte. Warte eine lange Zeit und langsam reicht es mir. Was tue ich hier? Ich locke die Katzen ins Erdgeschoss, sie müssen über eine Wendeltreppe hnauf nach oben. Aber als ich die Haustür öffne, kriegen sie Angst und laufen wieder hinunter in ihr Zimmer. Es ist noch zu früh für sie. Oder zu spät für mich? Worauf warte ich überhaupt?
Um sieben Uhr abends erscheint Georg endlich. Ich habe stundenlang die Katzen getröstet und bespaßt. Danach habe ich oben im Wohnzimmer irgendeinen Mist im TV geguckt, der mich nicht sonderlich interessiert hat, aber ich bin froh, dass er endlich da ist. Also Georg und nicht der Mist im TV.
Er nimmt mich an der Hand und führt mich durch das Dorf. Ich glaube, ich kenne den Weg, er führt zu seinem Haus mit den dunklen Zimmern darin. Stimmt, wir sind kurz davor.
Ein Hund bellt drinnen und Georg schließt die Haustüre auf. Zuerst streichele ich den Hund, ich lieb den ja, den Arnie.
Doch dann schaue ich mir alles genauer an:
Was ehemals braun und vergammelt war, ist jetzt strahlend weiß angestrichen. Alle alten Möbel sind raus. Das Wohnzimmer ist sehr viel größer als vorher. Wände wurden eingerissen und eine neue Küche wurde installiert, außerdem gibt ein Gäste-WC statt dieses uralten Badezimmers mit dem vorsintflutlichen Wasserboiler. Die Nachtspeicheröfen sind weg und wurden durch Heizkörper ersetzt. Die Tür zum Garten ist auch neu - und jetzt hat man den Eindruck, als würde sich der Garten im Haus befinden. Und es gibt sogar einen Holzkamin im Wohnzimmer. Ich sehe und staune.
Draußen sehe ich eine hochgewachsene Wildblütenwiese, auf der Apfelbäumchen schon winzige Früchte tragen. Oh ja, dort würde ich liebend gerne liegen und mich sonnen. Vielleicht mit Georg neben mir? Sein Haus mag ja schön sein, aber Georg bedeutet mir viel mehr als das.
„Das ist ja irre!“, sage ich.
Das erste Stockwerk ist auch verblüffend. Dort befindet sich mittlerweile ein großes Badezimmer mit Dusche und Badewanne. Und nebenbei gibt es noch drei andere Räume, die der Fantasie große Räume lassen. Nein, die Fantasie sollte ich besser ausblenden, denn ich sehe mich gerade in einem großen Bett mit Georg ... Verwirrt schüttele ich den Kopf.
„Was zum Geier ist hier passiert? Hast du endlich eine Frau gefunden, die hier ausgemistet hat?“ Diese Frage tut mir weh. Weil ich die Antwort fürchte?
„Ja, ich habe sie endlich gefunden. Nein, das stimmt so nicht, eigentlich war sie immer schon da und ich möchte sie mit dir bekannt machen. Komm!“
Schock! Oh nein, das ist ... Nein, das kann ich nicht ertragen. Ich liebe ihn doch und hatte mir so sehr gewünscht, dass er meine Gegenwart und meine Zukunft wäre. Aber das war wohl nichts. Wortlos gehe ich mit ihm hinaus.
Georgs Jeep Truck steht vor der Tür und wir steigen ein. Ich bin immer noch benommen durch furchtbare Visionen von neuer Einsamkeit. Warum habe ich die Katzen hierhin gebracht? Ich dachte doch ... Nein, es war nur eine Wunschvorstellung. Was soll ich hier in Daarau? Ohne Georg ist Daarau nichts.
„Du weißt schon, dass wir dann keine Freunde mehr sein können“, sage ich leise.
„Doch, das geht schon“, sagt er und greift nach meiner Hand.
Ich schüttele seine Hand ab. Er hat endlich seine Traumfrau gefunden. Ich gönne sie ihm, ich selber bin anscheinend unfähig, eine Traumfrau zu sein. Und ich sollte mich jetzt zusammenreißen. „Eigentlich will ich nicht dahin“, sage ich und meine Stimme klingt bestimmt krächzend.
„Ach was, du musst unbedingt mitkommen“, sagt er und fährt los.
„Was ist mit Arnie?“, frage ich mühsam.
„Arnie wird heute bei meiner Schwester übernachten. Die holt ihn gleich ab.“
Warum wird Arnie bei seiner Schwester übernachten? Damit Georg mit seiner Zukünftigen in seinem Haus ungestört schlafen kann? In diesem wunderschönen Haus? Vielleicht steht ja im Keller ein Bett bereit. Oh je, der Gedanke an dieses Bett tut mir weh.
Ab und zu blickt er zu mir hin, aber ich weiche seinem Blick aus, schweige verbissen und schaue nach rechts aus dem Fenster.
Am liebsten möchte ich aus dem Auto springen. Und als er an einer Ampel halten muss, ergibt sich die Gelegenheit dazu. Ich sage kurz irgendwas wie: „Ich will das nicht!“ - und steige aus. Ist mir egal, wo ich lande, ich werde zu Fuß zurückgehen, sind ja nur ein paar Kilometer.
Aber Georg ist schneller als ich und zwingt mich zurück in den Willis. Warum lasse ich mir das gefallen? Ist doch alles total hirnrissig! Ich könnte heulen, beherrsche mich aber mühsam und schweige vor mich hin.
Wir gehen in die gleiche Kneipe wie vor ein paar Monaten, als wir Schock-aus spielten. Wenn da seine Zukünftige zu finden ist, dann handelt es sich eindeutig um eine Schlampe. Um so eine wie mich? Möglich ... Wieder setzen wir uns an die Theke und das ist gut so, denn dann muss ich ihm nicht ins Gesicht sehen.
Georg fragt mich, was ich trinken will. Und am liebsten würde ich sagen: Ich will nichts trinken, ich will nur weg von dir! Sage es aber nicht, stattdessen ordere ich einen grünen und sehr alkoholreichen Likör, mit dem mich Erinnerungen verbinden:
Konfirmation in Daarau, ich, ein Cousin und ein Bursche aus der Stadt gingen in die Dorfkneipe und soffen Escorial grün. Jugendschutzbestimmungen? Haha, die wurden lax ausgelegt. Und ich war ziemlich besoffen.
Und genau dieser grüne Schnaps soll mich jetzt locker machen, weil ich seine Zukünftige nicht nüchtern ertragen kann? Doch heute kann ich nicht besoffen werden. Außerdem dauert und dauert es, und diese Dame erscheint einfach nicht. Ich will weg von hier, fühle mich aber wie gelähmt, brüte stumpfsinnig vor mich hin und denke trotzig: Ich werde auf jeden Fall nach Daarau ziehen, ich brauche ihn nicht, hab ja genug Verwandtschaft, die mich mit neuen Kerlen versorgen wird. Gibt ja genug hier. Aber ich muss seine Nähe vermeiden, könnte es nicht ertragen, ihn mit seiner Auserkorenen zu sehen, das würde mir zu weh tun. Und die neuen Kerle will ich nicht.
Irgendwann frage ich Georg: „Wann kommt denn deine Zukünftige? Besonders pünktlich ist sie ja nicht!“ Mist, ich hoffe, dass diese Schlampe nie hier ankommt. Oder dass sie verreckt! Ja, das trifft es wohl eher. Andererseits möchte ich, dass Georg glücklich wird. Welch ein Dilemma!
„Sie ist doch schon da“, sagt Georg gerade in meine Hass- und Liebesgefühle hinein.
„Und wo soll die sein?“ Mittlerweile reicht es mir, verarschen kann ich mich selber, dazu brauche ich Georg nicht.
„Sie sitzt direkt neben mir“, verrät er mir.
Ich sehe zur Seite, aber da sitzt niemand neben ihm.
„Schau mal genauer hin“, sagt er.
Ich schaue noch mal genauer hin, kann aber keine Frau entdecken. Genervt schaue ich in den Barspiegel, der hinter der Theke hängt. Dort sehe ich mich und Georg. Wir sind ein hübsches Paar, Georg ist ein attraktiver Mann und ich sehe auch ganz gut aus.
„Ich weiß nicht ...“, sage ich unsicher.
„Ach komm schon, Tony! DU, verdammt noch mal, bist gemeint! Himmel, ich habe noch nie eine Frau gekannt, die so wenig von sich überzeugt war. Und auch keine, auf die ich so scharf war!“
Das muss ich erstmal sacken lassen. Meine Leitung ist immer recht lang gewesen.
„Du warst echt scharf auf mich?“, ich glaube, meine Stimme klingt zittrig bei diesen Worten.
„Oh ja!“, sagt Georg und schaut mich dabei intensiv an. „Aber das stimmt so nicht, ich bin immer noch scharf auf dich! Und es wird jeden Tag mehr.“
Das geht mir unter die Haut und verursacht ein intensives Kribbeln im unteren Körperbereich. Wie schön, es wieder zu fühlen. Ich war so lange tot, egal ob vom Gefühl oder vom Körper her. Nein, das ist gelogen, ich habe es mir körpermäßig selber besorgt - und dabei an Georg gedacht. Und die Gefühle waren auch da.
„Du wolltest mich verarschen. Das war nicht nett von dir!“
„Ich hatte keine Ahnung, ob du etwas für mich empfindest. Und ich musste das antesten. Und es tut mir sehr leid, mein Stern. Kannst du mir das verzeihen?“
Er hat keine andere. Das ist alles, was mich gerade interessiert. Dem Himmel sei Dank hat er keine andere! Und ich fühle mich so erleichtert! Kein Wunder, ein riesenschwerer Stein ist gerade von meinem Herzen geplumpst.
„Wirst du mich heiraten?“
In welchem Märchen bin ich gefangen? Wie unter Wasser höre ich Georgs Stimme und die sagt: „Ich muss dich das jetzt fragen, denn hinterher verschwindest du einfach und ich habe es satt zu warten! Irgendeiner greift sich dich - und dann bist du für Jahre weg vom Fenster.“
Ich tauche auf, glaube, ich werde rot im Gesicht. Das ist so überraschend und ich weiß nicht, wie ich darauf reagieren soll. Georg ist wie der Polarstern in der Nacht, der immer und unveränderlich im Norden steht - bis die Erdachse kippt oder der Himmel verschwindet. Und immer wenn Verzweiflung mich überkommt, weist er mir die Richtung. Aber ist das ein Grund, ihn zu heiraten? Es ist verführerisch, aber sollte ich mich bedenkenlos hineinstürzen in dieses Abenteuer fürs Leben? Denn diesmal wäre es wirklich fürs Leben. Mit Hardy ging es nicht. Hardy? Wer ist das? Nur noch eine immer mehr verblassende Erinnerung. Und eigentlich weiß ich schon, was ich will.
„Ja soll ich denn?“, sage ich. „Und solltest du mich nicht zuerst küssen? Ist das nicht so Sitte?“
„Ja, du sollst mich heiraten. Und ja, es ist so Sitte!“ Georg steht auf, zieht mich von meinem Barhocker hoch und tut es, er küsst mich, bis ich schwach werde und meine Beine unter mir nachgeben. Ich fühle mich ihm absolut ausgeliefert. Es ist ein geiles Gefühl und ich genieße es, wünschte, es könnte ewig dauern. Ich weiß nicht, wie lang es dauert, die Zeit verschwimmt.
Irgendwann lässt er mich los, schiebt mich von sich und fragt: „Und was meinst du nun?“
Ich bin gerade erst zum Atmen gekommen, aber ich will es nun wissen. Himmel, allein der Kuss war schon überwältigend.
„Ich würde dich gerne heiraten“, ich streichele seine Hand. „Ich sage nicht nein ... Aber ich muss mir vollkommen sicher dabei sein. Warum solltest die Katze im Sack heiraten? Vielleicht harmonisieren wir körperlich gar nicht zusammen.“
Oh Mann, ich bin ziemlich frech, aber ich habe das Gefühl, dass Georg mich versteht. Er schaut mich auch gespannt an und sagt nichts darauf.
„Ich will dich jetzt, egal, was danach passiert. Ich werde ja sagen, wenn es mir gefällt“, ich mache eine Pause, bevor ich fortfahre: „Und du kannst nein sagen, wenn es dir nicht gefällt. Wäre das okay für dich?“
Natürlich rede ich blödes Zeug, ich will auf jeden Fall mit ihm zusammen sein, aber ein bisschen muss ich mich revanchieren für seine grässliche Inszenierung. Die hat mir weh getan. Sehr weh.
Georg erkennt das wohl auch. Er lächelt, zahlt die Zeche und wir gehen hinaus zu seinem Willis.
Während der Fahrt schweigen wir beide. Es ist kein peinliches Schweigen, sondern ein erwartungsvolles.
Trotzdem habe ich Angst. Wenn jetzt alles schief läuft, dann bin hier auf dem Dorf gelandet und muss damit klarkommen. Andererseits habe ich auch Hoffnung auf ein neues Leben mit Georg, aber als erstes habe ich Angst! Furchtbare Angst. Wie wird es ablaufen? Ich fühle mich wie eine schüchterne Jungfrau - und so eine bin ich doch gar nicht.
„Ich hab Angst, Georg“, sage ich zaghaft.
Er nimmt kurz seine Hand vom Steuer, greift nach meiner Hand und drückt einen Kuss darauf. „Meinst du denn, ich hätte keine?“
Das beruhigt mich ein bisschen, aber nicht viel. Wir fahren weiter. Es ist Mittsommernacht und immer noch etwas hell am Horizont. Was wird aus uns werden, sind wir füreinander geschaffen? Ja, ich glaube daran.
„Nein!“, sagt Georg gerade, „So schnell werde ich es nicht angehen lassen, obwohl ich es kaum erwarten kann.“
Ich schaue ihn gespannt an und weiß nicht, was da kommen wird. Ich bin ja auch wild auf ihn, will ihn berühren, will ihn küssen, will ihn fühlen. Was soll das jetzt noch toppen?
„Wir feiern heute ein Sommerfest in Daarau und es findet im Gutspark statt“, verrät Georg mir.
Stimmt ja, als ich in Daarau ankam, habe ich Girlanden gesehen, aber ich war zu sehr mit den Katzen beschäftigt, um drüber nachzudenken. Aber das ist gut: Zum ersten Mal in meinem Leben werde ich mit dem Mann, den ich liebe auf ein dörfliches Fest gehen. Ob es da wohl ein Karussell gibt? Ist mir egal. Aber Georg ist immer schon da gewesen. Ich habe es nur nicht wahrgenommen oder verdrängt.
Wir kommen im Dorf an und steigen aus.
Wie paralysiert lege ich meine Hand in seine und lasse mich von ihm in den Park des ehemaligen Herrenhauses führen.
Wir gehen an den Stallungen entlang, jetzt sind keine Pferde mehr darin untergebracht. Wir gehen an der kleinen Kirche vorbei, die ehemals den Baronen von Daarau gehörte. Wir gehen am Herrenhaus vorbei, erreichen endlich den Gutspark und sehen im Licht des Mondes die uralten Grabsteine, die seit Jahrhunderten hier noch stehen oder teilweise umgefallen sind.
„Schau mal, Georg, da liegt ein Grabstein, auf dem ‚LAMBERT KONING’ eingemeißelt ist. War das ein Verwandter von dir?“
„Ja. Ich weiß aber nicht, warum er hier liegt. Ich weiß nur, dass ich für den Rest meines Lebens mit dir zusammen sein will.“
„Ach Georg, du bist viel zu gut für mich.“ Er lacht und sagt: „Sei nicht so bescheiden, mein Stern.“
Nebenbei kriege ich mit, dass auch andere Leute hier sind. Pärchen meistens, aber ich nehme sie nur schemenhaft wahr, ich bin nur auf Georg fixiert - und darauf, wie nah ich bei ihm bin.
In den riesigen Bäumen des Parks hängen Lampions, sie strahlen in einem zarten Blau, aber der Mond, der hoch am Himmel steht, ist viel heller und noch blauer. Und das spiegelt sich verschwommen im Mittleren Teich wider.
„Wenn der Mond bläut, sollen außergewöhnliche Dinge geschehen“, sage ich wie in Trance. Ich hab das mal irgendwo gelesen. Oder geträumt?
„Heute geschieht wirklich Außergewöhnliches. Gewöhn dich dran“, Georg zieht mich an sich.
Ich höre Musik. Es wird gerade ‚Moon River’ gespielt, das passt so gut und dazu kann sogar ich tanzen.
„Woran soll ich mich gewöhnen? An den blauen Mond?“ Ich bleibe stehen und blicke zu Georg empor. Er ist groß, war damals schon ein baumlanger Kerl. Der blaue Mond wirft blaue Schatten auf seine Wangenknochen, und ich muss sie einfach berühren, muss sein Gesicht mit meinen Fingern nachzeichnen.
„An mich natürlich. Und auch an den blauen Mond.“
„Hmm ...“, murmele ich vor mich hin, während ich immer noch sein Gesicht streichele. „Ich wusste gar nicht, dass ich romantische Gefühle haben könnte. Was tust du da mit mir?“
„Mein Stern, ich bin nicht romantisch veranlagt, das musst du mitgekriegt haben, aber bei dir kann ich nicht anders ...“
„Ich sollte mich also dran gewöhnen. Okay. Aber wir tanzen doch gerade zwischen Gräbern, oder sogar auf ihnen“, sage ich. „Ist das ein gutes oder ein schlechtes Omen?“
„Die Toten freuen sich bestimmt drüber, jedenfalls habe ich kein Problem mit denen. Ganz im Gegenteil, ich glaube, mein umgefallener Urahn würde uns lieben.“ Er lacht und küsst mich.
Ich fühle seinen Körper nahe an meinem. Alles in mir drängt sich zu ihm hin und ich schmiege mich eng an ihn, während wir tanzen. Es ist etwas kühler geworden, aber ich friere nicht, denn Georg wärmt mich. Wir bewegen uns langsam, schweigend und schauen uns dabei an. Ich denke an die Nacht, die jetzt folgen wird und fühle mich ängstlich und verlegen. Aber auch erwartungsvoll.
„Komm, wir gehen!“, sagt Georg im gleichen Moment zu mir und küsst mich wieder. Zu kurz, aber ich denke, es wird länger werden, das mit dem Küssen und das mit dem anderen. Oh ja ...
 
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