Eines Tages bekam Annerose ein Päckchen. Darin waren ein Brief und ein ganz dick in Watte eingepackter, wunderschöner Kristallschlüssel.
Auf dem Brief stand: „Meine liebste Enkeltochter, wenn Du diese Zeilen liest, weile ich nicht mehr unter den Lebenden. Dieser Schlüssel war immer mein größtes Geheimnis; und auch bei Dir muss er ein Geheimnis bleibe. Es würde sonst zuviel zerstört werden.
An welches Türschloss Du den Schlüssel auch immer hältst, Du wirst an einen wunderbaren Ort gelangen. Sollte der Schlüssel aber eines Tages zerbrechen, ist alles für alle Zeit dahin.
Ich wünsche Dir, liebe Annerose, ebenso viel Vergnügen, wie ich hatte“.
Annerose schluchzte, denn sie hatte ihre Großmutter sehr lieb gehabt. Dann betrachtete sie den Schlüssel noch einmal und konnte der Versuchung nicht widerstehen, ihn an das nächst beste Türschloss zu führen. Die Schranktür sprang auf und Annerose befand sich in der Empfangshalle eines unendlich scheinenden Kristallschlosses. Eine Elfe schwebte herbei: „Nanu, nach so vielen Wochen des Wartens kommst du, ein ganz fremder Mensch, in dieses Schloss? Wie kommt das?“
Annerose erklärte die Umstände und die Elfe bekundete ihr Beileid. Dann führte sie das Mädchen durch das Schloss und wies auf einige Besonderheiten hin: „Bevor du eine Klinke niederdrückst, bedenke gut, was du hinter der Tür sehen möchtest. Hier wohnen nämlich auch ein paar unangenehme Gestalten, die haben auf diese Weise Zeit, sich zu verziehen. Trittst du einfach so in ein Zimmer, könntest du Geistern begegnen, die du bestimmt nicht sehen möchtest. Deine Großmutter hat sich immer daran gehalten und wir haben schöne Stunden mit ihr verlebt“.
Was wird Annerose in den Räumen dieses Schlosses finden?