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Andacht Nr. 136 Plappermaul

Nachdenkliches · Kurzgeschichten
Andacht Nr. 136


Plappermaul



Sprüche Kapitel 11:

Vers: 12 Wer seinen Nächsten schmäht ist ein Tor, aber ein verständiger Mann schweigt stille.

Vers: 13 Ein Verleumder verrät was er heimlich weiß, aber wer getreuen Herzens ist, verbirgt es.



Ihr Lieben

Wenn man zu mehreren beisammen sitzt, wird geplaudert. Man unterhält sich über dieses und jenes, tauscht sich über das eine oder andere aus oder äußert seine Meinung zu diesen oder jenen Themen.
Manchmal, nein, fast immer geschieht es, dass ab einem gewissen Punkt die Gesprächsthemen an interessanten Inhalten abnehmen. Dann werden oft die nicht Anwesenden herbeigezerrt und dienen als Gegenstand der Betrachtung.
Mir wurden dazu vor einiger Zeit die Augen (und Ohren) geöffnet.
Wenn ich mich mit gewissen Bekannten treffe und wir gehen zusammen spazieren oder kehren in einer Gaststätte ein, erfahre ich, ohne nachzufragen, was deren Bekannte tun, anstellen, wie sie sich verhalten, wie es um deren Ehe oder Beziehung steht, wie deren Lebensführung in den Augen meiner Bekannten wirkt, welche politische Einstellungen jene Personen vertreten, ,etc, etc. Anfangs war ich wirklich fasziniert über deren Menge an „Freunden“ und guten „Bekannten“. . Ich selbst gehöre eher der Gattung „stille Einzelgänger“ an.
Vor etwa sechs Wochen gab es wieder mal ein solches Treffen wo ich ungefragt über intime Einzelheiten von Personen A, B bis G aufgeklärt und informiert wurde, teils in gespielter Empörung , verbunden mit Spott und Gelächter. Persönlich begegnet bin ich diesen Menschen, um die es ging, noch nie, kenne sie aber mittlerweile besser als meine nächsten Verwandten.
Soll das so sein?
Von irgendwo her – ich vermute wirklich es war der heilige Geist, welcher mich „ansprach“ sickerte ein warnendes Gefühl in meine Seele hinein.
„Diese Personen kennen dich auch!“ - diese Personen, die ich noch nie traf, denen ich noch nie die Hand geschüttelt habe, mit denen ich noch nie gemeinsam am Tisch saß.
Wenn Bekannte oder Freunde über dritte, die nicht anwesend sind herziehen, deren privateste Belange zur Aufwertung einer Unterhaltung benutzen, müssen wir uns im klaren sein, dass dergleichen zu 100% mit uns geschieht, sobald wir die „Dritten“ sind, sobald wir die „nicht Anwesenden“ sind, sobald wir zur „Aufwertung“ einer Unterhaltung herangezogen werden.
Die Beteuerung des Spruches: Das bleibt unter uns – ist weniger wert als der Dreck in unseren Schuhsohlen. Das Böse in uns, die Lust nach Klatsch und Tratsch, sorgt dafür, dass diese Beschwichtigung „zur rechten Zeit“ ignoriert wird, denn nichts scheint schlimmer als eine Unterhaltung oder Plauderei in der nicht ab und an kräftig gelacht werden kann.

Stellt euch vor, wir sitzen alle gemeinsam an einem schönen, gedeckten Tisch. Noch nie trafen wir uns vorher. Jede/r von uns bringt seine/ihre Geheimnisse, persönlichen Dinge, „Unzulänglichkeiten“, was-auch-immer mit. Der Gastgeber betritt den Saal und macht uns miteinander bekannt. „Das ist B. von dem ich dir erzählte – kurzes Nachdenken - /der Gastgeber:“Na der wo mit F. …. du erinnerst dich doch …. „und H. Hier sitzt M, die wo …
Nach der gegenseitigen Vorstellungsrunde hätten wahrscheinlich alle tiefrote Gesichter und womöglich baumelte der Gastgeber am Ende der Party an einem Seil von der Decke ….

Lasst uns bei der nächsten Unterhaltung an diejenigen denken, deren Privatleben gerade vor uns ausgebreitet wird, ohne dass sie sich dagegen schützen und wehren könnten. Denn auch wir finden es nicht amüsant, wenn unser Privatestes vor uns völlig Unbekannten der Lächerlichkeit preisgegeben wird.

Ich wünsche Euch Allen Gottes Segen und Schutz für die kommende Woche.
 
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