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Andacht Nr. 156 Wie man´s auch macht ....

Nachdenkliches · Kurzgeschichten
Andacht Nr. 156

Die Anfrage des Täufers oder ...

Matthaeus 11
2Da aber Johannes im Gefängnis die Werke Christi hörte, sandte er seiner Jünger zwei 3und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines anderen warten? .......

Wie man ´s macht isses falsch .....

18 Johannes ist gekommen, aß nicht und trank nicht; so sagen sie: Er hat den Teufel. 19 Des Menschen Sohn ist gekommen, ißt und trinkt; so sagen sie: Siehe, wie ist der Mensch ein Fresser und ein Weinsäufer, der Zöllner und der Sünder Geselle! Und die Weisheit muß sich rechtfertigen lassen von ihren Kindern.


Ihr Lieben

Wer sich einmal mit der Person des Täufers Johannes beschäftigt, wird vielleicht zum Ergebnis kommen, daß dieser Johannes eine doch sehr extreme Persönlichkeit war. Gut, man könnte ihn auch als äußerst konsequent , absolut entschieden, kompromisslos, ja sogar menschenfeindlich betrachten. Es gehört durchaus ein starker, ein harter Charakter dazu, ein Leben in der Wildnis, in der Einöde der Wüste zu führen. Dort werden Fehler oder Fehltritte nur selten „vergeben“ – ein versehentlicher Tritt auf den Schwanz einer Kobra oder einer Viper, einen Skorpion im Schuh übersehen – das war ´s dann in der Regel für die arme Person ....
Auch die Speisekarte in diesen Regionen passte – zumindest in jenen Zeiten, wohl auf ein Din A 5 großes Blatt. Wir lesen, er ernährte sich von Heuschrecken und Wildhonig.
Seine Kleidung bestand aus Kamel- oder Ziegenfellhaaren. Also er war und benahm sich jedenfalls nicht wie ein Mitglied der damaligen römischen Zivilisation. Das beschreibt der Text im NT als Jesus seinem Wegbereiter folgendes Zeugnis ausstellte:

Matthaeus 11
7 Da die hingingen, fing Jesus an, zu reden zu dem Volk von Johannes: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her bewegt? 8 Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häuser.…

Es gibt Schriften die Johannes zu den „Essenern“ verorten, einer streng gläubigen, jüdischen Sekte die abseits der Städte wohnte und eher keinen Umgang mit den „anderen“ führte, sich auch nicht mit den „Segnungen der römischen Zivilisation beschmutzten“ oder in Berührung kommen wollte.
Wie dem auch sei, Johannes war ein zutiefst religiöser Mensch der sich bewußt entschied, in der Einsamkeit zu leben, sich abzugrenzen.
Das kann durchaus nützlich und gut sein und auch Paulus als Heidenmissionar forderte die Gemeinden auf ,sich zu separieren von „denen da draußen“ – es kann jedoch auch erschwerend und eher abstoßend wirken. Ein solches Verhalten lädt nicht gerade dazu ein, den „Vater im Himmel“ kennen lernen zu wollen.

Wir lesen von Johannes´ verbalen Attacken gegenüber den Taufwilligen die bei ihm anstanden.

Da sagte er zu den Volksscharen, die hinauszogen, um sich von ihm taufen zu lassen: Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Zorngericht entrinnen könnt? 8 Bringt Früchte hervor, die eure Umkehr zeigen, und fangt nicht an, bei euch zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater! Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen dem Abraham Kinder erwecken. 9 Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen., Ich bin nicht gegen streng religiöse Menschen; sind sie es doch die gerade auch in heutigen Zeiten eine Art Leuchtturm im Durcheinander, im Chaos, in der Finsternis der Beliebigkeit darstellen, das „Salz“ der Erde ... nur, man weiß heute auch daß ein „Zuviel an Salz“ auch nicht empfehlenswert ist ....
Streng religiöse Menschen neigen manchmal dazu, sich und ihre Lebensweise als Maßstab allen Verhaltens zu sehen und sie anderen in wohlmeinender Absicht überstülpen zu müssen. Besonders wenn ich an Calvin und Konsorten denke, bin ich meinem Vater im Himmel unendlich dankbar, heute leben zu dürfen und nicht damals.

Nun also kommt der Messias des Weges, derjenige von dem Johannes „schwärmt“ – er sei nicht gut genug ihm die Schuhe aufzubinden. Wie hat er ihn von seiner Persönlichkeit, seinem Charakter her eingeschätzt? Wir lesen:


Matthäus 3
Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. 12Er hat die Worfschaufel in der Hand und wird damit die Spreu vom Weizen trennen. Den Weizen wird er in die Scheune bringen, die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen.«

Keine besonders nette Ankündigung ... auf den ersten Blick ein herrschsüchtiger, bedrohlicher, menschenfeindlicher, zorniger Charakter, Johannes´ Strenge und Unerbittlichkeit wird mit dieser Ankündigung hier noch weit überboten. Na, da kann man sich ja auf was einstellen ....

Nun also kommt der Messias, der lang Erwartete des Weges und fängt an seine Mission zu erfüllen, seinen Weg zu gehen und wie sieht der aus?
Er verwandelt Wasser zu Wein und nicht einfach zu Wein der 3. Klasse ...

Johannes 2/10
... und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken geworden sind, alsdann den geringeren; du hast den guten Wein bisher behalten.....

Er sitzt bei „Sündern“, isst und trinkt mit ihnen, unterhält sich mit ihnen ...

Er heilt unzählige Menschen ohne vorher „abzuklopfen“ ob sie dessen würdig seien ...

Er lädt sich selbst ein im Haus eines Zollbeamten zu übernachten,, für damalige Verhältnisse im Judentum ein grandioser Skandal
Lukas 19 1- 10

Auch das religiös motivierte übermäßige Fasten schien für ihn keine große Rolle zu spielen, denn ...

Matthaeus 9
14Indes kamen die Jünger des Johannes zu ihm und sprachen: Warum fasten wir und die Pharisäer so viel, und deine Jünger fasten nicht? 15Jesus sprach zu ihnen: Wie können die Hochzeitleute Leid tragen, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es wird aber die Zeit kommen, daß der Bräutigam von ihnen genommen wird; alsdann werden sie fasten.

Jesus verhielt sich ganz offensichtlich nicht wie einer den Johannes erwartete/erhoffte? und spätestens als Johannes im Gefängnis saß, begann er offen zu zweifeln ob er denn da den „Richtigen“ getauft hatte.

Auf die Anfrage des Täufers gab Jesus eine, meiner Ansicht nach brilliante Antwort:

Matthaeus 11
…4 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johannes wieder, was ihr sehet und höret: 5die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein und die Tauben hören, die Toten stehen auf und den Armen wird das Evangelium gepredigt; 6und selig ist, der sich nicht an mir ärgert.

Außer bei der „Versuchung durch den Teufel“ liegen keine Aussagen vor, daß Jesus fernab jeglicher Zivilisation lebte, außer dem sich kurzzeitigen Zurückziehen zum Gebet, zum Kraft schöpfen.

Die Geschichte um die „Hochzeit zu Kana , das zwanglose immer wieder Beisammensein mit den einfachen, den gewöhnlichen Landsleuten, zeigt und beweißt, das Jesus im Grunde ein herzlicher, sehr lebendiger und jedem zugänglicher Mensch war/ und es seine Seele heute nach wie vor ist. Er war Jude, wuchs im Galliläischen auf.
Jede/r der die dortige Kultur mal genossen, erlebt hat, weiß, dass trotz der mannigfachen Probleme, Kriegsängste immer eine gewisse Ausgelassenheit, eine Beschwingtheit existiert. Das soll nicht zum Denken verleiten, er hätte bzw. würde zu allem ja und amen gesagt haben: Jesus kannte seine Wurzeln, er war sich seiner Herkunft bewußt, bis zum letzten Atemzug.

Es ist immer wieder interessant zu beobachten: Zwischen diesen zwei Polen schwingen die Gläubigen hin und her, sortieren sich irgendwo dazwischen ein. Die Ultrastrengen die oftmals trotz oder gerade wegen des hohen eigenen Anspruchs an sich und andere scheitern, sowohl als auch die Ultralockeren die keinen Blick mehr in die Bibel „verschwenden“ und so natürlich früher oder später die gewissen 10 Gebote „vergessen“ oder gar als obsolet betrachten und noch so manch anderes ....

Ich wünsch euch ganz viel Kraft und Mut euer Plätzchen zu finden, sowie Gottes Schutz und Segen für die nächste Woche!
 
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Kommentare  

Man darf hier also nicht mehr seine Meinung
sagen? Dann ist das hier mein letzter
Kommentar! Tschüss Webstories!
Keine Ahnung was in der letzten Andacht von
martin suevia angeblich so treffend und
dermaßen KLUG auf den Punkt gebracht wurde,
von einem Kommentator der martin suevias
Texte eigentlich nie beachtet hatte und jetzt im
Schnelldurchlauf alles zerpflückt hat und es jetzt
praktisch als Schund bezeichnet. Obendrein wird
martin suevia jetzt lächerlich dargestellt. Er
hatte sich seit 3 Jahren die Mühe gemacht aus
der Bibel etliche Passagen rauszuschreiben und
hat nur seine eigene Meinung wiedergegeben.
Diskussionen hatte er herausgefordert und
waren sicherlich beabsichtigt gewesen.
Manchmal kann es eben vorkommen, dass man
unglücklich kommentiert, aber kein Autor hat es
in solch einem Forum verdient, dass man ihn mit
einem gewaltigen Arschtritt verabschiedet!!!!!!
Das Thema Religion war schon immer ein
Pulverfass und wird es wohl auch immer bleiben.
Bewiesen, schade. Gott verzeihe uns. Amen.


Drabblemaker (20.02.2020)

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