54


1 Seiten

Monolog mit dem Tod

Poetisches · Trauriges
© rosmarin
Tod
Sei nicht stolz
Schrecklich heißt man dich
Und mächtig

Doch so bist du nicht
Tod

Und die
Die du glaubst überlisten
Zu können werden
Nicht sterben

Auch mich kannst du
Nicht töten
Tod
Kläglicher
Ich bin stolzer als du
Tod

Komm
Begleite mich
Hülle mich in
Dein schwarzes Tuch
Leblos und kalt

Du erreichst mich nicht
Tod

Rein ist meine Seele
Und Leben ist in mir
Ewiges Leben
Ja
Es ist in mir
Tod

Ruhe und Schlaf
Gönn ich mir
Freude geht
Daraus hervor

Manchmal auch von dir
Tod

Du machst dir
Schicksal
Könige
Hoffnungslose
Untertan

Doch
Drogen und Zauber
Könnten uns ebenso
Einschläfern

Ein kurzer Schlaf vergeht
Und kein Tod
Soll uns mehr
Einschüchtern

Tod du sollst sterben
Ich erwarte dich

Tod

***
 
Wenn du registriert und angemeldet bist und selbst eine Story veröffentlicht hast, kannst du die Stories bewerten, oder Kommentieren. Wenn du registriert und angemeldet bist, kannst du diese Story kommentieren.
Weitere Aktionen
Wenn du registriert und angemeldet bist, kannst du diesen Autoren abonnieren (zu deinen Favouriten hinzufügen) und / oder per Email weiterempfehlen.
Ausdrucken
Kommentare  

hallo, nicolas, ich habe eben erst deinen kommentar entdeckt. danke dir. die geschichte von fräulein liebe und dem tod würde ich gern mal lesen.
gruß von rosmarin


rosmarin (23.07.2007)

hi rosmarin,

eine ultima ratio in frage zu stellen - und sei es der tod - gehört zu den vorzüglichsten aufgaben, die literatur erfüllen kann. sehr gut!

lg

nicolas

ps ich hab selbst mal einen dialog zwischen einem fräulein liebe und dem tod geschrieben. von der denke her ticken wir in diesem bereich wohl ähnlich...


Nicolas van Bruenen (03.03.2007)

danke für die kommentare.
simone, du hast das gedicht wieder mal so gut interpretiert, dass ich nur staunen kann.
und von dir, lorenz, wüsste ich gern, warum du es nicht gut findest. man kann ja nicht nur "überwältigende" gedichte schreiben. ist ja logo, aber ein kleiner anhaltspunkt wäre schon ganz nett.
lg
rosmarin


rosmarin (07.01.2006)

im gegensatz zu vielen anderen gedichten von dir find ich das nicht so überwältigend.
lg


Lorenz M. (06.01.2006)

den schluss finde ich sehr gelungen: -Tod du sollst sterben/Ich erwarte dich- manchmal sind wir leblos, reglos und innerlich leer, dann könnte man meinen wir wären tot. die diagnose würde lauten seelisch tot, aber körperlich lebendig. der tod ist übermächtig, wir haben angst vor ihm und diese angst kann uns lähmen, so sehr, dass wir schon tot sind bevor wir dem wahrhaftigen tod überhaupt begegnet sind. erst wenn der selbst kreeirte tod stirbt, wir anfangen zu leben, hat der reale tod auch die chance uns zu töten. wir sollten den tod nicht arbeitslos machen, indem wir sterben, bevor er uns tötet, sonst stirbt der tod. das leben kann erst sterben, wenn das leben auch lebt. den schluss finde ich wirklich total genial, diese vorstellung des sterbenden todes. ich habe nicht sofort einen zugang zu deinem gedicht gefunden und musste es ein wenig länger auf mich wirken lassen. das sind meine gedanken, die mir dabei in den sinn gekommen sind.
lg simone


Simone Cyrus (06.01.2006)

hi, snuffi, ich danke dir. du hattest recht. es war ein kleiner holper im rhythmus. das von mir so unbeliebte wörtchen - und - fehlte. manchmal ist es also ganz nützlich.
lg
rosmarin


rosmarin (02.01.2006)

sehr schöner Schluß, aber erlaube mir die Frage ob du einmal selbst versucht hast diesen Monolog in dem von dir gewählten Versmas laut zu lesen und ob du wenn ja danach immer noch zufrieden damit sein kannst? Die Botschaft an sich entspricht meinen Wünschen leider aber nicht realistisch-

PoetySmurf (02.01.2006)

hi, gerret, danke für den kommentar. dein vater scheint ja bis zuletzt seinen humor nicht verloren zu haben. bewundernswert.
aber ich meine mit dem -tod du sollst sterben - nicht nur den physischen tod, dem wir wohl alle nicht entgehen können, sondern mehr noch den geistigen. ein verflixtes und unerschöpfliches thema - leben - tod - ...
lg
rosmarin


rosmarin (01.01.2006)

Mir ist beim Lesen folgende wahre Geschichte eingefallen:

Mein Vater war an Krebs erkrankt und befand sich im Endstadium seiner Krankheit, genau 1 Tag vor seinem Tod. Er sah zu dieser Zeit genauso aus, wie die Menschen, welche die Amerikaner aus den KZ befreit hatten. Vollkommen abgemagert. Phänotyp :Ein Skelett.

Am Tag vor seinem Tod - er wusste, dass der Tod vor der Tür stand - haben wir ihn gefragt, ob er Morphiumpflaster zur Linderung seiner Schmerzen haben möchte.
Vollkommen erbost kam daraufhin die Antwort:"Nein ! Habt Ihr euch mal die Nebenwirkungen durchgelesen ?!"

Die Angst vor dem Tod hatte bei ihm keine Chance. Er war bis in den Tod hinein süchtig nach LEBEN.


Gerrit (01.01.2006)

danke, christa, ich denke auch, es lohnt sich, darüber nachzudenken.
lg
rosmarin


rosmarin (01.01.2006)

Anzuerkennen, daß der Tod Teil des Lebens ist,
trotzdem der Angst vor dem Tod die Stirn zu bieten, sie nicht übermächtig werden zu lassen und das Leben zu lieben, das alles kommt in diesem Gedicht schön zum Ausdruck. Interessante Denkanstöße für das Neue Jahr!
LG Christa


CC Huber (01.01.2006)

Login
Username: 
Passwort:   
 
Permanent 
Registrieren · Passwort anfordern
Mehr vom Autor
Nimm mich wieder  
Stimmung am Meer  
Der Deutsche Michel  
Die Kinder von Brühl 18/Teil1 - Plumpsklo und Gänseblümchen/Episode 21/ Der Flüchtlingsjunge und das Kohlestückchen  
Frühling  
Empfehlungen
Andere Leser dieser Story haben auch folgende gelesen:
---
Das Kleingedruckte | Kontakt © 2000-2006 www.webstories.eu
Counter

Counter Web De