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Ein Mensch ach ja

Poetisches · Amüsantes/Satirisches
© rosmarin
Ein Mensch
So voller Tatendrang
Mit Schwung
Durchs Leben eilte
Nun liegt er auf
Dem TotenBett
Seufzet ach
Wie schade dass
Niemals ich an
Einem schönen Orte einst
Verweilte
Ach ja

*

Ein Mensch
Ging eines Morgens
Aus dem Haus
Dacht so bei sich oh
Welch ein Graus
Nun muss ich wieder
Ackern
Ohne Ende
Kauft sich schnell ein
Meuchelding
Damit er zu dem Chef
Dann ging
Ach ja

*

Ein Mensch
Hört eine Hummel brummen
Dacht so bei sich
Was ist das für ein
Seltsam Ton
Vernahm ich ihn
Vielleicht
In meiner Kindheit
Schon
Ach ja

*

Ein Mensch
Der wollte hoch hinaus
Baute sich ein schönes Haus
An einem wunderschönen Ort
Doch bald saß er alleine dort
Ach ja

*

Ein Mensch
Mal mit Humor betrachtet
Sprach vor sich hin
Ich hab es satt
Der Ernst des Lebens
Macht mich matt
Ich ahn’ es
Muss was
Bess'res geben
Stürzt sich
Mit Elan ins
Gewühl des
Freudenhauses
Eben
Ach ja

*

Ein Mensch
Auf einer Wiese lag
So in dem grünen Grase
Die Augen zu
Das Glück vollkommen
Schwelgt er dahin so
Ganz benommen
Ein Insekt
Das kam
Hat ihm den Spaß
Genommen
Ach ja

***
CCHuber am 24.05.2007: *****
Ein Mensch
liegt auf dem Sterbebett,
um ihn herum die Lieben.
Als Mensch, da war er gar nicht nett,
hat Böses nur getrieben.
Keine Tränen, keine Trauer,
die liebe Frau blickt reichlich sauer.
Doch in der Todesstunde
küsst sie ihn auf den Munde
und spricht
Du warst ein rechter Drachen,
was soll ich jetzt noch machen.
War`st mein Mann
so dann und wann.
Jetzt fahr zur Hölle,
auf der Stelle.
Und nach fünf Minuten Kuss
ist mit dem Menschen Schluss.
Ach ja.

*****

Ein Mensch
versucht zu schwimmen,
Doch mag`s ihm kaum gelingen.
Tief und tiefer geht`s hinab
ins kalte, nasse Meeresgrab.
Da kommt ein Fisch geschwommen,
hat Huck`pack ihn genommen,
wirft ihn ab am Strand,
und spricht, zum Menschen hingewandt.
Bleib du auf deiner Erde
niemals wirst du Gefährte
von uns, die wir im Wasser leben.
Hör auf, nach fremder Welt zu streben.
Bist nur ein Mensch, ein dummer.
Kein Hummer.
Ach ja.
 
Wolfgang Reuter am 27.05.2007: * * * * *
Ein Mensch,
sehr männlich, gut gebaut,
mit Haus auf eigner Ranch,
versaut,
versucht verknallt sein Bestes
beim Werben um „was Festes“.
Er protzt dabei,
wie reich er sei,
wie stark und schön
und fotogen,
bis er es wagt
und lächelnd fragt:
„Sind wir ein Paar?“
Drauf sagt sie klar:
„Schreib ein Gedicht,
sonst will ich nicht.“
Wie das sein Ich vernichtet!
Schon setzt er sich und dichtet.
Er denkt sich tolle Reime aus,
doch wird nichts draus.
Er sitzt noch da.
Ach ja.
 
CCHuber am 28.05.2007: Das Mensch

im praktisch Blumenkleid
macht sich zum Stelldichein bereit.
Der Holde Gatte hat geladen
Zum Diner nach Berchtesgaden.
Zwei Stunden hat sie Zeit zum richten,
was reifes Alter tat vernichten.
Epilieren, ondulieren
gefärbtes Haar hoch auftoupieren
die teure Creme muss retten,
verdecken braune Altersflecken.
Ein kräftig Guss aus dem Flakon
ins Gräbelchen zwischen dem Silikon.

Sitzt nervös nun auf dem Sofa,
der Gatte ist noch nicht da.
Da läutet schrill das Telefon
Es spricht der liebe Anton:
Sei nicht böse, liebster Schatz,
muss mit dem Chef zur Bärenhatz.
wird heut nichts mit edlem Speisen
Trau mich nicht, ihn abzuweisen.

Das Mensch im kurzen Minikleid
Macht sich zum Stelldichein bereit.
Für achthundert bare Eurakel
Gibt`s Männer ohne Fehl und Makel.
Mit Rückgaberecht.
Iss doch nich schlecht?

Ach ja.
 
rosmarin am 30.05.2007: ***
Ein Mensch

Den plagte eine Laus
Er musst’ sich ständig kratzen an
Seinem Lausekasten
Bis dass der Kamm ihm schwoll
Ihn packt die Wut
Das Maß war voll
Es sagt zur Laus
Das tut nicht gut
Scher dich hier raus
Es ist Zeit zum Fasten
Er nahm die Scher
Schnitt ab sein Haar und
Hatt’ bald nichts mehr
Auf dem Kasten

Ach ja
 
rosmarin am 01.06.2007: ***
Ein Mensch

Wird eines Morgens wach
Er reckt sich
Er streckt sich
Er denkt so bei sich ach
War das ein schöner Traum
Ich träumt’ von einer roten Rose
Damit ich sacht mein Liebchen kose
Schnell springt er aus dem Bette
Läuft mit der Zeit schon
Um die Wette
Hin zu Liebchens Türe
Auf dass er dieses Weib verführe
Da plötzlich
Sieht er wohl Gespenster
Zwei verschlungne
Schatten an dem
Fenster

Ach ja

***
 
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Kommentare  

mensch, christa! brüll. einfach toll. so ein mensch aber auch.
grüßli


rosmarin (28.05.2007)

hallo, wolfgang, danke für die fortsetzung. ja, es ist wie mit dem klavier. du selbst bist ja doppelt gerüstet. also ein vollkommen glücklicher mensch in dieser beziehung.
ich wünsche dir einen angenehmen pfingstmontag.
lieben gruß von rosmarin


rosmarin (28.05.2007)

Doch, CC, warum auch nicht, fragt freundlich grüßend

Wolfgang Reuter (27.05.2007)

Ach Mensch, traut sich denn keiner mehr?

Grüßle
CC


CC Huber (25.05.2007)

hallo, danke euch für die kommentare und den tollen beitrag, liebe cc.
ich finde das freudenhausleben gar nicht übel. soll ja satire sein.
gruß von rosmarin


rosmarin (24.05.2007)

Na, wenn da nicht meine Fantasie Purzelbäume schlagen kann. Der Mensch-ein Fass ohne Boden und Geschichten ohne Ende. Mal sehen, wem noch was einfällt.
Sehr gute Idee.
LG
CC


CC Huber (24.05.2007)

Toll.
Gefällt mir ausgesprochen sehr gut,
bis auf dem "Mensch" oder doch Mann
im Freudenhaus.


weltuntergang (24.05.2007)

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