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VATER

Poetisches · Schauriges
© Ronnja
So glaub mir doch Mama
ich lüge nicht.
So glaub mir doch Mama
da war ein Licht.

Ach mein liebes Kind
nun geh schnell wieder
Husch husch ins Bett
und schließ die Lider.

Aber nein Mama
so glaub mir bitte.
Ich habs gehört
da waren Schritte.

Ach was mein Kind
du hast geträumt.
Ich habe dich geweckt
hab wohl zu laut aufgeräumt.

Aber ich schwöre es Mama
da war ein Mann.
Bitte komm mit mir
das ich ihn dir zeigen kann.

Also jetzt ist Schluss
niemand ist hier.
Geh wieder ins Bett
ich befehle es dir.

Aber ich hab solche Angst
in meinem Bett allein.
Was ist wenn ich schlafe
und der Mann kommt rein?

Also gut mein Kind
gleich bin ich fertig hier
dann komme ich rauf
und sehe nach dir.

Ja bitte Mama
aber beeile dich
dann wirst du ihn sehn
Oh Mama ich fürchte mich.






Doch als die Mutter kam
da war es zu spät.
Es ihr die Kehle verschnürt
als sie ins Kinderzimmer späht.

Das Laken verfärbt
vom Blut alles rot.
Die grausige Wahrheit ist
ihr Kind ist tot.

In blankem Entsetzen
sinkt sie auf die Knie.
Da kommt er von hinten
und ersticht auch sie.

Ohne Gnade und Reue
stößt er immer wieder zu
doch seine kranke Seele
die findet keine Ruh.

Mit schweren Schritten
verlässt der Vater das Haus
mit dem Messer in Händen
tritt er in die Nacht hinaus.

Seine Familie liegt oben
geschlachtet wie Vieh.
Die angebliche Dienstreise
nein, die gab es nie.

So sind Mutter und Kind
nun auf ewig stumm
Doch das was bleibt ist
die Frage nach dem Warum.
 
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Kommentare  

ein wunderbar anrührendes grausiges gedicht, in dem jedes weitere wort, jegliche erklärung zuviel wäre. es ist alles gesagt, und das mit dürren worten. auch das thema ist immer und überall aktuell und so real.
gruß von


rosmarin (19.12.2012)

Hallo nochmal an Michael,

abschließend kann ich Dir hier nur noch sagen, ich verstehe Dein Problem nicht und weiß auch nicht was es an dieser, doch recht einfachen Geschichte nicht zu verstehen gibt. Die Ängste des Kindes sind doch in so ziemlich jeder Zeile des ersten Abschnittes nachzulesen. Zu den "Erklärungsversuchen" aus dem Kommentar, wie Du sie bemängelst, ist zu sagen, dass dies ebenfalls alles bereits im Text offensichtlich ist (außer für dich vielleicht). Man kann eine Geschichte übrigens auch tot schreiben, denn die lebt jawohl aus der Interpretation des Lesers, würde ich meinen.

Sorry, nix gegen Dich, aber mich kannst Du mit Deinem möchtegern-intellektuellen Gequatsche nicht beeindrucken.

Da mir die Zeit und ehrlich gesagt auch das Interesse für solche nichtsbringenden Diskussionen fehlt, werde ich mich nicht weiter zu diesem Thema äußern.


Ronnja (19.12.2012)

Liebe Ronnja, das ist ja alles schön und gut, wenn du jetzt nachträglich im Kommentar die bedenkenswerten und nachvollziehbaren Einzelheiten aufzählst, aber das hätte alles schon in deinem Text anklingen oder beschrieben werden können/müssen. Stattdessen steht ganz hinten verloren die Frage "Warum?". Erst in deinem Kommentar lieferst du eine Zusatzerklärung zu diesem "Warum". Aber gerade das fehlt mir in dem großen Zwischenraum zwischen der Angst des Kindes (anfangs beschrieben) und der Warum-Frage (am Ende): Deine eigenen Antworten und Überlegungen zum Warum bereits im Text, nicht erst im Kommentar! Auch wenn es dir nicht um die Warum-Motive des Vaters, sondern um die Angst des Kindes ging: WARUM das Kind Angst hat, das hast du nicht beschrieben; sondern nur DASS es Angst hat. Deine Warum-Erklärungen kamen erst jetzt in deinem Kommentar. Erst dein Kommentar hat mehr Aufklärung gebracht. Aber das ist mir für eine literarische Arbeit zu wenig. Im Text bleibt mir ein unüberbrückter Hohlraum zwischen Kindes-Angst und Warum-Frage.

Michael Kuss (19.12.2012)

Hallo Michael Kuss,

erstmal danke für den Kommentar, es ist natürlich alles Geschmackssache, aber für mich ist die Geschichte schon vollständig. Denn ich beschreibe hier lediglich eine kurze Begebenheit und blicke nicht in die kranke Seele eines Psychopathen.

Natürlich ist es menschlich alle Gründe verstehen zu wollen, aber in meinem Text geht es nicht um die Motive des Vaters sondern um die Frage, was ist mit den Ängsten der Kinder?
Jochen hat das schon ganz richtig verstanden. Was wäre gewesen, hätte die Mutter früher reagiert? Hätte sie es verhindern können?
Vielleicht nicht, aber Fakt ist, das Kind wäre in seiner Furcht nicht allein gewesen. Darum geht es mir hier eigentlich, sich darüber Gedanken zu machen.

Wenn solche Tragödien passieren, sucht die restliche Welt verzweifelt nach den Motiven für so etwas, aber bleibt die Frage nach dem Warum nicht immer offen?
Fadenscheinige Erklärungsversuche wie Eifersucht, Neid etc. sind für mich (außer der reinen Notwehr) keine Gründe, da es doch wohl immer einen anderen Ausweg gibt als seine Familie abzuschlachten.

Oder kannst Du erklären warum Menschen ihre Familien töten, oder Eltern ihre Kinder? Warum überhaupt Kinder sterben müssen?

Die Frage nach dem Warum, kann ich also nicht wirklich beantworten und was im Vorfeld mit dem Vater oder der Familie schief gelaufen ist, tja das wäre dann wieder eine andere Geschichte und ansonsten gilt doch wohl immer noch der alte Spruch: der Fantasie des Lesers sind keine Grenzen gesetzt.


Ronnja (18.12.2012)

Hier bin ich ein bisschen zweigeteilt. Zunächst dachte ich im ersten Teil deines Gedichtes, es handele sich um das "normale" und herkömmliche Bitten und Flehen eines Kindes, dass sich vor der Dunkelheit fürchtet und die Nähe seiner Mutter sucht. Da wird auch einmal der schwarze Mann bemüht, der nur in der Fantasie besteht. So wie das die meisten von uns kennen...

Das schaurige Ende kam unvermutet und irritiert mich. Zwar gibt es solche Ausnahmesituationen in Familien, aber doch wohl seltener als die herkömmliche und öfters wahrzunehmende "Angst" der Kinder vor Dunkelheit und Fremdem. Wenn du aber hier zum Schluss eine Familientragödie angedeutet einbaust, aber nur in einem einzigen Satz nach dem "Warum" fragst, dann ist dieses "Warum" zu wenig, zu kurz gegriffen; dann hätten in dieses Gedicht auch ein paar Anhaltspunkte über das "Warum" und über die negative Familiensituation gehört. Dein letztes "Warum" überspringt zuviel Zwischenräume, hinterlässt Hohlräume und vermittelt zu wenig die Zusammenhänge. Deshalb halte ich dein Gedicht im Ansatz zwar für gut, aber für unvollständig.


Michael Kuss (17.12.2012)

Tja, man sollte eben Kinder ernst nehmen. Hätte sie es mal getan. Schönes traurig-schauriges Gedicht.

Jochen (03.09.2010)

Wirklich schaurig und sehr, sehr gut. Eine grausige Story in Gedichtform.
Einfach gelungen


Petra (02.09.2010)

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