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Totennachtgeträumt (Samhain)

Poetisches · Schauriges · Herbst/Halloween
Ein kühler Hauch geht durch das Land
Nebeltüchter schweben blass und fahl
Der Wald trägt düster Totengewand
Durch die Nacht dringt Trommelhall.

Samtgepfote bleibt nicht im Haus,
durchstreift stattdessen dunkle Nacht.
Heut zieht es sie ganz weit hinaus,
hält stille ihre Katzenwacht.

Durch die Bäume geht Gemunkel,
flüstern locken dich Stimmen fort.
Sie feiern ihre Königin so dunkel
mit Feuer dort am alten Ort.

Lodert hoch, dort im altem Kreise,
Drumherum der wilde, düstre Tanz.
Er lockt auf schaurigschöne Weise
Das Jahresrad wir nun mehr ganz.

Dünner werden nun die Schleier,
Das Jahr geht still in Schatten ein.
Gerätst du in ihre wilde Totenfeier
wirst auch du eines mit allem sein.

Weichschwinge lässt sich treiben,
sieht auf die Welt mit klugem Blick.
Wer gehen wird und wer wird bleiben?
Ein jeder folgt seinem Geschick.

Zwischen Gräbern, kühler Hauch.
Nebel schwebt so blass und fahl.
Du und ich, wir spürens auch
In unsrem Blut der Trommel Hall.

Der Herr der Stürme steigt hernieder,
mit seiner Königin vereint im Tanz
Die Welt singt ihre Herbsttotenlieder.
Aus der Ferne lockt dich silbrig Glanz.

Hörst du ihr wispern in dieser Zeit,
bis du vielleicht von ihnen erkoren.
Doch folgst du lockender Dunkelheit
Gehst du vielleicht für immer verloren.


©Anariel 26.10.2012
 
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Kommentare  

Hallo Else,

bestimmt wird es so sein.
Freut mich, dass auch dir das Gedicht gefällt.
JaWehmut ist schon auch dabei, die gehört ja irgendwie auch zum Herbst. Und ja, ich bin auch ein wenig traurig darüber.


Tis-Anariel (03.11.2012)

Dann bekommst du mal gleich noch einen von mir. Wahrscheinlich waren alle anderen Kommischreiber mit Halloween beschäftigt. Schönes Gedicht, bildreich und auch ein wenig wehmütig. Das habe ich jedenfalls herausgelesen, denn auch ich bin ein wenig traurig, dass der Herbst so schnell sein goldenes Licht verloren hat.

Else08 (02.11.2012)

Tja ich bin auch ein wenig verwundert, darkwitch. Drum freu ich mich um so mehr über deinen Kommentar. Schön, wenn ich es wieder ein wenig unheimlich hingekriegt habe. So soll das sein.

Tis-Anariel (02.11.2012)

Ich bin verblüfft, dass für dieses schöne, klangvolle Gedicht noch kein Kommentar abgegeben wurde.

Es ist faszinierend, wie dieser Text einerseits mit wunderschönen, klingenden Worten lockt, aber auf der anderen Seite tatsächlich auch ein wenig unheimlich ist.


darkwitch (02.11.2012)

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