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2 Seiten

Psi

Kurzgeschichten · Für Kinder
© Glaser
So ein Ärger, dachte Alpha.



Erst vor einem halben Jahr war er zum Hauptstern gewählt worden. Und schon hatte er ein dickes Problem. Er haderte mit sich und murmelte: „Ich hätte besser erst gar nicht kandidieren sollen. Aber jetzt ist nun einmal so; ich habe die Verantwortung und muss etwas tun. Nur – was?“



Die schlechte Nachricht hatte ihm einer seiner Untersterne gebracht. Psi, ein sehr junger Stern, war plötzlich weg, einfach weg.



Der Hauptstern grübelte. Sterne verschwinden doch nicht einfach so, das gibt es doch gar nicht, dachte er. Vielleicht hat er sich nur versteckt oder er hat aus Spaß sein Licht ausgeknipst, um uns zu foppen. Dann würde er sich bestimmt schon bald wieder zeigen. Aber was, wenn ihm etwas zugestoßen war? Als erstes muss er gesucht werden.



Während der Hauptstern noch überlegte, wen er alles mit einer Fahndung beauftragen könnte, erhielt er schon wieder eine Eilmeldung. Es gab ein Lebenszeichen von Psi. Er hat ein bisschen geflackert.



Gut, dachte der Hauptstern, das mit dem Suchen hat sich ja dann erledigt. Jetzt müssen wir dringend mit ihm in Verbindung treten. Das müssen die Sterne in der Nähe machen. Ich kann mich ja schließlich nicht um alles kümmern. Außerdem bin ich einfach zu alt dafür. Er befahl den zehn Sternen, die in der Nähe von Psi ihre Kreise zogen, mit ihm Kontakt aufzunehmen.



Es dauerte eine Weile, und dann traf ein Bericht ein. Psi war von einem ausgedienten Satelliten getroffen worden.



Einmal musste es ja passieren, ich habe es schon immer kommen gesehen, dass uns der Weltraummüll eines Tages zu schaffen macht, aber alles Klagen nützt nichts, raunzte er.



Alpha verschickte eine Nachricht an alle: Psi, ein junger Stern, ist von einem Satelliten getroffen und erheblich verletzt worden. Kann jemand helfen?



Es trafen Hunderte von Antworten ein.



Der Mond bot an, Psi für eine Weile bei sich aufzunehmen. Aber was sollte das bringen?



Andere Sterne schlugen vor, dass Psi sich einige Zeit ausruhen solle. Davon wird es aber ganz bestimmt nicht besser, dachte sich Alpha. Und so ging es weiter. Alpha las eine Meldung nach der anderen durch und wurde allmählich ungeduldig. "Es ist nichts Vernünftiges dabei", sagte er halblaut.



Dann hatte er plötzlich eine Idee. Eine Strahlentherapie! Wir haben das zwar noch nie gemacht, aber ausprobieren kann man das ja einmal.



Er beriet sich mit seinen Untersternen, die waren hell begeistert und entwickelten einen Stundenplan: Jede Nacht sollten zweihundert Sterne immer eine Stunde lang gezielt auf Psi strahlen.



Und schon nach zwei Wochen ging es Psi schon deutlich besser. Und nach einem Monat war er wieder komplett genesen und leuchtete vergnügt wie früher.



Alpha war sehr zufrieden mit sich. "Es war doch gut, dass ich mich zum Hauptstern habe wählen lassen", brummte er vor sich hin.
 
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Kommentare  

Auch im Namen von Alpha und Psi herzlichen Dank für dieses
schöne Feedback.


Glaser (23.11.2018)

Ein entzückendes kleines Märchen und es passt ganz zu den dunklen kalten Nächten.

Marco Polo (22.11.2018)

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