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Schwarze Schwäne - Weiße Schwäne, Teil 14 - AUF ZUR PARTY ...

Romane/Serien · Nachdenkliches
Endlich: Heute ist Samstag, heute gebe ich das Fest. Eingekauft habe ich schon einiges, alles ist mehr oder weniger gut im Kühlschrank verstaut, und der Grill samt Kohle und Anzündern steht schon draußen. Ich habe allen Leuten gesagt oder ihnen mitteilen lassen, dass sie sich ihr Zeugs selber mitbringen sollten, falls sie was Besonderes wünschten, ich hätte nur stinknormales Zeug da, nämlich nur Bratwürste - und Koteletts für mich selber und für Susanne.
Ich lasse mir Badewasser ein, lege mich in meine Badewanne und überlege mir beim Baden, was ich anziehen soll. Es muss bequem sein, soll aber trotzdem meine Vorzüge betonen. Robert hat mal zu mir gesagt, ich solle nur helle Sachen tragen, am besten weiße. Das werde ich heute beherzigen. Manchmal denke ich noch an ihn, er war kein Schlechter, aber nicht für mich bestimmt.
HOSE: Schwarz mit weißen Punkten, locker und weichfallend. Vor circa zwei Jahren wurde die oben knallenge und unten ausgestellte Schlaghose endlich durch bequemere und für mich vorteilhaftere Modelle abgelöst, und ich hoffe, die Schlaghose erhebt nie wieder ihr grausiges Haupt! OBERTEIL? Ich schwanke zwischen einem helltürkisfarbenen und einem hellrosa Hemd, beide aus zartem weichen Stoff. Ich probiere beide an. Für das helltürkisene Teil bin ich nicht braun genug. Eigentlich bin ich überhaupt nicht braun, habe noch keine Sonne gesehen in diesem Sommer. Vielleicht sollte ich mal in eins dieser neuartigen Sonnenstudios gehen. Meine Schwester hat mir eins empfohlen, aber die sind ziemlich teuer. Also hoffe ich auf natürlichen Sonnenschein. Den werde ich bestimmt im Großpark finden in seinen versteckten Winkeln, und wie ich durch Susanne erfahren habe, kommt man durch einen Trick umsonst hinein in den Sonnenschein. Falls der mal scheinen würde.
Ich ziehe also das zarte hellrosa Hemd an, krempele die Ärmel ordentlich hoch, stopfe den Rest in die Hose und fühle mich darin geborgen. Ich will nämlich auf keinen Fall sexy aussehen, dadurch könnten gewisse Leute einen falschen Eindruck von mir gewinnen. Will heißen: Ich werde seriös und lieb aussehen. Weiß zwar nicht, was das bringen soll, aber da gehe ich nach Gefühl.
SCHUHE: Es werden einfache Ballettschuhe sein. Ballettschuhe hört sich vielleicht seltsam an, aber ich bin durch Madame draufgekommen. Bei einem unserer mir endlos scheinenden Einkaufsbummeln durch die City gingen wir auch in ein Fachgeschäft für Ballettbedarf, und da hatten sie wirklich gute Sachen, enganliegende Shirts und Trikots, geile Trainingshosen, die ich noch nirgendwo anders gesehen hatte - und eben diese weichen Ballettschuhe aus schwarzem Leder, sehr bequem sind sie, sie eignen sich natürlich nicht für Spaziergänge, aber für zu Hause sind sie echt Klasse.
Ich betrachte mich in dem großen Dielenspiegel.
FIGUR: Brüste für meinen Geschmack einen Tick zu klein, aber die Männer fanden's immer gut. Muss lachen, ich hatte ja kaum welche. Also Männer, nicht Brüste. Weiter: Taille schmal. Hintern - obwohl ich schlank bin bei Kleidergröße 38 - eindeutig vorhanden, Beine auch ganz gut. Ich messe 1,70 Meter, damit bin ich ein bisschen größer als Susanne und Andrea, genauso groß wie Madame und viel kleiner als Betty, die stolze 1,80 misst und große Komplexe deswegen hat. Ach ja, ich habe schöne Arme, die sind das Beste an mir, aber leider kann man die nicht sehen, denn es ist zu kalt für ein ärmelloses Shirt.
HAARE: Kurz und blond mit helleren Strähnen, die manchmal ins Rötliche gehen. Warte auf Sonne, damit sie richtig hell werden. Überlege, meine Haare dunkler zu färben, dann wäre ich aus ‚Doofblondie’ raus, aber ich verschiebe das erstmal auf den Herbst.
GESICHT: Augen blau, nicht sehr groß, eher asiatisch schmal. Wangenknochen ausgeprägt, slawisches Erbgut, meine tschechisch ungarische Urgroßmutter mütterlicherseits lässt grüßen; in früheren Zeiten ist bestimmt auch mal ein Mongole dran ‚vorbeigegangen’. Mund nicht zu groß, nicht zu klein, brauche keinen Lippenstift, mache es wie meine Ahninnen, die bissen sich einfach auf die Lippen, um sie rot zu kriegen. Nase zu breit, lässt mich manchmal aussehen wie eine Katze. Irgendein Typ hat mal behauptet, ich hätte ein süßes und ein grausames Profil, je nachdem von welcher Seite man mich betrachtet. Besonderheiten: Ich habe total altmodische Grübchen.
Nun denn, mein Gesicht ist nicht gerade von klassischer Schönheit, aber man sagt mir nach, eine gewisse Ähnlichkeit mit Glenda Jackson zu haben, als sie noch jung war. Kann ich nicht nachvollziehen. Das Blöde an der Sache ist: Ich komme trotz dieser angeblichen Schönheit - jedenfalls sagen das gewisse Arbeitskolleginnen - bei den Männern nicht gut an. Vielleicht verströme ich so eine Art Anti-Anmach-Zeugs, oder ich blocke jede Anmache instinktiv ab, meistens jedenfalls.
Ich lege mich ein bisschen aufs große Sofa und lese in Lems ‚Sterntagebüchern’, ich hab es natürlich aus der Leihbücherei. Neue Bücher leiste ich mir im Augenblick nicht, höchstens preisreduzierte Remittenden bis zwei Mark. SF* gibt es reichlich in reduzierter Form. Lem schreibt zwar nicht klassische SF, aber vielleicht noch was Besseres. Beim Lesen muss ich manchmal laut lachen.
- ** -- ** -
Um vier Uhr läutet das Telefon, und es ist - ich glaube es nicht, bin total überrascht und muss meine Überraschung verbergen - Hardy! Dieser Blödmann, wirklich gutaussehend zwar, aber Blödmann.
Er ist ausgesprochen höflich, erkundigt sich tatsächlich bei mir, ob ich ihn noch kenne. Der will mich wohl verarschen!
„Nein“, sage ich, „wer bist du?“ Natürlich weiß ich, wer er ist, denn wer könnte den jemals vergessen? Also sage ich nach einer kurzen Pause zaghaft, um ihn nicht zu vergraulen: „Hardy, oder wie auch immer du heißt, bist DU das etwa?“
„Klar bin ich das. Und was für ein Fest ist das denn?“
„Ich weiß nicht, überschaubar ist es, vielleicht kommen zwölf bis fünfzehn Leute, mal gucken ...“
„Also eins von der kleineren Sorte“, sagt er.
„Tja, wenn du das so siehst, dann ist es wohl klein“, sage ich. Mir kommt dieses Fest mit zwölf bis fünfzehn Leuten schon richtig groß vor. „Ich hab aber nur Standardsachen zum Grillen da. Wenn du was Besonderes willst, dann musst du es schon selber mitbringen.“
„Okay“, ist seine Antwort darauf, „dann also bis heute Abend. Ich freue mich drauf.“ Und legt auf.
Nach diesem Anruf bin ich etwas nachdenklich. Verdammt noch mal, da ist doch was faul! Ich habe ihn hinausgeschmissen, habe ihm vorher verschiedene nicht sehr nette Sachen an den Kopf geworfen, und jetzt ist er so freundlich zu mir? Da ist doch was oberfaul! Aber ich bin ja vorbereitet und weiß, mit wem ich es zu tun habe. Oh ja, ich freue mich schon wahnsinnig auf diesen Abend. Was wird wohl passieren? Ich habe keine Ahnung. Aber ich rechne mit allem, das Leben hat plötzlich an Würze und Spannung gewonnen. Das Leben ist einfach herrlich und vielversprechend. Oh ja!
Ich versuche, Andrea anzurufen, aber es geht keiner dran. Sie liegt bestimmt noch in Essig und Öl, oder sie ist bei irgendeinem Typen versackt und liegt dort noch in Essig und Öl. Und Fredo ist auch nicht zu erreichen.
Susanne kommt schon am frühen Abend. Sie scheint in finanziellen Schwierigkeiten zu stecken, denn sie hat eine alte Lederjacke dabei - sie stammt angeblich aus dem Ersten Weltkrieg - und will mir dieses Stück für nur fünfzig Mark verkaufen mit dem Hinweis: „Ich habe damals an die dreihundert dafür bezahlt.“
Es ist ein schönes Teil, zwar ein wenig zerstört durch einen Riss auf dem Rücken, aber ich verliebe mich sofort in die Jacke. Sie hat einen Gummizug in der Taille und ist wohl für einen schmächtigen Mann gemacht worden. Ich ziehe sie an - und passt! Frei nach Karl Valentin. Von dem habe ich mal einen Sketch gesehen, der hieß ‚Der Firmling’. Einfach genial! Ich gebe Susanne hundert Mark für die Jacke. Man gönnt sich ja sonst nichts, und sie kann das Geld bestimmt besser brauchen als ich, denn noch bin ich nicht pleite. Mit Betonung auf ‚noch’.
- ** -- ** -
Zwei Stunden später treffen die ersten Gäste ein, zuerst die ziemlich üppige Freundin von Susanne – üppig ist stark untertrieben. „Sie ist schwanger“, flüstert Susanne mir zu. Oh ja, wirklich? Fällt gar nicht auf. Susannes Freundin hat so eine günstige Figur, dass man eine Schwangerschaft kaum bemerkt, und sie scheint sehr nett zu sein.
Kurz danach kommen Rupert und Betty. Ich liebe die beiden. Betty hat sich öfter bei mir gemeldet, und ich glaube, sie und ihr Freund Rupert verteilen ihre Gunst ziemlich gerecht auf zwischen mir und Parker mitsamt neuer Frau. Wobei ich immer noch an diesen blöden Polterabend denken muss und wie ich mich da benommen habe. Egal, vorbei ...
Dann erscheint Ralf mit drei Bekannten und mit jeder Menge Musik im Gepäck. Was würde ich ohne Ralf anfangen? Nicht viel, befürchte ich. Außerdem finde ich es gut, dass die Männer - bis jetzt jedenfalls - in der Überzahl sind. Wären mehr Frauen als Männer da, dann würde es bestimmt zu Revierkämpfen bei den Frauen führen. Die Männer hätten die freie Auswahl, und das wollen wir doch nicht.
Hirn sagt: ‚Hast du einen bestimmten Mann im Sinn? Von wegen der freien Auswahl?’ Ich: Quatsch! Ich weiß nicht, was du meinst, Susanne ist doch viel hübscher als ich, und ein paar andere bestimmt auch! Hirn schweigt daraufhin vielsagend.
Es klingelt: Es sind zwei Männer, die Susanne kennen. Einer davon ist wohl ein Exfreund von ihr und scheint wirklich gut drauf zu sein. Und der andere ist vielleicht was ähnliches.
Clem, der Freund von Hardy kommt an mit drei Leuten, einem gut aussehenden Typen und zwei Frauen. Eine davon ist rothaarig, hübsch und recht schnippisch, und die andere ist ... auch ganz hübsch. Die vier besetzen den Küchentisch - auf dem mein Bakelitradio steht - und tun so, als wären sie hier zu Hause.
Schade, dass Andrea nicht da ist - und Fredo auch nicht. Schade, ich hätte diese beiden gerne miteinander verkuppelt. Denn Fredo ist intelligent ohne Zweifel, und Andrea steht auf Intelligenz. Aber Fredo besitzt wohl nicht die Grausamkeit, um sich damit bei Andrea durchsetzen zu können. Leider ...
Ich setze mich zu Rupert und Betty auf die Terrasse und unterhalte mich mit ihnen. Sie fühlen sich nicht ganz wohl hier. Sie brauchen immer eine lange Zeit, um sich mit neuen Leuten vertraut machen zu können und jetzt werden sie in einen wahren Strudel von neuen Bekanntschaften hineingerissen. Ich kann das nachvollziehen, denn ich fühle mich auch nicht ganz wohl hier. Aber das könnte sich ja ändern. Und diese beiden werden sicher ein neues Pärchen finden, vielleicht Alex und Sybille. Die beiden habe ich nicht mehr gesehen seit diesem legendären Polterabend. Sind wohl keine Freunde mehr. Ich erinnere mich auch daran, dass ich nie mit Robert bei Rupert und Betty war. Hatte ich von Anfang an schon Bedenken wegen dieser Beziehung? Ja, möglich ...
Rupert kümmert sich um den Grill, denn er hat die meiste Erfahrung damit. Nachdem der Grill an ist, begebe ich mich wieder in die Küche.
Meine Wohnung ist gut geschnitten, von der großen Diele zweigen vier Türen ab, eine führt in das L-förmige Wohnzimmer, eine in das Schlafzimmer mit angrenzendem Badezimmer, man nennt das wohl ‚en Suite’, eine in das Gästeklo und eine in die Küche. Und nur von dort aus kommt man auf die Terrasse und in den Garten. Der Rasen ist mittlerweile saftig grün, denn ich habe die harte alte Erde richtig aufgekratzt, sie teilweise umgegraben und dann neuen Rasen eingesät. Meine Küche ist recht groß, mindestens 12 Quadratmeter misst sie. Es gibt da nur eine weiße Arbeitszeile, ein dunkelblau gestrichenes Eichenbüffet (hat Parker mir überlassen) und einen dunkelblau gestrichenen Küchentisch mit vier Gartenstühlen aus Rattan. Von der Küche zweigt noch ein winziger Raum ab, in dem mein Gefrierschrank und meine Waschmaschine stehen. Statt eines Fensters hat dieser Raum eingemauerte Glasbausteine, die man auf ‚offen’ stellen kann, und durch diese können meine Katzen jederzeit nach draußen und wieder rein. Es ist eine interessante Wohnung, nur leider viel zu teuer, hauptsächlich wegen der Heizkosten.

https://www.youtube.com/watch?v=pJrU9RIurFE (Heaven 17 - Let Me Go) Einfach nur gut!

Ich begebe mich also wieder in die Küche, stelle mich an den Küchentisch und versuche, ein Gespräch mit der Vierergruppe in Gang zu bringen, so als Gastgeberin. Das soll mir schlecht bekommen, weil die anscheinend nicht scharf auf Gespräche mit mir sind. Die rothaarige Perle, die wohl mit Clem zusammen ist, bläst mich hinweg mit einer blöden Bemerkung. Faselt irgendwas über die Tapeten. Meine Güte, ich habe die Dinger diagonal an die Wand hinter dem Küchentisch geklebt und zwar abwechselnd blau und weiß, ist ungewöhnlich, aber ich mag es. Was hat die blöde Nuss gegen mich? Hab ich ihr was getan? Sie kennt mich doch gar nicht, oder hat Clem irgendwas über diese Nacht damals erzählt? Und wenn schon, was geht es die an?
Ich ziehe mich wieder auf die Terrasse zurück – die Katzen sind auch schon da, beäugen die Koteletts – und unterhalte mich wieder mit Rupert und Betty. Der Grill kokelt mittlerweile sehr schön vor sich hin.
Clem hat ein paar dekorative Tellerchen mitgebracht, die beladen sind mit tollen Sachen, mit Salaten, Fleisch und allem möglichen Zeugs, und Rupert traut sich gar nicht, diese Herrlichkeiten auseinander zu reißen.
„Wie wär’s, wenn wir den ganzen Teller auf den Grill legen?“, regt er an. Rupert ist ein Supertyp irgendwie.
„Ja, wenn die von Pappe wären ...“ Ich muss lachen, denn die sind nicht von Pappe, sondern von Plastik.
Mein Freund Ralf kommt auf die Terrasse und setzt sich neben mich. Zuerst unterhält man sich über Musik, Rupert ist überzeugter Fan von ‚Heaven 17’. Die sind wirklich nicht schlecht, so cool ... Dann über die Arbeit und kurz darauf über Parker. Ich wusste, dass es so kommen würde.
„Sei froh, dass den Arsch los bist“, sagt Ralf. Ach Ralf, irgendwie habe ich dich unheimlich gerne!
Betty und Rupert sind allerdings anderer Ansicht. Sie hoffen immer noch, meine Trennung von Parker wäre nur vorübergehend und ich würde wieder mit ihm zusammen kommen. Immer noch? Reines Wunschdenken, wie ich finde. „Ich glaube, du und Oliver, ihr gehört doch zusammen“, sagt Betty gerade, und ihr Freund Rupert haut in die gleichen Tasten: „Ihr beide seid doch ein eingespieltes Team!“
Ich bin verblüfft, nein, eher entsetzt. So sehen die das? Das ist doch absolut unrealistisch, es ist vorbei, und ich bin froh, dass es vorbei ist. Wenn die wüssten, was alles an Mist zwischen Parker und mir passiert ist! Nein, das werde ich ihnen nie erzählen, denn damit würde ich mich selber als Idiotin outen. Die ich wohl bin. Und ich habe mittlerweile zu Ralf ein größeres Vertrauen als zu meinem alten Freundespaar. Ich sage nichts dazu, sondern starre in den Garten hinaus, ohne ihn wirklich zu sehen. Natürlich wünschen sich Betty und Rupert, dass alles wie früher wäre, die gegenseitigen Besuche, die gemeinsamen Unternehmungen, eben die Sachen, die zwei Pärchen miteinander treiben ... Aber es ist endgültig vorbei, und sie sollten sich allmählich an den Gedanken gewöhnen. Ich grübele immer noch vor mich hin, doch dann weckt mich eine Stimme auf.
„Wo ist Tony?“ Das kommt von innen. Ich kenne diese Stimme. Ich habe mich mit dieser Stimme eine Nacht lang rumgestritten. Oder eher gefetzt? Oh je, er ist da ...
„Draußen“, sagt jemand.
Hardy erscheint auf der Terrasse, er orientiert sich mit einem kurzen Blick, und er ist blendend aussehend, wie ich ihn in Erinnerung habe, nur seine Haare sind viel kürzer. Er ist ganz schlicht angezogen, Jeans, ein T-Shirt und darüber eine gerade geschnittene dunkle Jacke. Sieht elegant aus, aber es liegt wohl daran, wie er diese schlichten Sachen trägt ...
Er kümmert sich weder um Ralf, noch um Rupert und Betty, beugt sich zu mir herunter, sagt: „Hallo Tony“, und küsst mich auf die Stirn, das ist wohl sein Brandmarkungszeichen. Und dann geht er zurück in die Küche. Ich bin geschockt über dieses Wiedersehen, obwohl ich mich doch so darauf vorbereitet habe.
„Er ist Mathelehrer“, sage ich zu Betty, und sie guckt mich zweifelnd an. Oder skeptisch? Ich erhebe mich unauffällig und laufe dem Mathelehrer hinterher. Man soll sich ja um die Gäste kümmern.
„Kommst du klar?“, frage ich Hardy, der sich gerade am Kühlschrank zu schaffen macht. Klar doch, er hat nichts mitgebracht, außer sich selber. Und das reicht ja auch vollkommen. Haha!
„Kein Problem“, sagt er.
Daraufhin verziehe ich mich wieder nach draußen, Ralf ist weg, und ich unterhalte mich mit Rupert und Betty über das Oldtimer-Rennen auf dem Nürburgring, das Anfang Oktober stattfindet. Ich möchte unbedingt dort hin, und zwar mit diesen beiden. Betty bewundert meine Ballettschuhe, so was Flaches hätte sie noch nie gesehen. Betty sucht wegen ihrer Größe immer flache, aber elegante Schuhe.
Ich gehe ins Wohnzimmer, um die neuen Kassetten zu checken, ach ja, ohne Ralf wäre meine Musik viel ärmer. Und mein Leben auch. Hardy ist nicht zu sehen. Ist doch gut, oder nicht? Trotzdem halte ich unauffällig Ausschau nach ihm. Habe ich dieses fatale Wiedersehen unterschätzt? Nein, ich habe alles Mögliche getan, um mich darauf vorzubereiten, aber dennoch gibt mir Hirn dauernd eine Art Unwetterwarnung. Pfff ... Unwetterwarnung, die können ja nicht mal für zwei Tage das Wetter vorhersagen! Aber mein Hirn doch? Lachhaft!
Immer noch Heaven 17:
Daytime, all I want is Nighttime, I don't need the
Daytime, all I want is Nighttime, I don't need the
Daytime, all I want is Nighttime, I don't need the
Daytime, all I want is Nighttime ...
Ja nee, is klar, dieser Hardy will nur Nighttime! Und Himmel, dieser Text macht mich ganz struwwelig!

*SF - Science-Fiction
 
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Kommentare  

Danke schön, Dieter für dein Lob. Das gibt mir die Kraft, diesen Roman weiter zu schreiben bis zum guten oder zum schlechten Ende hin.

Ingrid Alias I (24.07.2021)

Gefällt mir. Die Erlebnisse und Gedanken einer jungen Frau, die sich nicht sicher in ihrer Liebe ist. Der Text liest sich locker und flüssig. Gute Arbeit.

Dieter Halle (22.07.2021)

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