304


8 Seiten

Schwarze Schwäne - Weiße Schwäne, Teil 31 - FILME -*-*- UNFALL -*-*- HARDY KOMMT

Romane/Serien · Nachdenkliches
... „Lieber Proff,
anbei die Adresse und Telefonnummer von meinem Schwipp-Onkel Nobbie. Ich weiß, dass ich spät dran bin, aber ich bin nicht mehr so oft hier. O. hält sich jetzt mehr in meiner Wohnung auf, weiß auch nicht warum. Liebste Grüße vom Prollkind!“ ...
Endlich habe ich dem Proff eine Ansichtskarte in seinen Briefkasten gesteckt. Er wollte von mir ja die Adresse meines Onkels erfahren, den er schon seit dem Studium kennt, aber leider aus den Augen verloren hat. Und O. bedeutet Oliver, und der ist wirklich sehr oft in meiner Wohnung. Aber an diesem Samstag bin bei ihm zuhause.
Oliver Hardy und ich machen ein kleines Spielchen, es geht um Filme aus den letzten fünf bis zehn Jahren.
Die Regeln sind: Hardy fragt und ich antworte - und bei der nächsten Runde frage ich und Hardy antwortet.
Optional ist es, wenn jeder von uns was dazu sagt. Bin gespannt wie ein Flitzebogen. „Ich habe nicht viel neue Filme gesehen in letzter Zeit, zwei mit Robert ...“, das entschlüpft mir.
„Wer ist Robert“, kommt postwendend von Hardy.
„Ich war mal mit dem zusammen irgendwie ...“ Hardy ignoriert diese Aussage, der ist zu eingebildet, um meine Exlover als Bedrohung für sich zu empfinden. Also los ...
1.) Hardy fängt an und fragt: „STAR WARS?“
Ich sage: „Fand ich okay, ich habe zwar bessere Science-Fiction-Sachen gesehen - aber da war ordentlich Spannung drin. Und bist du auch so geil auf Prinzessin Leia wie alle anderen Männer?“
Hardy: „Hält sich in Grenzen, aber es ist unbestreitbar da. Wenn du dir jetzt die Haare so flechten würdest, dann ...“, er lacht. Ich ignoriere das. Hmm ... Dazu müsste ich mir erst die Haare wachsen lassen. Ich glaube, ich werde es tun, nicht wegen Hardy, sondern weil ich eine Veränderung brauche.
2.) Ich frage: „SHINING?“
Hardy sagt: „Fand ich nicht unheimlich, musste sogar manchmal lachen ...“
Ich sage: „Stimmt, irgendwie kam das Gruselgefühl nicht so richtig auf.“
3.) Hardy fragt: „THE DEER HUNTER?“
Ich sage: „Ich weiß es nicht. Ich kenne eigentlich nur die ersten und die letzten zehn Minuten. Zuerst diese Hochzeit. Russisch? Dann RATZZZZZ, habe ich süß geschlummert - und bin immer zehn Minuten vorm Ende aufgewacht, geweckt vom Klicken eines Revolvers in Vietnam irgendwo. Und danach ging es um Hirsche, die nicht mehr abgeknallt wurden ...“
Hardy sagt: „Ich fand ihn nicht schlecht, er war nur furchtbar lang.“
4.) Ich frage: „ES WAR EINMAL IN AMERIKA? Wo wir schon bei De Niro sind ...“
Hardy sagt: „Der ist ja noch länger! Ich dachte, der Arsch würde unter mir einschlafen. Und dass es sich um Freundschaft handelte, weil der andere Typ sich Robert als seinen Killer ausgesucht hat, das habe nie verstanden.“
Ich sage: „Ich konnte den Film am Ende auch nicht mehr ertragen, geschweige denn ihn verstehen.“
5.) Hardy fragt: „ALIEN?“
Ich sage: „Ich habe Angst vor diesem Film. Vor allem, als der Kater in alle Raumschiffsröhren reinspaziert ist, das war unerträglich. Und den zweiten Teil werde ich mir nicht antun.“
Hardy lacht und sagt: „Musst du auch nicht, ist anscheinend nur für harte Männer geeignet. Obwohl Ripley ja die Härteste unter allen Sonnen ist ...“
6.) Ich frage: „DER PATE?“
Hardy sagt: „Geiler Film! Ich weiß nur nicht, welcher Teil besser ist. Ich schwanke noch.“
Ich sage: „Ich liebe ihn auch, aber den zweiten Teil habe ich nur einmal gesehen und ich fand ihn doch sehr verwirrend. Hatte mit Kuba und Revolution zu tun.“
Er sagt: „Wenn du Lust hast, können wir den zweiten Teil vertiefen. Ich habe ihn auf Kassette.“
Ich sage: „Gut, gerne!“ Denn ‚vertiefen’ hört sich anregend an, also außer den Paten II zu gucken ... Himmel, warum muss ich immer an so Schweinereien denken?
Hardy schaut mich an und sagt dann: „Also der PATE II. Nächsten Samstag bei dir?“
„Weiß nicht“, ich tu so als müsste ich überlegen. Ich kann nicht behaupten, dass ich am Samstag schon was vorhätte, nein, habe ich nicht. Der Freitag hat mittlerweile seinen Charme verloren, denn nachdem ich einige Male mit Andrea ausgegangen bin, bleibe ich lieber zu Hause. Denn mit Andrea passiert immer einiges, aber nix gutes ...
„Gut, dann also am Samstag!“, sagt er, und seine Stimme klingt bestimmt. Haha, Stimme bestimmt, bestimmend ... Interessante Assoziationen ... Hat er am Samstag auch nichts Besseres vor? Ist die Ausflugssaison in die Natur oder in die Betten von willigen Weibern schon beendet?
„Okay, bin ja mal gespannt“, sage ich. „Ich denke aber, du wirst mir vieles erklären müssen.“ Man kann schließlich nicht alles wissen. Nein, da habe ich kein Problem mit. Hauptsache im Bett weiß er alles zu bestimmen. Aber da habe ich auch mitzureden, und es gefällt mir, diese Mischung aus Unterwürfigkeit und aus Überlegenheit, zumal es jedes Mal anders abläuft, egal bei wem von uns. Automatisch muss ich vor mich hinlächeln ...
Hardy sieht es natürlich. „Soll ich Popcorn mitbringen oder Chips, so kinomäßig?“ Er grinst mich an und sieht dabei unglaublich sexy aus.
„Du kannst mitbringen, was immer du willst“, sage ich vieldeutig - und denke: Hauptsache du bringst deinen Körper mit!

-*-*- UNFALL

Am Freitagnachmittag versuche ich, den Garten unter Kontrolle zu bringen. Da rankt Efeu an den Mauern empor. Er besteht nur noch aus armdicken haarigen Ästen mit verkümmerten Blättern dran. Ich hole mir einen Spaten aus dem Keller, grabe und grabe, aber die Efeuwurzeln sitzen tief in der Erde. Es geht einfach nicht. Ich werde ungeduldig und versuche sie mit der Hand herauszureißen.
Irgendwie passe ich nicht auf, die dicke Wurzel reißt auf einmal und ich knalle zur Seite. Leider lande ich mit der linken Handfläche an der Mauer, denn es passiert in einer Ecke, die von Mauern umgeben ist.
Im ersten Augenblick bin ich einfach nur erstaunt. Im zweiten Augenblick entsetzt, und dann stehe ich unter Schock. Der Schock hält nicht lange an, denn kurz darauf tut die Hand furchtbar weh. Ich kann kaum noch atmen, so weh tut sie. So ein Mist!
Ich lasse kaltes Wasser drüber laufen, richtig lange drüber laufen, aber der Schmerz hört nicht auf. Habe ich irgendwo noch Verbandszeug? Tatsächlich finde ich etwas, eine Kompressionsbinde, was anderes habe ich nicht. Ich versuche, die Hand zu verbinden, aber nur mit der rechten Hand ist das schwer. Es dauert lange, bis ich einen wackeligen Verband zustande kriege und nach dieser Aktion bin ich total erschöpft. Immerhin ist die Hand jetzt geschützt, fixiert oder was auch immer.
Ich nehme zwei Schmerztabletten, die bringen zwar was, aber nicht sehr lange. Ich liege die meiste Zeit in der Nacht wach, weil bei der geringsten Bewegung die linke Hand höllisch weh tut und ich durch den Schmerz wieder wach werde. Ach, es wird schon wieder werden. Ich habe - wie sagt man so schön - gutes Heilfleisch.
Trotzdem tut es am Samstagmorgen genauso höllisch weh. Ich habe in meinen Sachen geschlafen. Ekelig! Als ich aufstehe, ich bin furchtbar müde, kostet es mich eine Menge Zeit, sie auszuziehen. Danach muss ich eine lange Pause machen, um mich von den Schmerzen auszuruhen.
Ich mache eine Katzenwäsche, denn baden geht nicht. Ich ziehe mir mit Müh und Not was bequemes an und das ist genauso anstrengend wie die Katzenwäsche.
Hardy heute? Kann ich vergessen.
Am späten Samstagnachmittag rufe ich ihn endlich an. Notgedrungen, denn sonst rufe ich nie bei ihm an.
„Du solltest besser nicht bei mir vorbeikommen, ich hab mir die Hand bei Gartenarbeiten geprellt, verstaucht oder sonst was. Ich wollte ein Gewächs rausziehen, aber das hat sich gewehrt, ich hab mich irgendwie hingelegt und bin mit der Hand an die Mauer geknallt.“
„Ach du lieber Himmel, wie schlimm ist es denn?“, fragt Hardy. Es hört sich besorgt an.
„Ich kann nicht viel mit der Hand anfangen, die tut einfach nur weh.“
„Bist du zum Arzt gegangen?“
„Pfff ... wegen so einem Killefit geh ich doch nicht zum Arzt!“
„Was ist denn los, Tony?“, Hardy scheint besorgt zu sein.
„Es ist nicht nur die Hand“, ich entschließe mich brutal zu sein mit allen weiblichen Konsequenzen, „außerdem habe ich furchtbare Bauchschmerzen und die sind schlimm wegen der Spirale. Also lass es sein, ich bin überhaupt nicht gut drauf!“
Hardy schweigt erstmal vor sich hin, ist anscheinend geschockt und ich will schon auflegen, doch dann sagt er: „Macht doch nichts, also mir macht das nichts, dir wohl schon. Wir könnten trotzdem einen Film gucken, das ‚Leben des Brian’ vielleicht?“
„Ich will dir aber keine Umstände machen, und wenn du was Besseres vorhast, dann bleib lieber weg.“
„Ich hab aber nichts Besseres vor. Was meinst du? Und danach könnten wir den Paten II noch mal vertiefen. Der ist über drei Stunden lang, und danach geht's dir vielleicht wieder besser.“
Hört sich tröstlich an, und ich brauche jetzt jeden Trost, den ich kriegen kann. Ich überlege ... „Okay, und wenn's am Montag nicht besser ist, dann gehe ich bestimmt zum Arzt.“ Ein Zugeständnis an ihn. Ich glaube zwar nicht, dass ich es tun werde, aber Hardy soll mich nicht weiter damit bedrängen.
Und ich bin gespannt auf den Paten II, Hardy und der Pate II zusammen sind bestimmt überwältigend - und ich sollte mich jetzt endlich zusammenreißen, eine Schmerztablette nehmen, ein Heizkissen auf meinen Bauch und den Kater Pascha dazu legen - und dann mal abwarten.
Und tatsächlich wird es besser. Bis auf die Hand natürlich. Ich schaue an mir herab: Ich trage meine älteste Jogginghose und dazu irgendeine Jacke mit Reißverschluss. Alles gut fürs Ausziehen mit nur einer Hand geeignet. Jedenfalls sehe ich nicht sehr attraktiv aus, aber das ist mir egal, denn an Sex zu denken, wäre im Augenblick zu abartig.

-*-*- HARDY KOMMT

Hardy kommt zwei Stunden später. Er hat einiges mitgebracht: Irgendwas zum Kühlen und Verbandsmaterial. Als erstes wickelt er den von mir selbst angelegten Verband von meiner Hand ab. Was ich da sehe, ist nicht schön. Die ganze obere Handfläche ist blau verfärbt, geschwollen und alles an ihr pocht und schmerzt furchtbar.
Hardy schüttelt den Kopf: „Killefit nennst du das? Das sieht gar nicht gut aus! Warum bist du nicht zum Arzt gegangen?“
„Es war doch Freitag gestern, und mein Hausarzt hatte schon zu!“ Gute Ausrede ...
„Wie ich dich kenne, wärst du sowieso nicht hingegangen!“, murmelt er vor sich hin, holt irgendwas aus seiner Tasche und schmiert es mir auf die Handfläche, die fühlt sich sofort kühler an und pocht auch nicht mehr so.
„Hast du Eis da?“, fragt er.
„Ich glaube, im Gefrierschrank ist noch was.“ Ich betrachte meine Hand. Die sieht wirklich grässlich aus, und der Schmerz erst - wenn ich sie nur ein bisschen bewege, tut es höllisch weh. Ich glaube nicht, dass ich mit dieser Hand arbeiten kann. Also doch am Montag zum Arzt gehen?
Hardy kommt mit dem Eis zurück, es ist in einer Schüssel. „Das war ziemlich lang im Gefrierschrank“, sagt er, „aber es wird seinen Zweck erfüllen.“ Er tunkt meine Hand hinein in die eiskalte Schüssel.
„Aua, das ist saukalt“, beschwere ich mich, aber nach kurzer Zeit fühle ich den Schmerz nicht mehr so schlimm. Alles ist betäubt. Und das tut gut!
„Und das machen wir jetzt den ganzen Abend lang! Eis ist noch genug da.“ Hardy grinst mich an, und ich weiß nicht, was ich denken soll. Warum ist er hier, warum kümmert er sich um mich? Sex war doch ausgeschlossen. Aber Filme gucken ist gut. Ich muss mich aber irgendwie revanchieren, vielleicht mit Essen. Ich habe nämlich Hunger - und natürlich nix gekocht. Aber Pommes sind im Gefrierschrank und eine Friteuse habe ich auch.
„Hast du Hunger, Hardy? Ich habe großen Hunger, Popcorn und Chips reichen da nicht ... Aber vielleicht können wir irgendwann Pommes machen. Ist nicht schwer.“
„Na klar“, Hardy ist einverstanden. Und ich tauche meine demolierte Hand in die kühlende Schüssel, und meine Hand tut fast gar nicht mehr weh, weil betäubt ...
Ich muss lachen: „Ich bin die Großmeisterin der Selbstverstümmelung! Im Juni habe ich den Rasen gemäht, Susanne war auch dabei, und als ich dann das Gras aus dem Mäher nehmen wollte, da hat sie mich so komisch angeguckt ...“
„Oh mein Gott!“, Hardy schaut mich fassungslos an.
„Ja, stimmt, ich hatte die andere Hand noch am Abzug. Aber ich habe es noch rechtzeitig kapiert.“
Hardy schüttelt den Kopf: „Lass uns lieber Videos gucken, da brauchst du keine Hand reinstecken!“
„Ich habe mir hinterher vorgestellt, was hätte passieren können: Ich mit einer verstümmelten Hand! Wäre ziemlich Scheiße gewesen, ist aber nicht passiert und war doch nur die linke.“
„Wie schön, dass es nicht passiert ist!“ Hardys Stimme klingt ätzend und vorwurfsvoll.
Die Schmerzen sind war noch vorhanden, aber gedämpft. Die im Bauchbereich sind zuerst verschwunden.
Hardy hat sich wohl entschlossen, das ‚Leben des Brian’ doch nicht vorzuführen. Ich kenne den Film ja auch schon seit längerer Zeit. Also wird es der Pate II werden.
Wir sitzen nebeneinander auf dem großen Sofa. Ungewohnt das. Bisher saß ich immer auf dem großen und er auf dem kleinen Sofa. Zum Schutz natürlich, keine Übergriffe körperlicher Art möglich. Aber jetzt finde ich es ungemütlich. „Sollen wir nicht das kleine Sofa vor uns schieben?“, frage ich Hardy, „dann könnte man die Beine hochlegen. Aber du musst mir dabei helfen.“ Stimmt, allein mit einer Hand kann ich kein Sofa irgendwohin bewegen.
„Kein Problem. Aber bleib sitzen!“, Hardy schiebt den Tisch zurück, macht Platz für das kleine Sofa und schiebt es vor das große Sofa, und das ist schon viel gemütlicher. Beine hochlegen und dann der Dinge harren, die da noch kommen werden.
Das große Sofa hat Platz genug für uns beide, und wir werden uns nicht berühren müssen, außer Hardy will Eiswasser über meine Hand verteilen. Er sitzt praktischerweise an meiner linken Seite, hat meine demolierte Hand also gut im Griff.
Der Film ist faszinierend. Oh ja! Manchmal muss ich Hardy fragen, was das soll in Kuba. Wie kann man denn da investieren, wenn die Revolution schon tobt. „Aus Geldgier vielleicht“, sagt er, er weiß es also auch nicht. Und dann dieser Highman oder Hyman Roth oder wie der heißt, was spielt der für eine Rolle, er ist jedenfalls nicht sehr sympathisch.
Nach anderthalb Stunden muss ich eine Pause machen, ich habe Hunger, stehe auf und werfe die Friteuse an, und das dauert ein bisschen. Zuerst kann ich meine Hand gut bewegen, die ist so tiefgekühlt, dass sie keinen Schmerz empfindet. Das liegt natürlich nur an dem Eiswasser, das Hardy ab und zu erneuert. Jedenfalls kann ich die Gefriertruhe aufmachen und die Pommes rausnehmen. Die Pommes selber brauchen auch nur ein paar Minuten. Ich versuche zwei Teller aus dem Küchenschrank herauszunehmen. Was gar nicht so einfach mit nur einer Hand ist, denn die andere tut wieder weh. Aber Hardy ist schneller. „Lass es sein!“, sagt er, „ich mach das schon. Setz dich wieder hin!“
Seltsamerweise liebe ich es, mich von ihm rumkommandieren zu lassen. Ich fühle mich Augenblick so total hilflos und setze mich brav aufs Sofa.
Nach ein paar Minuten sind die Pommes fertig, gut gewürzt und auf Teller verteilt. Mit Remoulade und Ketchup. Hardy hat alles ins Wohnzimmer gebracht.
„Soll ich dich füttern?“, fragt er und grinst mich an.
„Nein, geht schon.“ Ich habe meinen Teller auf dem Schoß, und meine rechte Hand funktioniert ja noch. Die Pommes sind echt lecker. „Hast du gut hingekriegt“, sage ich zu Hardy, Der nickt beifällig.
Wir gucken weiter: Der Film ist eine Tragödie und außerdem grausam, jetzt hat der zweitälteste Bruder auch noch Verrat begangen, und der Pate, also Al Pacino sollte ihn eigentlich verschonen, tut er auch ... Aber nur solange, wie die Mutter der Corleones lebt. Danach wird er exekutiert. Wow, irgendwie wird mir ganz anders.
„Und?“, fragt Hardy mich nach Ende des Films, „was meinst du?“
„Das ist harter Stoff“, ich atme tief aus. „Aber ich finde ihn phantastisch, trotz der vielen Grausamkeiten. Ich denke mal, er ist mein Lieblingsteil. Vielleicht muss ich ihn noch öfter sehen, um alle Feinheiten verstehen zu können.“
„Kein Problem! Und nun werde ich dein Händchen neu umwickeln.“
Er gibt mir noch etwas Kühlendes auf die Hand und bandagiert sie dann gekonnt ein wie ein Profi. Liegt es an seinem Vater, vererbt sich so was? Nein, dann wäre er ja ein weißer Schwan ... Jedenfalls sieht dieser Verband viel professioneller aus als mein selbst angelegter.
„Du solltest einen Handschuh drüberziehen, vielleicht etwas Wasserfestes. Und jetzt gehst du ins Bett! Nimm vorher noch eine Schmerztablette, dann wirst du bald einschlafen.“ Hardy schiebt das kleine Sofa wieder an seine ursprüngliche Stelle.
Ach, ich liebe es, wenn er so bestimmend auftritt. Und oh, er bleibt nicht hier? Ist vielleicht besser so, ich würde mich bestimmt an ihn schmiegen - und es später bereuen ...
„Ja okay“, sage ich. „Guck mal, ich seh ja aus wie Kiddie, der hat auch so eine weiße Pfote“, und muss lachen,
Hardy muss auch lachen, er küsst mich auf die Stirn - der normale Abschiedskuss - „Wenn was ist, ruf mich an. Und geh bitte zum Arzt und lass dich krankschreiben.“
„Ja, mach ich - und danke für alles!“
„Keine Ursache“, er grinst und geht zur Tür.
Ich fühle mich seltsam, ich fühle mich zwar besser, aber irgendwas fehlt mir. Wenn ich nur wüsste was ... Trotzdem nehme ich brav eine Schmerztablette - und schaue nach den Katzen, Pascha ist da, Kiddie noch nicht. Pascha ist ein guter Bauchwärmer. Ich hab mal gelesen, dass Katzen Schmerzen absorbieren können, ohne sie selber zu empfinden. Also Pascha: Leg dich auf meinen Bauch, die Hand tut mir noch zu weh dafür ... Pascha tut es, Pascha versteht mich und er liebt mich. Immer wenn er mich anschaut, werden seine Augen herzförmig.
Trotzdem fehlt mir etwas. Hardy vielleicht? Es wäre schön, wenn er jetzt neben mir liegen würde. Auch ohne Sex. Absurder Gedanke!
Am Montagmorgen gehe ich tatsächlich zu meinem Hausarzt - und der schreibt mich für drei Tage krank. Gebrochen ist nichts, nur schlimm geprellt. Kühlen soll ich die Hand und immer einen festen Handschuh tragen. Tatsächlich wird es nach ein paar Tagen besser, und ich muss Hardy nicht mehr um Hilfe bitten.
 
Wenn du registriert und angemeldet bist und selbst eine Story veröffentlicht hast, kannst du die Stories bewerten, oder Kommentieren. Wenn du registriert und angemeldet bist, kannst du diese Story kommentieren.
Weitere Aktionen
Wenn du registriert und angemeldet bist, kannst du diesen Autoren abonnieren (zu deinen Favouriten hinzufügen) und / oder per Email weiterempfehlen.
Ausdrucken
Kommentare  

Noch keine Kommentare.

Login
Username: 
Passwort:   
 
Permanent 
Registrieren · Passwort anfordern
Mehr vom Autor
Schwarze Schwäne - Weiße Schwäne, Teil 40 - KEIN TITEL, NUR OVERKILL  
Eimerknappheit berichtet  
Schwarze Schwäne - Weiße Schwäne, Teil 39 - SCHLAFLOS IM DORF  
Jede Antwort wird FALSCH sein  
Schwarze Schwäne - Weiße Schwäne, Teil 38 - FATALE BEGEGNUNGEN  
Empfehlungen
Andere Leser dieser Story haben auch folgende gelesen:
Bundestagswahl 2021 oder neue Wirtschaftspolitiker braucht das Land  
DIE RENTENLÜGE  
Neblig und kalt  
Schwarze Schwäne - Weiße Schwäne, Teil 29 - KANN MAN DEN KARTEN TRAUEN?  
Foto-Falter  
Das Kleingedruckte | Kontakt © 2000-2006 www.webstories.eu
www.gratis-besucherzaehler.de

Counter Web De