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Menorca Reise im Juni 2026 oder unterwegs auf dem Cami de Cavalls

Amüsantes/Satirisches · Kurzgeschichten
Moin!

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.

Also fange ich mal mit dem Hinflug an.

Flugzeiten können ganz schön ätzend sein. Ich musste diesmal um 02:00 Uhr morgens aufstehen um rechtzeitig am Flughafen zu sein.
Zum Airport fuhr ich mit dem PKW, welchen ich ein paar Tage vorher zu einem Horror-Literpreis erst vollgetankt hatte. Vielen Dank Straße von Hormus!
Es regnete stark und die Straßen Randmarkierungen sind in der Dunkelheit schlecht zu erkennen gewesen. Eine Geschwindigkeit von maximal 80 km/h war angesichts der schlechten Sichtverhältnisse gerade noch zu verantworten. Trotzdem überholten mich einige Nacht-Hasardeure mit mindestens 150 km/h.
Der Flughafenparkplatz mit automatischer Kennzeichenerkennung lag ca.700 Meter vom Flughafen Gebäude entfernt. Physisch anwesendes Personal gab es dort nicht. Wer dort technische Park-Probleme hatte, musste an den Kassenautomaten gehen um eine Sprechverbindung mit einer Servicekraft herzustellen.
Auch im Flughafenbereich hat die Automatisierung Einzug gehalten.
"Selbst Einchecken" war angesagt.
Viele ältere Mitreisende standen ratlos vor den Check-in-Terminals. Sie wussten offensichtlich nicht, wie die Automaten zu bedienen sind.
Auch mit der automatisierten Gepäckaufgabe hatten diese ihre Probleme, obwohl das System relativ einfach ist, wenn man es einmal verstanden hat. Nichtsdestotrotz hatte sich vor den Automaten eine 100 (!) Meter lange Schlange von ungeduldigen Fluggästen gebildet. Ich schätzte, dass diejenigen, welche am Ende der Warte-Schlange standen, mindestens 60 Minuten warten mussten bis diese dran waren. Warum fällt mir bei solchen Sichtungen nur immer wieder das "neue Deutschland Tempo" ein?
Irgendwann saß ich dann im Flieger.
Da ich mir nach langer Zeit mal wieder einen Fensterplatz im Clipper gesichert hatte, konnte ich es nicht unterlassen, dort mein Dosimeter anzuwerfen. Ich wollte überprüfen, ob es stimmt, dass Passagiere an den Fenstersitzplätzen tatsächlich die meiste Strahlung abbekommen.

Ich stellte während des Fluges folgendes fest:
Der Strahlenmesswert des Dosimeters stand in der "Parking Position" auf dem Flugfeld bei maximal 0,20 Mikrosievert/h. Der Sitz am Fenster war in Gipfelflughöhe mit stellenweise 3,6 Mikrosievert/h belastet. Nach meinen Aufzeichnungen war das ein neuer persönlicher X-ray Mess-Rekord. Fazit: Nach meinen Messergebnissen stimmt also der Vielflieger Ratschlag, dass die Fensterplätze im Flugzeug die ungesündesten sind.

Endlich auf Menorca angekommen.

×××××× Exkurs xxxxxxx
Menorca ist eine der vier Hauptinseln der Balearen zu denen noch Formentera, Ibiza und Mallorca zählen. Im Gegensatz zu Ibiza und Mallorca hat man in der Vergangenheit keine groben Tourismus-Politik-Fehler auf Menorca gemacht. Sicherlich gibt es auf Menorca auch Feier-Hot Spots, aber auf keinem Fall in dem Ausmaß wie auf Mallorca und Ibiza. Auf Formentera ist ohnehin nicht viel los.
×××××× Exkurs Ende ××××××

Nach der Landung holte ich mir meinen Koffer vom Kofferband und stieg in einen gut klimatisierten Hoteltransferbus ein. Dieser karrte die Urlauber zu ihren diversen Hotels und Ferienwohnanlagen.

An der Rezeption meiner Bungalowanlage angekommen erwartete mich eine angenehme Überraschung. Statt dem gebuchten 0815-Standard Ferienbungalow (nur Übernachtung) erhielt ich ein kostenloses Upgrade auf eine große „Villa“ in der gleichen Ferienanlage (u.a. 3 Schlafzimmer, Gäste WC, Großterrasse mit Meerblick, separaten Swimmingpool (Pool für nur 5 Bungalows) etc.). Sogar der normalerweise kostenpflichtige Zimmertresor war kostenlos.
Okay!
Das war einer von den Tresoren, den man mit einem kräftigen Fausthieb jederzeit öffnen konnte. Aber besser als gar kein Wertbehältnis.

Insgesamt konnte ich also nicht meckern!

Bei der Ankunft war das Wetter herrlich.
Strahlend blauer Himmel bei unverdeckter Sonne.

Ich gebe zu, dass mir die Sache mit dem Upgrade spanisch vorkam, was ja dann auch zu Menorca als spanisch balearische Insel passen würde. Da heutzutage niemand mehr etwas zu verschenken hat, kam ich ins Grübeln. Vielleicht hatte der Hotelier ja mitbekommen, dass ich seine Bungalows in diversen Rezensionen verkaufsfördernd in diversen Internetforen in den letzten Jahren gelobt hatte? Das hatte ich einige Male tatsächlich gemacht, da diese meiner Meinung nach, wirklich schön angelegt und ausgestattet sind.
Vielleicht aber auch nicht.
Wie soll der das herausgefunden haben? Ich hatte auf den Bewertungsportalen doch immer ein Pseudonym verwendet.
Egal!
Er wird schon seine Gründe dazu gehabt haben. Aber ich bleibe dabei. Irgendwas stimmte da nicht. Da man einem geschenkten Gaul bekanntlich aber nicht ins Maul sehen sollte, entschied ich mich dazu, das Upgrade-Mysterium nicht weiter zu verfolgen.

Am ersten Urlaubstag sollte dann der von mir gebuchte Leihwagen (Fiat Panda) zur Ferienanlage gebracht werden. Auch bei den Verleihfirmen hat das Internet vieles verändert. Der physische Kontakt zum Leihkunden scheint immer seltener zu werden. Übergabe Modalitäten grenzen dabei bisweilen ans Absurde. So sollte ich in einem vorherigen Urlaub mit einer Art App zum Zeitpunkt der Fahrzeugübernahme, rundherum Fotos vom Leihwagen machen, um Karosserie-Vorschäden zu dokumentieren. Ergebnis: An der Übergabestelle (Tiefgarage) war es zu dunkel und als man oben im Hellen war, funktionierte die App nicht.
Im aktuellen Ausleihprozess, wurde zunächst das Leihgeld abgebucht. In der Ferienanlage bekam man dann plötzlich eine Email mit einem Vertrag den man zuerst digital unterschreiben musste. Hatte man unterzeichnet, bekam man eine neue Email mit dem Hinweis, dass die Karre bereits auf dem Anlagenparkplatz stände, die Türen offen wären und der Fahrzeugschlüssel im Handschuhfach läge. In diesem Moment kam bei mir die Frage auf, welcher Versicherer so einen gefährlichen Unfug eigentlich abdeckt.
Alles wurde über Smartphone abgewickelt.
Ein vielleicht betagter Mensch, welcher nicht Technik affin ist, wird sich in so einer Cyberspace Gesellschaft nicht mehr zu Recht finden. Hier entsteht eine zwei Klassen Gesellschaft, wenn diese nicht schon vorhanden ist.
Nur nebenbei sei noch angemerkt, dass das Auto einen Blech-Vorschaden hatte und das in Spanien vorgeschriebene Auto-Notfall-Equipment selbstverständlich auch nicht vorhanden war.

Fahrt nach Mahon.

Die Hauptstadt Menorcas ist Mahon und schon allein deswegen interessant, weil es dort große Supermärkte gibt, bei denen sich der Alleinversorger relativ preiswert eindecken kann. Die meisten kleinen dezentralen Einkaufsläden auf der Insel "nehmen es von den Lebenden". Das gleiche Produkt geht bei diesen oft nach der Faustregel: "Supermarktpreis Mahon (MAO) plus 50 Prozent" über die Theke. Auch in meinem Urlaubsort gab es einen einheimischen Verkaufsladen, der es dank seiner dortigen Monopolstellung preislich "ordentlich krachen ließ".

Zurzeit sollte man für die PKW-Fahrt nach MAO (3 Radarfallen auf 20 Kilometer) die doppelte Fahrzeit kalkulieren, da dort die Haupt-Zugangsstraße eine Kilometer lange Baustelle ist, bei der man die Höchstgeschwindigkeit auf 30 und/oder 40 km/h reduziert hat.
Daran hält sich natürlich kein Menorquiner (m/w/d). Ich habe mich aber an die Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten, schon allein deswegen, um zu sehen, welche Auswirkungen dies dort hat. Der Erfolg war, dass sich eine Kilometer lange Autoschlange hinter meinem Leihwagen bildete.
Gut, dass ich nicht mitbekommen habe, was die wild gestikulierenden Fahrer gebrüllt haben, welche ich im Rückspiegel sah. Wahrscheinlich hätte ich noch einige spanische Flüche aus der Schimpfkanonade lernen können.

In MAO angekommen, streifte ich durch die mit Touristen überfüllten Einkaufsstraßen und sah mir im Hafen die imposanten Yachten internationaler Überreicher an, die große Geldbeträge ihres Vermögens allein für den Hafenparkplatz, ihre Schiffscrew und die permanente Pflege und Wartung ihres Schiffes aufwendeten. Eines Schiffes, welches den größten Teil des Jahres am Pier liegt und dort sinnlos vor sich dahin rostet.
Auffallend war, wie viele Boote zur Charter angeboten wurden. Einige von diesen schienen erkannt zu haben, welche Mengen an totem Kapital dort in den Wellen schaukeln.

An einem der folgenden Tagen besuchte ich die Nekropole Cala Morell im Nordwesten von Menorca. Diese liegt im "Cami de Cavalls" (so eine Art Jakobsweg Menorcas) Wanderabschnitt zwischen Algaiarens und Cala Morell.
Der Zutritt war frei und kostenlos. Also genau das richtige für mich.

Vorweg möchte ich allen Interessenten empfehlen festes Schuhwerk bei der Begehung der Necropolis de Cala Morell zu tragen, da man mit Schlappen/ hochhakigen Pumps, Tänzerschühchen und Jesus-Latschen evtl. Probleme auf den felsigen, teils rutschigen Wegen bekommen kann. Für Menschen mit Gehbehinderung ist diese Stätte nicht zu empfehlen u.a. da diese holprig felsig ist und es bergauf und bergab auf schmalen unebenen Pfaden geht. In die Höhlen muss man teilweise reinklettern, wenn man diese von innen sehen will.
Weiterhin ist bei einem längeren Aufenthalt eine Sonnenkappe zu empfehlen, da es bei praller Sonne dort ordentlich heiß werden kann.
Die Nekropole ist sicherlich auch für Kinder spannend, da diese hier nach Herzenslust in den Höhlen herumklettern können.
Direkt am Hauptzugang zur Necropolis de Cala Morell befinden sich nur kleine Parkplätze, sodass es sinnvoll sein kann schon weiter oben an der Zugangsstraße zu parken.
Ich gebe zu, dass ich die Höhlen bei meinem letzten Aufenthalt auf Menorca nicht gefunden habe, da ich an der falschen Stelle geparkt hatte, das Hinweisschild zur Höhlensiedlung irgendwie leicht in die falsche Richtung zeigte und ich auch schlecht vorbereitet war. Es empfiehlt sich vor einem geplanten Besuch vorher einmal die auf Youtube hinterlegten Urlaubervideos anzuschauen.

Die Necropolis de Cala Morell gehört sicherlich zu den wichtigsten archäologischen Orten auf Menorca. Ein "Muss" für alle die Archäologie begeistert sind. Sie ist eine gut erhaltene prähistorische Begräbnisstätte, welche aus einigen in den Fels gehauenen Hypogäen (unterirdische Grabanlagen bzw. Bestattungskammern) besteht. Die Höhlen dokumentieren, wie die Ureinwohner Menorcas (talayotische Kultur) ihre Toten damals bestatteten.
Interessant ist auch die Echo-Höhlenakustik. Diese macht bestimmt auch Kleinkindern Spaß, da diese durch einen natürlichen akustischen Echo-Verstärkungseffekt plötzlich eine außergewöhnliche Stimmgewalt erhalten.
Wenn man von der Höhlenkriecherei genug hat, kann man weiter bergab einen größeren Steinstrand finden (Cala d Algaiarens und Cala d en Carbo), der zum Baden einlädt.
Auf der Rückfahrt zum Bungalow kehrte ich noch in einer Käserei ein, die neben ihrer Milchkuh-Wirtschaft auch noch diverse Käsesorten selbst in ihrer kleinen Manufaktur herstellten.

Am nächsten Tag war Wandern angesagt.

Hierzu eignet sich auf Menorca besonders der "Parc natural de s' Albufera des Grau".
Der Park verfügt mindestens über drei gut markierte und ausgeschilderte Wanderrouten. Ich war in der Vergangenheit schon ein paar Mal in diesem Naturschutzgebiet und kann es deswegen nur wärmstens empfehlen. Diesmal wählte ich die ca. 2,2 Kilometer lange Wanderstrecke (Sa Gola-Reiseroute 3), welche sich als eine der drei dort verfügbaren anbot.
Die Wanderstrecke war sehr schön und landschaftlich interessant. Die urlangen Holzstege waren in einem guten Zustand und ermöglichen es, meiner Meinung nach, auch gehbehinderten Menschen und/oder Menschen, welche auf Gehhilfen angewiesen sind, die dortige Natur bis zum Erreichen des Sandstrandes am Meer zu genießen. Der Strandbereich ist für diese dann jedoch nur erschwert bis gar nicht mehr begehbar. Diese müssten dann notfalls umkehren und den Weg zurückgehen.
Das besondere am Streckenverlauf waren u. a. sehr viele Schildkröten, welche über den Wanderweg krochen und am Grünzeug rechts und links des Weges nagten. Das nachvollziehbare Schilder-Gebot der Parkleitung zur "Stille" wurde leider nicht von allen Besuchern eingehalten. Manche hörte man schon von weitem kommen. Meiner Erfahrung nach, sind das häufig Gesellen (m/w/d) die viel zu erzählen, aber wenig zu sagen haben. Folgt man dem Wanderweg, kommt man irgendwann am Meeres-Sandstrand an. Dieser ist, meiner Meinung nach, auch für Kinder geeignet, da das Gefälle in das Meer hinein anscheinend sehr gering ist. Selbst nach ca. 100 Metern schienen die Badenden noch problemlos im Meer stehen zu können. Am Sonntag vormittag war der "Platja del Grau" Strand (an meinem Besuchstag) nur mit einer überschaubaren Menge an Besuchern belegt. Anders sah es da auf dem großen kostenlosen Parkplatz in der Nähe aus. Dort hatte man teilweise Probleme noch einen freien Parkplatz zu finden. Am Besten man parkt dort rückwärts ein, damit man bei der Abfahrt auch wieder aus der Parklücke herauskommt.

Fazit: Der weitläufige Naturpark ist sehr sehenswert! Für die o.g. Strecke sollte man gemütlichen Schrittes ca. 60 Minuten reine Spazierzeit einplanen. Da der Weg nur teilweise durch den Wald geht, ist die Mitnahme einer Kopfbedeckung (Sonnenschutz) zu empfehlen. Es sind insgesamt (unverbindlich) nur ca. 10 Meter Höhenunterschied bei der von mir ausgewählten Route zu bewältigen.

Cami de Cavalls, der Jakobsweg Menorcas.
Okay!
So eine Art Jakobsweg ist die o.g. Wanderstrecke natürlich nicht, aber diese führt Natur liebende Wanderer rund um Menorca herum über sehr schöne Wanderwege mit immer wieder tollem Meeres- und Gebirgsblick. Auch schattige Waldgebiete sind dort im Angebot.
Insgesamt soll dieser Küstenwanderweg ca. 185 Kilometer lang sein und einmal rund um die Insel herumführen. Seine historischen Wurzeln hat dieser angeblich schon im 14ten Jahrhundert nC.. Damals war dieser wohl eher als Observations- und Verteidigungsweg angelegt worden, da die Insulaner die Nase davon voll hatten, regelmäßig von Invasoren (u.a. Piraten) besucht und ausgeraubt zu werden. Das Problem Menorcas ist und war, dass es viele Steilküsten freie Anlandungs-Möglichkeiten gibt, die zum Ankern und einmarschieren geradezu einladen.

Ich wanderte an einem Tag ca. 9 Kilometer und an einem anderen ca. 8 Kilometer über den Cami de Cavalls. An beiden Tagen war es sehr heiß. Der Küstenwanderweg erfordert vom Wanderer erhöhte Flexibilität und kann bei glühender Hitze sehr anstrengend sein.
Zurzeit bestand bei der Wanderung an der Küstenregion von Son Bou -

(Oststrecke des Cami de Cavall Richtung Sant Tomas; Zugang über die Straße Calle Atalis, links am Hotel HG Jardin de Menorca und am Supermarkt vorbei)

- entlang das Problem, dass dieser stellenweise überschwemmt war. Zwar kann man als Extremwanderer diese Stellen durchwaten (im meinem Fall war das Wasser an der ca. 150 Meter überschwemmten Weg-Furt nur ca. 30 Zentimeter tief), man weiß aber nie genau, was darin alles an einheimischen Getier (u.a. Blutegel, Treppennatter, Vipernatter, Kapuzennatter?) so rumschwimmt und rumkriecht. Weiterhin ist diese kurze Wegstrecke total verschlammt und man rutscht beim Durchwaten schnell aus. Hinzu kam dort ein optisches Szenario, welches stark an den Ho-Chi-Minh-Pfad erinnerte.
Ich bin vor einigen Jahren diesen Weg mal gegangen, als dieser nur ca. 10 Zentimeter tief überflutet war. Mitten auf dem Weg traf ich (keine Übertreibung und kein Witz jetzt!) auf eine riesige grunzende Wildsau, welche sich dort laut quiekend vor Lebensfreude im Schlamm suhlte und welche auch noch in Begleitung von jede Mengen Frischlingen war. Das Wildschwein war damals etwa so groß wie ein Zwergpony. Ich hatte in meinem bisherigen Leben noch nie ein so großes Schwein gesehen, wusste bis zu diesem Zeitpunkt auch gar nicht, dass die so groß werden können und mein Herz rutschte mir damals in die Hose.
Adrenalin pur!
Zum Glück blieb das Tier friedlich.
U.a. da ich auch dieses Erlebnis noch im Kopf hatte, entschloss ich mich alternativ einen Umweg von ca. 1,5 Kilometer in Kauf zu nehmen um das Überschwemmungsgebiet zu umgehen. Die alternative Route führte im Tal (zwischen zwei Gebirgskämmen rechts und links) entlang, über zugewachsene Trampelpfade, an geheimnisvollen Steinhausruinen und Höhlenbehausungen vorbei. Diese war zwar trockener, aber nicht weniger abenteuerlich und endete an einer ca. 2 Meter hohen Steinpalisade, welche ich erst überklettern musste, damit ich wieder auf dem dortigen Cami de Cavalls Weg weiterlaufen konnte.

Anderntags versuchte ich mein Wanderglück auf der Urbanisation San Bou Südoststrecke des Cami de Cavall (von Son Bou Richtung Cala en Porter). Es sollte zur Badebucht "Cala de Llucalari" gehen.
Der Weg-Einstieg war in etwa in Höhe der Steintrümmer der "Basilica paleocristina de Son Bou", welche wahrscheinlich in der Zeit vom Ende des 5. Jahrhunderts nC bis zum 7. Jahrhundert nC in Gebrauch war. Im 18. Jahrhundert nC wurde die Basilika durch einen Brand zerstört.

Im Gegensatz zur überschwemmten Nordstrecke hatte man hier kein Wasserproblem, sondern nur extrem trockene holprig weißliche Felswege, die für konditionsschwache ältere und auch gehbehinderte Menschen absolut ungeeignet sind. Ein weiterer Unterschied zur Nordstrecke war, dass man auf den dortigen Gebirgswegen mehr Mitmenschen antraf. Der Weg führt vom Kilometer langen Son Bou Massentourismus-Strand zunächst zu einer einsamen Bucht, welche man durchaus als malerisch schön bezeichnen konnte. Es gab dort aber keinen Sandstrand, sondern nur eine Ansammlung großer Kieselsteine und zahlreiche Felsen. Auf dem Weg dahin sah man immer wieder Schildkröten rechts und links des Wegesrandes.
An den hohen Felswänden, welche die wenig frequentierte Badebucht einhegten, waren einige künstliche Höhlen und Kammern zu erkennen. Manche von diesen wurden von den wenigen dortigen Badegäste anscheinend als praktischer Höhlen-Sonnenschutzplatz verwendet. Kein Wunder bei der Hitze! Wohl dem, der genug zu trinken dabei hatte.

So, ……. soweit also der Reisebericht mit Stand 13.06.2026. Morgen geht es leider schon wieder nach Hause.

Wer im Moment Zeit und Lust hat, Urlaub in nur 2 Stunden Flugentfernung von Deutschland aus zu machen und die Hitze liebt, dem kann Menorca nur empfohlen werden. Der riesige Strand von Son Bou ist so weitläufig, dass selbst bei einem größeren Ansturm von sonnenhungrigen Badegästen sich diese in der Weitläufigkeit des Sandstrandes verlieren.


ENDE
 
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