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15 Seiten

Nebelmädchen

Schauriges · Kurzgeschichten
Eine Zeitungsmeldung hatte mich neugierig gemacht. Drei Jugendliche sollten verschwunden sein, nachdem sie einen alten Verladebunker einer seit langem stillgelegten Erzgrube erkundet hatten. Bei ihnen war noch ein vierter Jugendlicher, der der Polizei später eine völlig absurde Geschichte erzählte. Irgendetwas mit Geistern, die sie auf dem verlassenen Gelände heimgesucht und seine Freunde entführt hätten.
Die Beamten glaubten dem Jungen selbstverständlich kein Wort, machten zunächst mal einen Drogentest und forschten dann nach, ob er vielleicht etwas mit dem Verschwinden seiner Freunde zu tun haben könnte. Später wurde dann das gesamte einstige Industriegelände durchkämmt, sogar Suchhunde seien angefordert worden. Alle Ermittlungsansätze blieben ohne Erfolg, es gab keinerlei brauchbare Spuren.
Als Journalist interessierte mich die Geschichte, so dass auch ich eines Nachmittags beschloss, zu der Bunkeranlage rauszufahren und mich dort umzusehen. Schon von der A7 aus konnte ich das turmhohe Betonungetüm sehen, das sich mächtig aus einer Senke zwischen Getreidefeldern emporhob. Über kleine Straßen und schließlich Feldwege fuhr ich näher. Hohes Gras und Gestrüpp machte den Rest des Weges fast unpassierbar. Einst hatten Bahnschienen hierher geführt, deren Trasse noch immer erkennbar war. Schließlich war die Erzgrube einmal durchaus bedeutsam gewesen. Ihre Blütezeit lag jedoch viele Jahrzehnte zurück.
Vor allem im Dritten Reich wurden hier Bodenschätze gefördert, um von Lieferungen aus dem Ausland unabhängig zu sein, hatte ich gelesen. Doch in den Sechzigerjahren soll die Grube nicht mehr konkurrenzfähig gewesen sein und wurde schließlich geschlossen. Auch die Bahnstrecke wurde wenige Jahre später aufgegeben, so dass das Gelände seitdem in Vergessenheit geriet und heute nur noch als als Relikt vergangener Tage von der Autobahn aus zu sehen ist.
Vorsichtig kletterte ich einen Abhang hinunter, mich immer an den wild wachsenden Büschen festhaltend, die das Gelände überwucherten. Am Vortag hatte es geregnet und der Boden war aufgeweicht und glitschig. Allerdings hatte mir das noch nie etwas ausgemacht, denn es lag mir nun einmal fern, gute Geschichten nur vom Schreibtisch aus zu recherchieren. Endlich kam ich unten an und stand jetzt direkt vor den fast fensterlos emporragenden hohen Mauern. Dicke Säulen trugen den Koloss und hier unten im Halbdunkel lagen noch Überreste der Schienen, auf denen wohl einst das Erz abtransportiert worden war.
Einige Graffiti prangten an den Wänden, ansonsten gab es nur eine eiserne Treppe, die zu einer Stahltür hinaufführte. Mit wenig Hoffnung stieg ich die Stufen hinauf. Die Tür war natürlich verschlossen und rührte sich nicht einmal als ich dagegen drückte. Schon damals musste das Gebäude uneinnehmbar gewesen sein, heute war es das immer noch, zumal eine zweite Treppe an der Außenseite offenbar weggesprengt worden war.
Dass Jugendliche den Nervenkitzel suchten, um diesen Lost Place zu erkunden, leuchtete mir ein. Sichtbarer Verfall und Natur, die sich einst von uns erschlossene Plätze zurückeroberte, übte auf viele Menschen eine unerklärliche Faszination aus. Bestimmt gab es in den umliegenden Orten sogar zahlreiche Geschichten, die sich um diesen Ort rankten. Vielleicht über unschätzbare Reichtümer unter der Erde oder geheime Waffenlager der Nazis. Hinweise auf ein Verbrechen oder gar etwas Übernatürliches fand ich allerdings nicht. Enttäuscht machte ich mich auf dem Heimweg.

***

Ich überlegte schon, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Der Jugendliche hatte von einem Geist mit roten Augen gesprochen, so stand es in der Zeitung. Vermutlich hatte es doch etwas mit Drogen zu tun. Dass aber die Polizei keine Spur der drei anderen gefunden hatte, ließ mir keine Ruhe. Eine innere Stimme sagte mir, dass doch eine gute Geschichte hinter der ganzen Sache stecken könnte.
Also rief ich tags darauf Lena an. Ich kannte sie schon lange, von einem gemeinsamen Einsatz, bei dem ich als Journalist und sie als Polizistin dabei waren. Ein ziemlich schlimmer Unfall, bei dem es Todesopfer gegeben hatte, und nach dem wir uns hinterher zusammentaten, um die Bilder mit einem Glas Bier aus unseren Gedanken zu verbannen.
Seitdem trafen wir uns häufiger, wurden so etwas wie Freunde, obwohl unsere Freundschaft auch immer von dem gemeinsamen Nutzen geprägt war, den es hatte, wenn Polizei und Presse gegenseitig und auf dem sogenannten kleinen Dienstweg Informationen austauschten. Meist war das Kleinkram, schließlich lebten wir hier im Südharz meist in ländlicher Idylle. Dennoch half es manchmal mir, manchmal ihr weiter, und hatte den positiven Nebeneffekt, dass es oft gut tat, die negativen Eindrücke unserer Jobs mit jemandem teilen zu können.
„Hast du heute Abend schon was vor?“, fragte ich Lena als sie endlich ans Telefon ging. Hatte sie nicht. Da sie allerdings ahnte, dass ich sie nicht ohne Hintergedanken anrief, ließ sie sich etwas bitten. „Also gut, ein Bierchen und ein Essen heute um sieben bei Degenhard, ich zahle“, schlug ich vor. Lena stimmte zu und ich sorgte dafür, dass ich am Abend zuerst am Geldautomaten und dann pünktlich an unserer Stammkneipe war.
Zunächst redeten wir über dies und das, auch mit dem Wirt Degenhard, den wir ebenfalls schon lange kannten. Er war Alt-68er und hatte mir schon so manch verrückte Geschichte geliefert. Zudem kannte er beinahe jeden in der Gegend und war als Nachrichtenquelle daher manchmal Gold wert. Diesmal lief es jedoch anders. Als er nach dem Essen eine zweite Runde Bier an unseren Tisch brachte, fragte er unverhohlen nach, ob wir denn heute mal rein privat da seien.
„Sind wir nicht“, kam Lena mir zuvor, „aber er will nicht damit rausrücken, was er von mir wissen möchte.“ Während Degenhard sich lächelnd zurückzog musste ich nun wohl doch die Karten auf den Tisch legen. „Was weißt du über die Vermisstenfälle am Verladebunker an der A 7?“, fragte ich nun ganz direkt. Lena schüttelte den Kopf. „Nicht mehr als in der Zeitung stand. Wenn du mich fragst, wollte der Junge sich nur wichtig machen und die ganze Geschichte ist erstunken und erlogen.“
Fast hätte sie mich damit sogar überzeugt, doch eine innere Stimme in mir wollte, dass ich den Dingen auf den Grund ging. „Kannst du mir nicht trotzdem den Namen geben, damit ich mir selbst ein Bild machen kann?“ Nach einem kurzen Nachdenken willigte sie ein. „Habt ihr schon wieder nichts zu schreiben und Saure-Gurken-Zeit?`Also gut, ich schick dir morgen die Adresse aufs Handy.“
Wir saßen noch eine Weile und redeten nun wieder über dies und das. Als wir bemerkten, dass die Kneipe, sich in dieser Zeit gänzlich geleert hatte, winkten wir Degenhard an unseren Tisch und ich zahlte. „Hab ich in der Zeitung gelesen, dass da an der Erzgrube Leute verschwunden sind“, sagte er in beifälligem Tonfall. „Das Gelände liegt an der Strecke der ehemaligen Kreisbahn. Da verschwindet öfter mal wer und taucht dann nie wieder auf.“
Mehr wollte er dazu nicht sagen. Natürlich war er ein begnadeter Geschichtenerzähler und konnte das noch so kleinste Gerücht zu einer tollen Story ausschmücken. Doch diesmal war es anders. Nachdenklicher. Beunruhigender. Diesen Eindruck hatte ich jedenfalls auf meinem Heimweg und auch noch als ich schon längst im Bett lag. Inzwischen wollte ich der Sache unbedingt nachgehen, egal, ob es jetzt etwas für die Presse hergab oder nicht.

***

Tatsächlich hielt Lena ihr Versprechen und schickte mir am nächsten Morgen die Adresse des jungen Mannes, den die Polizei vernommen hatte. Sofort rief ich an und war überrascht, weil er ohne großes Zögern bereit war, mit mir zu sprechen. Sogar heute noch. Im Grunde sprach das für Lenas Theorie, er wolle sich bloß wichtig machen. Oder aber, er erhoffte sich, dass noch mehr Menschen nach seinen Freunden suchen würden, wenn die Geschichte noch einmal in der Zeitung stand.
Einige Stunden später setzte ich mich ins Auto und fuhr in das Dorf, das etwa auf halbem Weg zum Ort des Geschehens lag. Auf mein Klingeln hin öffnete ein ziemlich schmächtiger junger Mann die Tür. Er mochte zwischen 18 und 20 sein und machte auf den ersten Blick einen eher schüchternen Eindruck. Die Chancen, dass er die Polizei und wen auch immer nur \\\'pranken\\\' wollte, wie das in seinem Alter wohl hieß, sanken damit erheblich, redete ich mir ein.
„Du bist Robin?“, fragte ich überflüssigerweise. Er nickte und bat mich in die Wohnung. Buche hell, alles modern, aber ohne besonderen eigenen Stil eingerichtet. Was aber auffiel, waren etliche gerahmte Fotos von alten Industrieanlagen, efeubewachsenen Gebäuden und anderen Lost Places an den Wänden. Im Flur und auch in der kleinen Küche, in die er mich jetzt geleitete. „Die sind alle von Franzi“, erklärte Robin als er meinen umherschweifenden Blick bemerkte, „Sie war dabei als wir...“ Hier brach er ab und blickte zu Boden.
„Magst du erzählen, was genau passiert ist?“, fragte ich und hoffte, dabei nicht zu fordernd zu klingen. Robin schaltete erst einmal die Kaffeemaschine ein und bedeutete mir dann, auf der Eckbank, ebenfalls Buche hell, Platz zu nehmen. „Wir wollten eigentlich nur Fotos machen“, begann er. Als sogenannte Urbexer gingen sie häufiger auf Erkundungstouren zu verlassenen Orten. Sie, das waren neben Robin sein Freund Max sowie ihre Freundinnen Katja und eben Franzi. Den Bunker hatten sie sich schon lange einmal vorgenommen, auch wenn sie wenig Hoffnungen hatten, ins Innere zu gelangen.
„Aber wenigstens ein paar Fotos wollten wir machen. Vom Gebäude und eben auch von uns“, erzählte Robin weiter und errötete dabei leicht. Ich tat ihm den Gefallen und bohrte an diesem Punkt nicht weiter nach. Allerdings fiel mein Blick dabei unweigerlich auf eines der eher kleineren Bilder an der Wand, das eine junge und sich ziemlich freizügig vor einer mit Graffiti verzierten Betonwand räkelnden Frau zeigte. „Ja, wir machen eben auch solche Fotos“, räumte Robin ein, „aber das ist schließlich nicht verboten.“ Ist es nicht. Wenn es gut gemacht ist, dann ist es sogar Kunst. Doch mir ging es jetzt nicht um Kunst.
„Was ist dann passiert“, drängte ich ihn entgegen meines Vorsatzes nun doch. Wenn sie solche Bilder machten, achteten sie immer genau auf die Umgebung, ob sich jemand näherte, berichtete Robin weiter. Daher fiel ihnen auch gleich auf, dass ziemlich plötzlich und für den ruhigen Abend ungewöhnlich der Wind auffrischte und kurz darauf Nebel aufkam.
Erst einmal taten sie es nur als Wetterphänomen ab, doch dann meinten die beiden Mädchen, ein Flüstern zu hören. Die Jungs hielten inne, lauschten und tatsächlich mischte sich in den Wind ein leises Geräusch, das an eine menschliche Stimme erinnerte. Die vier rückten enger zusammen, ihre Angst jedoch erst einmal vor den anderen verbergend. Trotzdem hatte die Stimmung mit einem Mal etwas Bedrohliches. Außerdem wurde das Flüstern lauter, schien näher zu kommen und bald schon glaubten sie, einzelne Wortfetzen verstehen zu können.
„Welche Worte waren das?“, hakte ich nach. Robin zögerte abermals. Seine Erzählung klang jedoch glaubhaft und in seiner Stimme lag nichts, was mich misstrauisch machte. Falls er log, dann deutlich besser als ich ihm zugetraut hatte. „Ich weiß nicht. Es klang wie \\\'Wo ist er?, \\\'Warum habt ihr das gemacht?\\\' oder so ähnlich.“ Der Junge saß mit hängenden Schultern da, starrte in seine Kaffeetasse und musste sich offenbar zwingen, die Situation noch einmal durchzumachen.
„Und dann sah ich dieses rote Leuchten. Erst nur ganz schwach. Aber es kam näher“, fuhr er stockend fort. „Es waren Augen!“ Zum ersten Mal, seit ihr hier war, blickte er mir direkt ins Gesicht. In seinem Blick konnte ich Furcht erkennen, die unmöglich gespielt sein konnte. „Es waren Augen und nach und nach erkannte ich ein Gesicht. Ein Mädchen. Ein kleines Mädchen. Sie kam auf uns zu und der Nebel wurde immer dichter. Dann griff sie plötzlich Franzis Hand und zog sie zu sich in den Nebel. Sie schrie und ich wollte ihr helfen. Aber ich konnte nicht und stand nur blöd wie versteinert da.“
Robin wischte sich eine Haarsträhne aus der Stirn und wirkte jetzt viel jünger als er eigentlich war. Auch bemerkte ich, dass seine Hände zitterten als er die Kaffeetasse zum Mund führen wollte. Ohne einen Schluck zu nehmen stellte er sie wieder ab und fuhr fort. „Das Mädchen flüsterte wieder zu uns, aber ich weiß nicht mehr, was sie sagte. Dann griff sie nach Katja und Max und zog die beiden auch zu sich bis der Nebel sie ganz einhüllte. In dem Moment ergriff mich die Panik, ich drehte mich um und rannte nur noch weg. Ich glaube, das Mädchen war noch eine Weile hinter mir, aber ich wagte es nicht, mich umzudrehen, sondern lief einfach nur so schnell ich konnte und so weit ich konnte.“
Jetzt sackte der Junge in sich zusammen und saß reglos und mit gesenktem Kopf auf seinem Stuhl. Zuerst wartete ich ab, dann machte ich einen Versuch, ihn noch einmal zum Reden zu bringen. Es war zwecklos. Mehr würde ich heute nicht von ihm erfahren, musste ich einsehen.

***

Am Nachmittag recherchierte ich zunächst von Zuhause aus im Netz und später dann im Archiv der Zeitung. Nicht nach diesem Fall, sondern nach anderen Vermisstenfällen in der Nähe der ehemaligen Bahntrasse. Das, was Degenhard so beiläufig und geheimnisvoll erwähnt hatte, ließ mich nicht los. Was, wenn da etwas dran war?
Die einstige Kreisbahn von Osterode nach Kreiensen war eine Schmalspurbahn, die Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wurde und vor allem von Güterzügen, aber auch von Personenzügen genutzt wurde, las ich. Für die Wirtschaft der Region war sie immens wichtig, für Kriegsheimkehrer war ihr Pfeifen und Läuten später ein Symbol für die Heimat geworden. Das ging sogar soweit, dass ihr später mit dem Lied „Die kleine Bimmelbahn“ von Erich Storz ein musikalisches Denkmal gesetzt wurde.
Den Heimatmusiker hatte ich zu Lebzeiten sogar kennengelernt, weil ich einmal ein Interview mit ihm gemacht hatte. Gerne erinnerte ich mich an diesen Termin zurück, denn damals hatte ich immer wieder zugeben müssen, seine Stücke nicht zu kennen. Es war nun einmal nicht die Musik, die ich hörte. Storz hatte das allerdings überhaupt nicht gestört und er hatte mir einen Titel nach dem anderen vorgesungen und die jeweilige Entstehungsgeschichte dazu erzählt, so dass schließlich der ganze Nachmittag verflogen war. Nur zur kleinen Bimmelbahn hatte er mir wenig gesagt, denn als seinen bekanntesten Titel hatte ich mir die zuvor wenigstens bei YouTube angesehen.
Dass mir die ehemalige Kreisbahn nun auf diese Weise wieder begegnen sollte, hätte ich damals jedenfalls nicht gedacht. Außerdem existierte sie ja schon ewig nicht mehr, hatte ihren Niedergang in den 1960er Jahren erlebt. Die Schmalspur wurde durch eine Normalspur ersetzt und vor einigen Jahren dann gänzlich entwidmet. Die einstige Trasse gab es allerdings bis heute, nur dass sie an vielen Stellen eben zu Rad- oder Wanderwegen umgebaut oder mit Straßen überbaut worden war.
Je mehr ich mich in meine Recherchen vertiefte, desto mehr Meldungen über Unfälle entlang dieser Strecke kamen mir unter und alle paar Jahre gab es auch Berichte über Menschen, die nach einer Fahrradtour oder beim Spazierengehen mit dem Hund verschwunden und nie wieder aufgetaucht waren. Konnte das überhaupt sein? War es möglich, dass es da Zusammenhänge gab?
An die Geschichte mit dem Geistermädchen glaubte ich jedenfalls nicht, ganz gleich, wie überzeugend der Junge sie mir erzählt hatte. Vielleicht waren ja doch Drogen im Spiel oder die anderen hatten ihm einen bösen, zugegeben einen sehr bösen, Streich gespielt. Geister aber gab es nicht, mochten der Harz und sein Umland auch noch so voll sein von alten Legenden über Hexen, Zwerge und andere mysteriöse Wesen.
Bevor ich mich zu sehr in die Sache hineinsteigerte, rief ich noch einmal bei Lena an. Gleichzeitig mailte ich ihr einige meiner Rechercheergebnisse und bat sie, mal einen Blick darauf zu werfen. „Muss das sofort sein?“, fragte sie leicht genervt. „Ich bin lange wach“, gab ich zurück, „weißt du ja. Kannst mich heute Abend noch anrufen.“ Als ich auflegte, hatte ich ein schlechtes Gewissen, doch mein Drang, dieser Geschichte auf den Grund zu gehen, war stärker.
Lena rief dann tatsächlich spät am Abend noch an. „Okay, du hast Recht, die Fälle, die du gefunden hast, sind auch in den Polizeiakten vermerkt.“ Na also. Das war doch schon mal ein Ansatz. „Es gibt Unfälle mit Fahrerflucht und ungeklärte Vermisstenfälle, die sich in der Nähe der Trasse abgespielt haben“, fuhr sie fort, „Ungewöhnlich viele? Ja. So viele, dass es nicht ein seltsamer Zufall sein kann? Nein. Hinweise darauf, dass alles irgendwie zusammenhängt? In keinster Weise.“ Den letzten Satz betonte sie so deutlich, dass mir unmissverständlich klar wurde, ich sollte sie mit meinen Hirngespinsten in Ruhe lassen. Wahrscheinlich hatte sie Recht.
Mir aber ließ all das keine Ruhe. An Zufälle glaubte ich ebenso wenig wie an Geister, Hexen und Zwerge. Also musste es eine Erklärung geben. Vielleicht gab es unterirdische Karsthöhlen, in die die Leute gestürzt waren, sagte ich mir, oder mit dem Erz waren auch irgendwelche Giftstoffe ans Tageslicht gelangt, die Menschen gefährlich wurden. Irgendetwas musste der Grund für diese Fälle sein. Morgen musste ich unbedingt noch einmal mit Degenhard sprechen. Er war der einzige, der mir jetzt weiterhelfen konnte.

***

In der Kneipe war nicht viel los als ich am nächsten Tag zur Mittagszeit dort auftauchte. Degenhard stand hinterm Tresen und polierte Gläser. Als er mich sah, lächelte er und machte sich umgehend an der Kaffeemaschine zu schaffen. Schon schön, wenn man sich so gut kennt, dass solche Dinge ohne Worte funktionieren. Allerdings wollte ich heute durchaus mit ihm sprechen, unbedingt sogar.
„Du weißt doch etwas, was du mir nicht sagen willst“, kam ich gleich zur Sache. Degenhard nickte bedächtig, dann meinte er: „Du würdest mir ohnehin nicht glauben.“ Damit lag er vermutlich sogar richtig. Trotzdem wollte ich unbedingt erfahren, was er zu wissen meinte. „Nachdem ich vorgestern mit Lena hier war, habe ich ein wenig recherchiert. Es stimmt, was du sagtest. Entlang der Bahntrasse gibt es mehrere unaufgeklärte Fälle, bei denen Menschen verschwanden und absolut nichts darauf hindeutete, was passiert sein könnte.“
Wieder nickte Degenhard. Ich kannte ihn mittlerweile viele Jahre. Seit er hier seine Kneipe hatte und nach einem bewegten Leben endlich hier in seiner alten Heimat am Harz sesshaft geworden war. Zuvor hatte er in Afrika als Entwicklungshelfer gearbeitet, in San Francisco als Musiker und in den Siebziger Jahren war er als Hippie nach Goa getrampt. Unzählige Abende hatte ich schon damit verbracht, seinen Erzählungen aus aller Welt zu lauschen, bei denen ich mir nie ganz sicher war, welche davon wahr und welche erfunden waren.
Wahrscheinlich hatte er damals in Goa einfach zu viel bewusstseinserweiternde Substanzen ausprobiert, so dass die Begriffe Wahrheit und Fiktion ihm fortan nicht mehr so wichtig erschienen. Inzwischen musste er in seinen eigenen Siebzigern sein, eigentlich alt genug, um sich gänzlich zur Ruhe zu setzen, doch das konnte ich mir bei ihm nicht vorstellen und er selbst sich definitiv auch nicht. Außerdem war die Kneipe ohne ihn unvorstellbar, er war inzwischen sogar so etwas wie ein Wahrzeichen der Stadt.
„Na los, sag schon, was es mit der Bahntrasse auf sich hat“, drängte ich ihn, denn Ehrlichkeit zog bei ihm immer noch am besten. Degenhard legte seinen Lappen weg, zog sich einen Stuhl zurecht und setzte sich zu mir an den Tisch. „Es ist das Geistermädchen, das aus dem Nebel kommt“, sagte er mit eigenartiger Betonung. Dann machte er allerdings wieder eine Pause und brachte mich damit allmählich zur Weißglut.
„Und was genau hat es mit diesem Geistermädchen auf sich?“, hakte ich mich zur Ruhe zwingend nach. „Es gibt nicht viele Geschichten über sie. Die meisten, die ihr begegneten sind ja mit ihr im Nebel verschwunden und nie wieder aufgetaucht.“ Fast befürchtete, der alte Mann werde nun wieder eine Pause einlegen, doch diesmal fuhr er ohne erneute Aufforderung fort. „Vor ein paar Jahren verschwand im Westerhöfer Wald eine Frau, die dort mit ihrem Hund spazieren ging. Das Tier wurde später gefunden und die Polizei suchte nach ihr. An sich nicht ungewöhnlich, doch später stellten die Beamten fest, dass der Hund immer in der Nähe der alten Bahntrasse zu bellen anfing und sich sträubte, sie zu überqueren.“
Von diesem Fall hatte ich auch in der Zeitung gelesen, meinte ich mich zu erinnern, allerdings fehlte in dem Artikel das sonderbare Verhalten des Hundes. „Etwa vor zehn Jahren kehrte eine junge Frau aus Kreiensen nie von einem Discobesuch zurück“, erzählte Degenhard weiter, „Ihr Auto aber wurde einige Tage später ebenfalls ganz in der Nähe der Schienen gefunden. Und so gibt es noch einige ähnliche Vorfälle, die sich dort ereigneten und für die es nie eine Erklärung gab.“
Verwirrt blickte ich ihn an. „Aber du glaubst nicht wirklich, dass diese Menschen von einem Geistermädchen geholt wurden?“ An Geister glaubte ich nach wie vor nicht, auch wenn ich zugeben musste, dass all diese Fälle höchst sonderbar schienen und meiner Meinung nach kein Zufall mehr sein konnten. „Es ist die kleine Elisabeth“, sagte Degenhard jetzt, „Mit ihr fing alles an.“
„Elisabeth? Was soll das? Willst du mir jetzt einen Bären aufbinden?“ Er schüttelte ernst den Kopf. „Nein, es ist so. Elisabeth war ein kleines Mädchen, das beim Spielen von der Kreisbahn erfasst wurde. Mitte der Sechziger muss das gewesen sein, also kurz vor der Einstellung. Seit diesem Unfall verschwinden immer wieder Leute.“ Dann zückte er einen Stift und kritzelte etwas auf einen Bierdeckel. „Ruf da an. Vielleicht erzählt sie dir mehr über die tragische Geschichte damals.“

***

Wieder zuhause konnte ich es kaum erwarten, die Nummer, die Degenhard mir gegeben hatte, anzurufen. Trotzdem zögerte ich. Wer auch immer sich am anderen Ende meldete, was sollte ich sagen? \\\'Entschuldigung, aber ich möchte bitte das Geistermädchen Elisabeth sprechen?\\\' Sicher nicht.
Wenn ich aber mit meiner Recherche weiterkommen wollte, blieb mir wohl nichts anderes übrig. Es klingelte dreimal, dann hob am anderen Ende jemand ab. Die Stimme einer älteren Frau war zu hören, freundlich aber mit einer Spur Misstrauen, so wie es für diese Generation typisch war. „Guten Tag, ich... ähm...“, stammelte ich herum. Vielleicht hätte ich mir doch besser zurechtlegen sollen, was ich eigentlich fragen wollte. Dann aber nannte ich meinen Namen, erwähnte, dass ich Journalist bin und berichtete von dem Zeitungsartikel, der mich hatte aufhorchen lassen und alles, was daraufhin passiert war bis hin zu Degenhards Hinweis.
„Dann wollen Sie etwas über Elisabeth wissen“, stellte die Dame nüchtern fest. „Ja, wenn es möglich ist...“ Noch immer kam ich mir vor, wie ein Vollidiot. Vielleicht war Degenhard sogar davon ausgegangen, ich rufe die Nummer nicht an, wenn er mir nicht sagt, zu wem sie mich führt und inwieweit mich das weiterbringen konnte. „Sie war meine Schwester“, kam es nun vom anderen Ende.
Je mehr die Frau erzählte, desto mehr hatte ich den Eindruck, es tat ihr gut, über das Unglück zu reden, wenngleich es inzwischen viele Jahrzehnte zurücklag. In meinem Kopf entstand das Bild einer älteren Dame, die allein lebte, die Kinder längst in eine größere Stadt gezogen und ihr viel zu selten einen Besuch abstattend. Wenn das der Fall war, dann wurden Erinnerungen leicht wieder lebendig und bekamen eine Bedeutung, die die Zeit sonst mit anderem überdeckt hätte.
Elisabeth war damals etwa sieben Jahre alt, erzählte sie mir. Der Garten des elterlichen Hauses lag direkt an der Bahn und das kleine Mädchen liebte es, den ratternden und dampfenden Zügen hinterherzuwinken, wenn sie vorbeifuhren. Dabei sang sie dann oft das Lied von der kleinen Bimmelbahn vor sich hin, das sie so sehr mochte und das für sie wohl den Charme der Dampflokomotiven auf den Punkt brachte.
Eines Tages spielte sie aber nicht im Garten der Eltern, sondern mit anderen Kindern ein Stück weiter die Straße hinunter. Am Bahndamm neben dem Fußgängertunnel unter den Schienen hindurch hatten die Kinder eine Rutschbahn für ihre Puppen, und Autos gebaut.
Die kleine Elisabeth war die jüngste unter den Kindern. Mit ihrem Lieblingsteddybär wollte sie unbedingt mitspielen, doch die älteren ließen sie nicht. Wahrscheinlich hatten sie Angst, Ärger von den Eltern zu bekommen, wenn der Teddy schmutzig wurde. Puppen und Autos konnten sie immerhin abwaschen. Jedenfalls kam es wohl zum Streit und einer der Jungen nahm Elisabeth ihren Teddy schließlich weg und warf ihn fort. Das Mädchen kletterte den Bahndamm hinauf, um ihn zu suchen, es war neblig an diesem Tag, der Zugführer konnte das Kind auf den Gleisen erst viel zu spät sehen.
Als die Schwester an diesen Punkt ihrer Erzählung kam, brach sie plötzlich ab. Auch ich hatte das Gefühl als würde mir die Kehle zugeschnürt. „Was für ein schrecklicher Unfall“, brachte ich schließlich heraus. „Ich, ich hätte auf sie aufpassen müssen, auf meine kleine Schwester, doch ich war nicht da“, hörte ich vom anderen Ende der Leitung und ihre Stimme klang jetzt noch älter und brüchiger als zuvor.
Dann legte sie völlig unvermittelt auf und ich stand noch eine ganze Weile mit dem Handy in der Hand, unfähig, mich zu rühren. Damit hatte ich nicht gerechnet. Und auch, wenn ich schon manch schlimme Geschichte hatte schreiben müssen, traf mich das Schicksal der kleinen Elisabeth doch mit voller Härte. Dennoch machte sich eine Gewissheit in mir breit. Ich wollte mir den Unfallort ansehen. Das brachte mich vielleicht nicht auf die Spur der Vermissten, doch nur dann würde ich diese Geschichte für mich abschließen können.

***

Es dauerte eine ganze Weile, bis ich die Überführung, von der die alte Frau gesprochen hatte, endlich fand. Die Häuser von damals waren längst einer großen Lagerhalle neueren Datums gewichen. Hinter der Halle jedoch entdeckte ich schließlich jenen gemauerten Tunnel, der damals für ein sicheres Passieren der Gleise gesorgt hatte.
Ich musste mir diesen Ort einfach ansehen, auch wenn hier natürlich nichts mehr an den schrecklichen Tod des Mädchens erinnerte. Auch Hinweise auf einen Geist würde ich hier wohl kaum finden, sagte ich mir. Aber konnte es nicht sein, dass die Bahntrasse durch dieses Unglück eine besondere Wirkung auf Menschen hatte, die für solche Dinge empfänglich sind? In Japan gab es einen Wald, der Selbstmordwald genannt wird, weil es dort immer wieder Menschen hinzieht, die sich das Leben nehmen wollen. In Legenden hieß es, der Aokigahara sei verflucht, doch in Wirklichkeit haben sich nur die gehäuften Berichte über Suizidfälle im Unterbewusstsein vieler Menschen festgesetzt.
Der Tunnel machte auf mich nicht den Eindruck eines Ortes, an dem Legenden entstehen. An die Natursteine schlossen sich sogar Betonmauern an, die dem Bahndamm Halt gaben und mit einigen Graffiti besprüht waren, so dass selbst der Charme des alten Bauwerks nicht mehr gegeben war. Während ich langsam durch die Unterführung ging, merkte ich, wie kalt es inzwischen geworden war. Nein, nicht inzwischen, sondern ziemlich plötzlich. Innerhalb der letzten Minuten schien die Temperatur deutlich abgefallen zu sein.
Dann sah ich auch den Nebel, der von den Seiten hereinwaberte. Als sei er lebendig, kroch er am Boden und an den Wänden entlang und wurde allmählich dichter. Ich lauschte. Ja, auch der Wind hatte aufgefrischt, doch da war noch mehr. Wie ein zartes Flüstern aus weiter Ferne dran es in mein Ohr. Schwach zu hören, aber eindeutig als eine Stimme auszumachen.
Ich erinnerte mich an das, was Robin mir in seiner Küche berichtet hatte. Was ich gerade erlebte, war exakt dasselbe. Trotzdem erwartete ich nicht, in den nächsten Augenblicken einen Geist zu sehen. Wenn überhaupt, dann höchstens eine Erklärung für diese höchst seltsame Situation und vielleicht auch alles, was ihr vorangegangen war. Und wenn es dennoch bedrohlich werden sollte, konnte ich immer noch weglaufen. Schließlich war dem schmächtigen Robin das auch gelungen.
„Wo ist er?“, glaubte ich die Flüsterstimme zu verstehen, „Warum habt ihr das gemacht?“ Konzentriert starrte ich in den immer dichter werdenden Nebel, in der Hoffnung, dort vielleicht den Urheber für all dies zu finden. Irgendetwas leuchtete rot. Zwei rote Punkte, die auf mich zukamen. Nein, Augen. Zwei Augen, die rot leuchteten, dann ein Gesicht, fahl, blass, das ich im diffusen Licht ausmachen konnte.
Es war völlig absurd. Das konnte nicht sein, war logisch nicht zu erklären. Und doch war die Gestalt, die da langsam auf mich zu schwebte niemand anderes als Elisabeth. Oder vielmehr das, was aus dem kleinen Mädchen geworden war. Ihre Haut fast weiß, die Hände nahezu bis auf die Knochen abgemagert und ihr von strähnigen roten Haaren umrahmtes Gesicht zu einer wütenden Fratze entstellt. „Warum habt ihr das gemacht?“, fragte sie wieder, „Wo ist er?“
Plötzlich streckte Elisabeth die Hand nach mir aus und ihr rot funkelnder Blick traf den meinen. Jetzt war es an der Zeit zu rennen, sagte ich mir, doch meine Beine gehorchten mir nicht. Wie versteinert stand ich da, unfähig, mich zu bewegen. Die Kälte kroch in mir hoch und das Geistermädchen kam immer näher, wobei sie mich nach wie vor mit ihren tief in den Höhlen liegenden Augen fixierte.
Mein Verstand weigerte sich, zu akzeptieren, was hier geschah, konnte es nicht begreifen. Mein Körper verweigerte sich gleich völlig. Dann aber spürte ich, wie meine Hand ergriffen wurde. Es war nicht Elisabeth, sondern jemand anderes, jemand der warm und nicht so erschreckend kalt war. Der Griff um meine Hand wurde fester und ich wurde zur Seite gezogen. Keinen Augenblick zu früh, denn jetzt streckte der Geist beide Arme nach mir aus und hätte auch mich in den Nebel gezogen, wenn Lena nicht schneller gewesen wäre.
Es war tatsächlich Lena, die mich im letzten Moment gerettet hatte und die sich der mysteriösen Erscheinung nun in den Weg stellte. Zuerst sah ich nicht, was sie dem Mädchen da entgegenhielt. Ich blinzelte, zum ersten Mal nach einer gefühlten Ewigkeit und erkannte einen Teddy in Lenas Hand. Elisabeth griff nach dem Stofftier und ich hielt ebenso wie Lena unweigerlich den Atem an.
Das rote Leuchten in den Augen des Geistermädchens wurde schwächer, sie zog den Teddy in ihre Arme und umschlang ihn dann wie einen lange verlorengeglaubten Schatz. „Da ist er ja“, flüsterte sie, „Ihr habt ihn mir zurückgebracht.“ So schnell sie erschienen war, verschwand sie jetzt auch wieder im Nebel als habe es sie nie gegeben. Das Flüstern verstummte und die Temperatur stieg langsam wieder an.
Allein der Nebel hing noch schwer um uns herum und brachte uns dazu, langsam rückwärts zu gehen, Schritt für Schritt aus dem Tunnel hinaus. Gerade als ich mich umdrehen und nun doch panisch zum Auto rennen wollte, stupste Lena mich an. „Sie mal“, sagte sie leise und deutete dorthin, wo Elisabeth verschwunden war. Wieder war dort eine Gestalt zu erkennen. Nein, nicht eine, sogar mehrere. Auch sie kamen auf uns zu und ließen uns instinktiv weiter zurückweichen.
Die Gestalten waren aber keine Geister, es waren Menschen. Ganz normale Menschen, die sich verstört umsahen und offenbar ebenso wenig begriffen, was vor sich ging, wie wir. Ich erkannte die junge Frau vom Foto in Robins Küche. Franzi, wenn ich mich nicht täuschte. Dicht dahinter die beiden anderen verschwundenen Urbexer, dann eine Frau mit einer Hundeleine in der Hand und zahlreiche andere.
Wenn die Begegnung mit dem Geistermädchen Elisabeth schon absurd war, übertraf dies all das noch um Längen. Diese Menschen traten aus dem Nebel, sahen sich um und schienen überhaupt nicht zu wissen, wo sie sich befanden oder wie sie hierher gekommen waren. Was auch immer sie erlebt hatten, schien auch in ihrer Erinnerung hinter dichtem Nebel verborgen, doch wenigstens waren sie unversehrt und am Leben.
In der Ferne waren Sirenen zu hören, die sich uns näherten. Bevor die Kollegen eintrafen, redet Lena erst einmal beruhigend auf diese Menschen ein. Zwar hatte auch sie keine Erklärung, war jedoch Profi genug, um erst einmal nur zu beruhigen und keine Panik aufkommen zu lassen. Ich hingegen war immer noch wie erstarrt und unfähig, mich irgendwie hilfreich einzubringen.
Erst viel später als die zuerst eintreffenden Polizisten längst Verstärkung und Rettungsdienste angefordert hatten, fand ich langsam meine Sprache wieder. „Wie hast du mich überhaupt gefunden?“, fragte ich Lena. „Degenhardt hat mich angerufen. Er hat sich Sorgen um dich gemacht.“ Wieder ergriff sie meinen Arm. Diesmal allerdings nicht, um mich zu retten, sondern eher zärtlich. Mir gefiel das deutlich besser als die Klauen, mit denen der Geist oder was immer es war, eben noch nach mir gegriffen hatte. „Bierchen?“, fragte Lena mit einem Lächeln. „Ich glaube, das muss jetzt sein. Zur Not darf es auch etwas Härteres sein.“ „Du, ich bin mir sehr sicher, dass Degenhard etwas Passendes da hat.“



Die Story vom Nebelmädchen gibt es auch auf Youtube: https://youtu.be/uQrgBMghm5Q?list=PL4mXvMEVR97HAyPqFEfNaCX1Vs5UDDv0G
 
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Kommentare  

Spannend! Eine wunderbare kleine Gruselstory. Sehr gelungen.

doska (30.10.2018)

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