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Das stumme Märchen

Amüsantes/Satirisches · Kurzgeschichten
Das stumme Märchen

Es war einmal ….ein Märchen, das wollte erzählt werden, doch es fand sich niemand der es erzählen konnte und so wurde es „das stumme Märchen“ genannt. Alle die davon hörten, rätselten, was es damit auf sich habe, worum es ging, was es den Lesenden und Hörenden mitteilen wolle, denn das ist ja der tiefere Sinn von Märchen. Erste Gerüchte wurden laut aus denen Erzählungen entstanden, die sich zu Berichten und schließlich sogar zu Tatsachen formten. Damit tat man dem „stummen Märchen“ nun gar keinen Gefallen, im Gegenteil , es war nun „gar kein Märchen“ mehr und verschwand vollständig. Mehr und mehr dieser "Tatsachen" wurden aus allen Ecken des Landes zusammengetragen, mit einander verwoben, vernäht, verkettet, so dass eine Art geistiger Teppich entstand auf dem man sich gemeinsam niederließ. Nun wurde von den einen der Ausschnitt des Teppichs beschrieben auf dem sie saßen und lebten, den sie vor Augen hatten. Das stieß nicht immer auf offene und freundliche Ohren. Ihre Nachbarn zeigten sich höchst befremdet über die Erzählungen der anderen, die offensichtlich gar nichts mit der Realität zu tun hatten, nämlich dem was nun diese vor Augen hatten. Es gab Streit, wirklich schlimmen, bösen Streit. Die einen bezichtigten die anderen der absichtlichen Irreführung und Phantasterei und man zog gegeneinander in den Krieg, mordete und schlug einander tot wo es nur ging. Als schließlich nur noch eine kleine Handvoll Menschen übrig waren, setzten diese sich um ein Lagerfeuer, denn es war dunkel und kalt um sie herum geworden. Man erzählte einander Märchen und Geschichten der Altvorderen. Reihum ging´s bis niemandem mehr etwas einfiel. Da sprach einer und blickte in die Runde: „Weiß noch jemand wie das „stumme Märchen“ ging?"
 
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